ICEland 2014

The Faroes | Iceland

Eine Bootsfahrt, die ist...

...nicht immer lustig oder schön. Insbesondere nicht, wenn es sich um eine mehrtägige Fährfahrt handelt. Wer bei dem Begriff Fährfahrt in der romantischen Vorstellung schwelgt, wie ein weißes Schiff in einer lauen Sommerbrise in den Sonnenuntergang fährt, wird hier unsanft in die Realität zurückgeholt.

In Wahrheit ist es langweilig und doof.  Man kann an Bord fast nichts machen. Lesen ist nur etwas für Leute, denen auch beim Lesen im Auto nicht schlecht wird und alles andere kostet viel Geld: Spielautomaten, Kino, Shoppingboutique (alles "on sale", trotzdem teurer als zuhause) und eine Handvoll Restaurants, die passend zum Best-Ager-Zielpublikum ungewürztes (=gentrifiziertes?) Essen überteuert verkaufen. Die Restaurantpreise sind 20% günstiger, wenn man die Verpflegung zusammen mit der Fährpassage im voraus bucht, d.h. anstatt prohibitiv teuer sind sie nur noch unverschämt teuer.

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Smogalarm!

Mittagspause bei Husey. Vor der Tür wälzt sich die Jökulsa á Bru beinahe 100 m breit ins nahe Meer. Hier bändigt kein Fels mehr die Strömung und der Fluss frisst sich in die erdigen Ufer. Auf wenigen Kilometern gewinnt die Jökulsa die zehnfache Breite. Das Wasser ist dunkelbraun, dennoch räkeln sich auf einer Sandbank gegenüber vier Seehunde. Die warme Luft flirrt über der mit herbstlich bunt gefärbten Sträuchern bewachsenen Talebene. In der Kabine ist es warm, draußen weht ein stürmischer Westwind. In den goldgelben Grasflächen herrscht schwerer Seegang. Am schwarzen Strand toben Sandstürme. 

Der starke Wind treibt auch die Schwefeldioxidwolke aus dem Hochland in den Osten Islands herüber (Kartenlink). Die giftigen Gase begleiten den Vulkanausbruch bzw. die Spalteneruption im Holuhraun-Lavafeld. Am Meer hat die Wolke zwar schon Höhe gewonnen, aber inzwischen meldet sogar Norwegen erhöhte Emmissionswerte.

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Ein Traum geht zu Ende

Knapp eine Woche sind wir noch in Island unterwegs bis uns die Fähre "Norröna" zurück nach Hause bringt. Gut fünf Monate waren wir - mit einem zweiwöchigen Abstecher auf die Färöer - in Island unterwegs. Ein Blick zurück.

Island liegt knapp unterhalb des Polarkreises, allein im weiten Nordatlantik. Die Landschaft scheint karg und das Klima rau. Man muss das Nordische mögen. Lässt man sich auf Island ein, überwältigt es einen mit seiner Energie. Abseits der Hauptrouten ist das Land Abenteuer pur. Nichts ist weichgespült, die ungefilterte rohe Seite der Natur fasziniert. Dort gibt es sie noch, die Flecken ohne Handyempfang. Auch im 21. Jahrhundert kann man ihn dort kämpfen, den uralten Kampf des Menschen um sein Überleben in der Natur. Es gibt aber auch viele liebliche Ecken, deren Schönheit dem Betrachter sofort ins Auge springt.

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Wandertipp Storurð

Vorbei am mächtigen Felssturz von Storurð führt ein mehrstündiger Rundwanderweg. Für unseren Reiseführer ein klares Muss und wir können stolz berichten: Die Mühe lohnt! Von der sportlichen Betätigung in freier Luft mal abgesehen sind die Ausblicke auf die Bergwelt einfach toll. Nicht immer ist der vorgeschlagene Weg klar ersichtlich und wir haben viel Spaß dabei, uns frei im Gelände zu bewegen.

Im Tal führt der Weg um hausgroße Felsbrocken herum und auch darüber hinweg. Ein 2x2-Antrieb ist Pflicht. Den Talboden bildet eine kurzgeschorene saftig grüne Wiese. Was aussieht wie ein Golfplatz mit englischem Rasen ist das Werk der frei grasenden Schafe.

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Die Nordlicht-Saison beginnt

Lightshow: Mond und Nordlicht an Islands Nachthimmel
Lightshow: Mond und Nordlicht an Islands Nachthimmel

Was für ein goldener Herbst: Tagsüber scheint die Sonne und nachts das Nordlicht. Doch wie entstehen eigentlich Nordlichter? Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Vorweg: "Nordlicht" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, fachlich korrekt heißt das nördliche Polarlicht Aurora borealis. Polarlicht kennt man auch auf der Südhalbkugel, dort man nennt es Aurora australis.

Genau wie das Tageslicht verdanken wir auch das Polarlicht der Sonne. Die schickt laufend Sonnenwinde durch das All. Das sind Wolken elektrisch geladener Partikel (sog. Plasmen). Die Partikel sind mit einer Geschwindigkeit von drei Millionen Stundenkilometern unterwegs. Wenn diese schnellen Partikel auf die Erdathmosphäre treffen, kollidieren sie beim Durchqueren der Luftschicht mit den Atomen der Luft. Dabei geben sie einen Teil ihrer elektrischen Ladung an die Luft ab und regen so die Luftmoleküle zum Leuchten an. Die Erleuchtung ist eine Begleiterscheinung der sog. Ionisierung. Ein ähnliches Funktionsprinzip bringt eine Neonröhre zum Leuchten. Auch die sichtbaren Blitze eines Gewitters entstehen durch Ionisierung der Luft.

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Zeit im Überfluss

Wir sind auch deshalb nach Island losgezogen, um endlich mal Zeit im Überfluss zu haben. Was macht man eigentlich mit so viel freier Zeit? Tatsächlich, abgeschottet von den grenzenlosen Möglichkeiten sich zu Hause zu beschäftigen, kommt hier auch mal Langeweile auf. Aber das ist gar keine schlimme Krankheit und auch kein Zeichen von Faulheit oder mangelnder Wichtigkeit. Langeweile ist eine kreative Pause. Wann sonst hat man mal den Kopf völlig frei und kann herausfinden, was man wirklich will?

Die sonnigen Tage verbringen wir mit Spaziergängen am Meer, die Abende am Lagerfeuer. Im Hintergrund rauschen die Wellen und in der Dunkelheit erfreut uns der Anbruch der Nordlicht-Saison. Zu Hause schrieben wir auf eine Wunschliste, was wir hier alles machen wollten. Nicht alles haben wir angepackt, dafür gab es neue Ideen. Die Kreativität sucht sich ein Ventil. Beispielsweise beschäftigt uns der Gedanke, ob wir unser Wissen und die Erfahrung aus dem Kabinenbau nicht ein weiteres Mal anwenden wollen. Obwohl die Bauphase aufgrund des Termindrucks der Fähre mörderisch stressig war, machte die kreative Arbeit doch großen Spaß und das Ergebnis kann sich trotz einiger optischer Mängel sehen lassen. Vielleicht... aber dann ohne Zeitdruck!

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Wilde Tiere

Wir mögen Tiere, nicht nur zum Essen, sondern besonders, wenn man sie streicheln kann. Islands Tierwelt mögen wir auch. Es gibt weder Schlangen noch große Raubtiere, die wilden Tiere sind nicht gefährlich. Eine Aufzählung.

Papageitaucher: Puffins sind große Klasse. Viele unserer Reisen zielen darauf ab, Puffins zu sehen. Sie haben eine drollige Art zu laufen, und die Zeichnung ihres Gefieders lässt sie dabei ernst und sorgenvoll schauen. Klasse Kombination. Leider bleiben sie nur bis Ende Juli/Anfang August in Island.

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Im Auge des Sturms

Aus dem Westen kommend wollten wir im Norden bleiben, doch wurden wir aufgrund eines durch Vulkanaktivität befürchteten Gletscherlaufs evakuiert. Also reisten wir in den nordöstlichsten Zipfel Islands weiter.

Wir passieren den flachsten Landstrich Islands. Das Land steigt hier sanft aus dem Meer auf und geht in langgezogene Wiesen über. Dazwischen glitzern Seen in der Sonne. Irgendwann verliere ich  das Gefühl, ob wir noch durch eine Seenlandschaft oder über Sandbänke im Meer fahren. Alle paar Kilometer liegt ein einsamer Hof. Wir fragen uns, wie man wohl so einsam lebt? Wovon leben diese Höfe? Was machen hier die Kinder? Auf unsere Fragen werden wir später noch ausführliche Antworten bekommen.

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Leben am Ende der Welt

In Thórshöfn habe ich Gelegenheit, zwei isländische Lehrerinnen (eine davon ausgewanderte Deutsche) ausführlich über das Leben im nordöstlichsten Zipfel Islands zu befragen. Das Gespräch gebe ich im folgenden sinngemäß wieder.

Vorab: Weiter ab vom Schuß als in Thórshöfn kann man in Island kaum sein. Der Ort hat rund 300 Einwohner, ist aber eine Metropole in der spärlichst bewohnten Gegend. Der Ort ist schön, hell und freundlich und wirklich sehr nett anzuschauen. Das hatten wir bei der Anreise durch verlassene Gehöfte und Geisterstädte so nicht erwartet.

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Tanz auf dem Vulkan

"Any publicity is good publicity" könnte man meinen, denn Island ist wieder mal mit einem drohenden Vulkanausbruch in den Nachrichten. Ein Ausbruch des Bárðarbunga scheint bevorzustehen. Ein Blick zurück: Ende Juli rutschte ein großer Teil des Kraterrandes der Askja ab. Der Auslöser war vermutlich nicht nur die hohe Bodenfeuchtigkeit, sondern möglicherweise auch ein Erdbeben.

Wir waren von Ende Juli bis Mitte August zwischen der Askja und dem Bárðarbunga unterwegs. Genau in der Zeit zwischen dem Erdrutsch und der vorbeugenden Sperrung des Hochlandes aufgrund gestiegener seismischer Aktivität vernahmen wir am Vatnajökull eines Nachts ein Grollen sowie eine Erschütterung des Autos. Eine andere Erklärung als ein Erdbeben fanden wir dafür nicht.

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Zurück im Spiel

Die Berichterstattung ist etwas eingeschlafen, wir waren eine Zeit lang offline. Das lag weniger an der abgelegenen Gegend als an ernsthaften Computerproblemen. Die Geschichte dahinter ist lang, kompliziert und techniklastig, mit anderen Worten langweilig. Was mich nicht daran hindert, hier trotzdem zu erzählen, wie es dazu kam.

Fotografieren im RAW-Format und Filmen in HD-Qualität kostet gewaltig Speicherplatz und der war auf dem Dell-Laptop knapp. Also lösche ich mit Windows-Vista-Bordmitteln mal eben(!) eine alte, unbenutzte Ubuntu-Partition und gewinne 20GB Festplattenkapazität. Allerdings ist die Kapazität für Windows noch nicht nutzbar, also führe ich - wie man es von Windows gewohnt ist - einen Neustart aus. Und so beginnt eine Katastrophe, die mich eine Woche Hard-Core-Hackerei kostet.

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Die F910 von der Askja ins Nýidalur

Den Einstieg zur F910 wählen wir über die F88, die Überschwemmungen sind kein Problem mehr. Bis zur Askja geht es schnell voran. Hinter der Askja sind die ersten Kilometer auf der F910 hart, dann folgt eine wunderbare Sandstrecke entlang des Dyngjuvatn. Die Sandwüste erstreckt sich bis zum Horizont und wird von den Parkrangern mit Argusaugen bewacht. Nach der Sandwüste folgen die verschiedensten Lava-, Fels- und Steinfelder. Überwiegend im Schritttempo genießen wir - vermutlich zum letzten Mal - die einmalig schöne und groteske Vulkanlandschaft.

Es gibt keinen Autoverkehr auf der Strecke, dafür liefern wir uns einen ganzen Tag lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit drei Radfahrern aus Italien. An den Furten können wir sie abschütteln, doch währen wir Pause machen übernehmen sie wieder die Führung. Es ist ein Nervenkrieg und abends haben wir sie zermürbt. Völlig platt von der Kälte und dem starken Gegenwind erreichen sie unseren Übernachtungsplatz. Als sie an die Tür klopfen, will ich sie zuerst abweisen ("You remember Soccer Worldcup 2006?"). Aber über den Scherz hätten sie vermutlich nicht mehr gelacht. Mit heißem Tee und Marmeladenbroten päppelt die Chefin sie wieder auf.

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Guter Tourist, böser Tourist

Island ist das erste Land, das wir mehrfach bereisten: 2009, 2010 und 2014. Island hat uns verändert, aber auch sich selbst. Das erste Mal war Sommer, Sonne, Sonnenschein - nichts konnte schöner sein. Mit einer kleinen Mietmöhre fuhren wir in den Süden und um die Westfjorde herum. Das zweite Mal war das Wetter so schlecht wie es davor gut war. Mit einem Geländewagen sahen wir uns die Ostfjorde an und befuhren die Kjölur-Route. Für zwei Tage flogen wir auf die Westmänner-Inseln. Doch der Hunger war längst nicht gestillt. Das Land ist auch beim dritten Mal noch voller atemberaubender Naturschönheiten, grenzenloser Weite, Freiheit und Abenteuer.

Aber wir erleben auch die Veränderungen durch den erstarkten Tourismus. Während es für uns eher nachteilig ist, wenn wir nicht alleine sind, freuen wir uns für die Isländer über den steigenden Wohlstand und die verbesserte Infrastruktur. Früher war zwar auch zur Hochsaison nur wenig los, dafür bekommt man jetzt viel leichter alles, was man braucht. Sehenswürdigkeiten sind dank besserer Straßen und Pisten leichter erreichbar. Neu geschaffene Parkplätze bieten ausreichend Stellplatz. Campingplätze gibt es überall. Die Wirtschaft wächst und die meisten Isländer sind immer noch freundliche und entspannte Menschen.

Befremdlich ist hingegen das Stimmungsbild, welches isländische Medien wie der icelandreview zeichnen. Dort wird bereits über Massentourismus geklagt. Die Probleme nähmen zu. Manche Sehenswürdigkeiten lägen auf privatem Grund und Boden. Die Besitzer erhielten nur den weggeworfenen Müll der Touristen, dürfen per staatlichem Erlass aber keine Eintrittsgelder verlangen. Ranger beklagen, dass das Aufsammeln von Hygienepapier einen Großteil ihrer Arbeit ausmacht. Und die Touristen wüssten sich in den Naturschutzgebieten nicht richtig zu verhalten.

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Der Wetterbericht

Ja, Wetter gibt es in Island auch, sogar jede Menge. Regelmäßig umfasst ein Tag mehrere Wetterlagen, insbesondere, wenn man auf Achse ist und dabei verschiedene Höhenlagen durchquert. Nebel, Sonne, dichte Wolken, Regen, Hagel, Schnee - das bekommt man alles an einem Tag serviert.

Das Schauspiel des schier grenzenlosen Himmels spiegelt die Wetterextreme wider. Hier streckt die Sonne Lichtfinger durch die Wolken, dort sieht man Wolken Regenschleier hinter sich herziehen. Und weiter hinten hat der Himmel ein gänzlich blaues Loch und der Horizont gleißt im Sonnenschein.

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Die Askja

Vor zehn Tagen erst ereignete sich am Krater der Askja eine Naturkatastrophe. Ein annähernd ein Kilometer breites Stück brach vom Kraterrand ab und 50-60 Millionen Tonnen Vulkangestein stürzten in den See. Der Schutt türmte Flutwellen bis auf 50 Meter auf, die sogar in den benachbarten Kratersee Viti stürzten. Als Ursache gilt die hohe Bodenfeuchtigkeit. Wir fahren hin und wollen mal über den Kraterrand schauen.

Das vulkanische Gebiet der Askja entstand als Island noch von Gletschern bedeckt war. Vulkanische Aktivitäten unter hunderte Meter dickem Eis schichteten ein Bergmassiv, das Dyngjufjöll, auf. Am Ende der kleinen Eiszeit brach der Vulkan durch die Eisdecke und bedeckte das Hochland mit Lava, Basalt und Bimsstein. Zurück blieb eine rund 45 Quadratkilometer große Caldera. Nach weiteren Ausbrüchen füllte sich ein Teil der eingestürzten Caldera mit Grundwasser. Der so entstandene See Öskjuvatn ist mit 220 m Islands tiefster See. Am Rande der Caldera in unmittelbarer Nachbarschaft des Öskjuvatn entstand Ende des 19. Jahrhunderts nach einem neuen Vulkanausbruch der kleine Vitikrater. Heute ziert ihn ein milchiger warmer Kratersee.

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Island mit dem LKW-Expeditionsmobil

Mit einem LKW-Expeditionsmobil ist Reisen anders. Wir erleben mehr Freiheit auf der einen aber auch mehr Einschränkungen auf der anderen Seite. Eine Bestandsaufnahme.

Frei macht so ein Fahrzeug vor allem dort, wo wildes Campen nicht auf behördlichen Widerstand trifft. Sonst wird es herausfordernd, für einen LKW einen schönen, praktischen, legalen, uneinsehbaren und romantischen Stellplatz zu finden. Frei sind wir auch in der Routenplanung. Die perfekt ausgestalteten touristischen Hotspots lassen wir links liegen und suchen stattdessen die einsamsten Gegenden auf. Neue Möglichkeiten stehen uns offen. Kaum eine Piste bliebt uns verwehrt, kaum eine Furt kann uns stoppen. An schönen Orten bleiben wir so lange wie wir wollen. Überall fahren wir mit dem großen Auto natürlich trotzdem nicht hin. Für einige Wege ist das Auto einfach zu groß. Und an manchen Plätzen, wo wir für die Nacht einen PKW einfach geparkt hätten, würden wir nun zu sehr auffallen.

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Der Sprengisandur - Teil II

Endlich, nach wochenlangem Grau wieder ein super Tag: blauer Himmel, Sonnenschein. Gut gelaunt brechen wir früh auf. Parallel zur F26, nur einige Kilometer westlich, hangeln wir uns auf einer Nebenstrecke von Markierung zu Markierung. Ringsherum erstrecken sich weite, steinige Hochebenen, in denen türkisfarbene Seen in der Sonne glitzern. Nichts kann unsere gute Laune verderben, naja, fast nichts.

Wir genießen die unberührte Natur im Hochland, möchte ich schreiben, doch das stimmt leider nicht. Unberührt ist die Natur nur noch selten. Und damit meine ich nicht nur die Staudammprojekte im Naturschutzgebiet, um billige Energie für die Aluminiumindustrie zu gewinnen. Uns ärgern mehr die allgegenwärtigen wilden Reifenspuren, stumme Zeugen vom verbotenen Offroad-Fahren. Täglich sehen wir im Hochland gravierende Verstöße. Fahrspuren, die von der markierten Piste abzweigen und auf einen Hügel führen, nur der schönen Aussicht wegen. Kurven, die abgekürzt wurden, weil der vorgesehene Weg zu lang oder zu mühsam ist. Willkürlich gezogene Kreise neben der Piste, aus Spaß am Driften im unberührten Sand. Das schlimme daran ist, dass hier oben der regenerierende Bewuchs fehlt. Wasser nimmt den Weg des geringsten Widerstandes und formt aus anfänglich leichten Fahrspuren mit der Zeit tiefe Gräben. Die Erosion nimmt ihren Lauf und die Schäden werden immer schlimmer. Und fotogen ist es auch nicht.

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Gegen den Regen

Mit leerem Kühlschrank sind wir zurück in Selfoss. Es regnet wieder mal. Heute sind es viele kleine schnelle Tropfen. Man glaubt ihnen entkommen zu können, aber sie sind überall. Der Wind treibt sie von allen Seiten herbei. Seit Wochen schon ist der Regen im Hochland unser täglicher Begleiter. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Dabei begann alles so vielversprechend, Island empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Auf einen Sonnentag folgte zwar oft ein Regentag, aber man konnte sich darauf verlassen, dass die Tage immer besser wurden und in sonnigem T-Shirt-Wetter gipfelten.

Verlass ist nur noch darauf, dass es jeden Tag mindestens einmal regnet. Der Himmel ist grau und die Welt verschwindet in einem diffusen Schleier. Es gibt ein interessantes Phänomen da draußen. Am Horizont geht der graue Himmel in helles Weiß über, als ob das Wetter dort besser wäre. Aber fährt man hin, dann setzt sich das Phänomen immer weiter fort. Woanders scheint es immer besser, wie in einem Sinnbild. Kurz überlegen wir, für eine Woche nach Spanien zu fliegen, aber das wäre wie kneifen. Nein, im Leben pickt man sich nicht nur die Rosinen heraus, man macht das beste aus dem, was man hat. Und dann gibt es eine seltene Regenpause, in der irgendwoher sogar Sonnenstrahlen kommen. Fast so als ob das Wetter sagen wollte, nur Geduld, ich kann auch anders.

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Rund um den Thórisvatn

Der Regen prasselt laut gegen die Kabine. In den Solarzellen auf dem Dach fängt sich heulend der Wind. Wir stehen mit der Breitseite im Sturmregen. Der Steyr schüttelt sich so stark, dass wir befürchten umzukippen. Eine windgepeitschte grau-schwarze Hochebene umgibt uns. Die gelben Pflöcke, mit denen die Piste markiert ist, sind die einzigen Farbkleckse in einer ansonsten monochromen Welt.

Für die Nacht hatten wir einen exponierten Platz mit Blick auf Islands zweitgrößten See gewählt, den Thórisvatn. Am nächsten Tag leuchtet der Thórisvatn in sattem Türkis. Die Farbe ist eine Folge des hohen Kieselsäuregehalts, dem Vulkanismus sei Dank. Rund um den See zieht sich unser Weg durch menschenleere Sand- und Steinwüsten, gespickt mit scharfkantigen Lavabrocken. Leben entfaltet sich hier nur spärlich. Flechten, Moose und Gräser wachsen nur dort, wo es windgeschützt ist.

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Der Sprengisandur - Teil I

Das menschenleere isländische Hochland lässt sich auf vielen Wegen durchqueren. Die längste durchgehende Nord-Süd-Verbindung ist die F26, die durch den legendären Sprengisandur führt. Rund 200 harte Pisten-Kilometer sind zu bewältigen, und die nächste Tankstelle ist fast 250 km entfernt. Ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß, eine Durchquerung des Hochlandes ist für viele Besucher die ultimative Herausforderung Islands.

In den unwirtlichen Sprengisandur zogen sich Jahrhunderte lang die Geächteten der Gesellschaft zurück. Hierhin flohen Verbrecher vor ihrem Urteil. Hier lauerten finstere Gestalten, Trolle und Geister, den durchziehenden Wanderern und Reitern auf. Die Durchquerung des Sprengisandur war in früheren Zeiten eine lebensgefährliche Reise. Der unheilvolle Ruf hätte den Weg beinahe in völlige Vergessenheit versinken lassen. Heutzutage gibt es jedoch gutes Kartenmaterial, nur nicht immer in elektronischer Form.

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Superjeeps

Isländer sind Autonarren. Aber bei ihnen sind keine Luxuslimousinen oder Sportwagen angesagt, nein, ein Superjeep muss es sein. Riesige Reifen (Freudengummis genannt), superbreite Kotflügel, Suchscheinwerfer, Berge-Ausrüstung am Heckträger und ein Wald Funkantennen auf dem Dach, das macht ein Auto für Isländer attraktiv. Kaum verwunderlich, dass die Isländer umgekehrt von unseren großen Rädern angetan sind. So kommen wir meist schnell ins Gespräch.

Die Ballonreifen sind im Gelände unschlagbar: schnell und komfortabel. Die extrem breiten Walzen der Superjeeps werden mit sehr niedrigem Luftdruck (weit unter 1 bar) gefahren. Das Fahrzeuggewicht im Verhältnis zur Aufstandsfläche der Reifen ergibt einen sehr geringen Bodendruck. Reifenschäden sind kaum zu erwarten. Die Fahrzeuge gleiten einfach über Schlaglöcher, Auswaschungen, Steine und Schnee hinweg. Sogar auf Gletscher können die Superjeeps fahren. Moment, war Offraod-Fahren nicht verboten? Bei Thörsmörk klärt mich ein Veranstalter auf: Verboten sei nur Offroad auf Gelände, wer auf Schnee fährt, fährt ja nicht auf dem Gelände. Ah ja ...

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Wintersport mit dem Steyr

Von Landmannalaugar aus führen einige namenlose Pisten in den Süden, einer davon folgen wir in die Berge. Eine gute Gelegenheit, die Steigfähigkeit des Steyrs zu testen. Drei Tage in den Bergen mit viel Schnee - das sind Zutaten für gute Geschichten am Lagerfeuer.

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Landmannalaugar

Wir erreichen Landmannalaugar, einen der schönsten Flecken Islands. Im Naturschutzgebiet Fjallabak gelegen ist der Campground für sein warmes Badegewässer und seine Wanderwege bekannt. Alle Naturschönheiten Islands sind hier vereint: Vulkankrater, Lavafelder, buntes Rhyolithgestein und heiße Quellen.

Dem Ruf der Wildnis sind allerdings auch hunderte anderer Abenteurer gefolgt. Wegen seiner guten Erreichbarkeit ist Landmannalaugar ein touristischer Hot(s)pot. Es ist Wochenende und nicht nur Touristen drängeln auf den Parkplatz und in den warmen Bach. Auch die Isländer selbst wollen ihre Natur genießen. Nach dem Aufstehen zählen wir elf Reisebusse und der Campground gleicht einem Flüchtlingslager im Krisengebiet. Die Sanitäranlagen sind vom Besucheransturm überfordert, da sie von den durchgefrorenen und aufgeweichten Campern auch als Küche, Trockenraum und Aufenthaltsraum genutzt werden.

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Kein Mensch hat so viel Pech - Teil I

Ich könnte ein Buch darüber schreiben, was mir alles schon passiert ist. Eine richtig dicke Schwarte würde das. Ich schaffe es immer irgendwie, mich zu verletzten oder etwas kaputt zu machen oder etwas zu verlieren. Wenn ich nach Hause komme, heißt es nicht "Wie war Dein Tag?", sondern "Was hast Du heute angestellt?". Heute habe ich den gleichen Fehler sogar zweimal gemacht. Als ob ich nix daraus lernen würde. Mein Umfeld nimmt es zum Glück mit Humor. Aber der Reihe nach.

Anfahrt nach Landmannalaugar. Wir sind auf nicht nummerierten Tracks unterwegs. Zeit für eine Mittagspause mit Fotoshooting. Während sie sich um die Befriedigung der Nahrungsmittel-Grundbedürfnisse kümmert, folge ich dem Ruf der Muse (vulgo: bin mit der Knipse draußen).

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Reisen und Speisen

Was isst man denn so in Island? Von den lokalen Spezialitäten probierten wir Wal (versehentlich), Trockenfisch und den gefürchteten Gammelhai. Nein, der Hai schmeckt leider nicht wie Hühnchen. Und ja, man sollte den "schwarzen Tod" dazu trinken. Da passt es ganz gut, mal etwas über Ernährung unterwegs zu schreiben.

Da wir möglichst autark sein wollen, machen Lebensmittel und Kochutensilien einen großen Teil unserer Zuladung aus. Die größeren isländischen Supermärkte (Bonus, Netto, Kronan) sind hervorragend sortiert. Die Fisch- und Fleischauswahl ist riesig, Isländer sind Barbequefans. Und obwohl hier nicht viel wächst, ist die Gemüsetheke akzeptabel bestückt. Da die meisten Produkte importiert werden, darf man die Preise natürlich nicht an deutschen Discountern messen. Nicht ganz so einfach ist es, E-Zusatzstoffe im Essen zu vermeiden. Die Isländer scheinen sich aus Bio nicht viel zu machen, in ganz Island haben wir außer in Reykjavik nur im Netto in Selfoss eine nennenswerte Biotheke gesehen. Was dafür sofort auffällt: Getrunken wird scheinbar hauptsächlich Cola, gegessen überwiegend Chips, und Bier (Leichtbier!) wird in einer Schmuddelecke gut versteckt.

Kochen und Essen sind oft Mittelpunkt der Reise. Mit einer vollwertigen Küche und Grill an Bord ist das natürlich nicht die klassische Outdoorküche. Aber wir essen eigentlich immer gut, selbst wenn wir nur mit Kartuschenbrennern unterwegs sind.

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Auf Abwegen

Über die Kjölur-Hauptroute, die mit einem normalen PKW befahrbar ist, sind wir auf dem Weg ins Hochland. Für mehr Spannung halten wir uns bei Kerlingafjöll östlich der Hauptroute und wählen einen der nicht nummerierten Trails in den Süden. Strecken wie diese werden vom Straßenbau kaum gepflegt und versprechen Abenteuer. Endlich darf der Steyr zeigen, was er kann.

Holzstangen weisen die Richtung. Das, was da durch das Hochland führt, hat den Namen "Weg" kaum verdient. Zumindest in diesem Jahr war hier noch kein anderes Auto unterwegs. Wir sehen Hufspuren aber keine frischen Reifenabdrücke. Hier sind wir allein in der Wildnis unterwegs. Der Trail wird von einigen anderen gekreuzt, Straßenschilder sind selten. Um der geplanten Route zu folgen, sind bei uns mehrere Navigationsmedien im Einsatz. Neben einer groben Straßenkarte und einem Atlas im Maßstab 1:200.000 nutzen wir auch elektronische Navis: ein Tablet mit Navigationssoftware und OpenStreetMap-Karten, ein Garmin Edge und mein altgedientes Handy-Navi.

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Eingang zur Unterwelt

Schwefelgeruch steigt in die Nase, Schlammlöcher brodeln, der Boden kocht. Fauchend spucken Solfatare übel riechende Gase aus. Nebelschwaden ziehen vorüber. Ist dies der Eingang zur Unterwelt, wie ihn die berühmte altnordische Heldenliedsammlung Edda beschreibt?

Bei strahlendem Sonnenschein bleibt die Mystik zwar auf der Strecke, Islands Geothermalgebiete sind dennoch faszinierend. Wir besuchen erneut die an der Kjölur-Route gelegenen Geothermalgebiete Hveravellir und Kerlingafjöll.

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Wo ist eigentlich die Straße hin?

Nicht dass wir eine Straße bräuchten, aber Island ist nicht der wilde Westen. Die Behörden sehen es lieber, wenn man auf dem Weg bleibt. Am Polarkreis ist die Natur fragil, denn die Pflanzen wachsen in der kurzen Saison nur sehr langsam. Flurschäden durch Allradfahrzeuge, die offroad durch wiederergrünte Lavafelder pflügen, werfen die Natur um Jahrzehnte zurück. Die Strafen für Zuwiderhandlungen sind hoch und das unserer Meinung nach zu Recht.

Bei Akureyri warten wir darauf, daß die Pisten ins zentrale Hochland geöffnet werden. Doch die Internetstraßenkarte Vegagerdin der isländischen Verkehrsbehörde zeigt seit Wochen kaum Veränderung. Der Winter war hart und lang, es liegt noch ungewöhnlich viel Schnee. Die Tagestemperaturen erreichen erstmals 20°C und die Schneeschmelze ist in vollem Gange. Der Boden ist mit Wasser vollgesogen und würde unter dem Gewicht der Fahrzeuge Schaden nehmen. Dies ist der Hauptgrund für die anhaltende Sperrung der Hochland-Pisten.

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Ein Steyr kommt auch bei Isländern gut an

Hinter den Hügeln von Blönduós suchen wir einen Stellplatz. An den letzten Höfen führt eine Traktorspur vorbei. Viehgatter sind vor uns zu öffnen und hinter uns wieder zu schließen. Bald ist da nur noch weite Steppe. Am Horizont tummelt sich eine Herde Islandpferde.

Wir nähern uns langsam, halten an, steigen aus. Je näher wir kommen, umso neugieriger werden sie. Die Kontaktaufnahme ist behutsam. Isländer sind vorsichtig aber nicht ängstlich. Die wunderschönen Pferde leben hier halbwild. Die riesigen landwirtschaftlich nicht nutzbaren Flächen sind ihr freier Lebensraum. Zäune scheinen eher Straßen und Orte auszugrenzen als den Lebensraum der Pferde einzuengen. Wie sehr diese stolzen und edlen Tiere das halbwilde Leben genießen, sieht man ihnen an. Ihr Herdenverhalten ist natürlich, ihr kraftvoller Lauf strahlt ungebändigte Lebensfreude aus.

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Impassable - Unpassierbar!

Wir wollen von Snaefellsnes nach Nordisland. Auf der Karte finden wir eine Abkürzung über den Höhenrücken, der die Westfjorde mit dem Hauptteil Islands verbindet. Die F586 führt durch das Haukadalur und erspart uns viele Kilometer langweilige Teerstraßen. Als dreistellige F-Piste ist sie aber nur mit 4x4 Fahrzeugen zu bewältigen und manchmal nicht mal das. An einer Kreuzung geht die gemäßigte 586 in die F586 über. Ein Schild sagt "Impassable", zu deutsch "Unpassierbar". Doch die Piste ist nicht geschlossen und die Ausrichtung des Schildes unklar. Wir wollen es wissen und vertrauen auf unseren geländegängigen LKW. Sollte sich die Piste z.B aufgrund eines Erdrutsches oder Schneefeldes als unpassierbar erweisen, dann drehen wir eben um.

Die F586 ist schwer zu fahren. Sie ist sehr kurvig und hat einige steile Anstiege. Der Regen der letzten Tage hat erdige Abschnitte in schlammige Passagen verwandelt, etliche Stellen sind tief ausgeschwemmt. Außerdem gibt es eine gute Handvoll Fuhrten zu durchfahren, wobei Schneeschmelze und Regen immer für unvorhersehbare Wassermengen sorgen können. Die Strecke entpuppt sich als landschaftlich reizvoll. Dank des kurzen Radstandes bewältigen wir enge Kehren ohne Flurschäden und auch die Reifenflanken bleiben von den spitzen Felsbrocken am Pistenrand unbeschädigt. Kurz vor dem Pass begnetet uns ein Endurofahrer aus den USA. Wir tauschen uns über die Wasserstände der tiefsten Flussdurchfahrten aus. Etwa knietief ist die jeweils erteilte Auskunft und jeder beschließt seinen Weg fortzusetzen. Die folgende Abfahrt entlang einer wasserführenden Schlucht hat es in sich. Das Schmelzwasser hat Teile der Piste weggerissen und unser Steyr muss sich ganz schön schlank machen.

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Die Snaefell-Halbinsel

Mit der Halbinsel Snaefellsness haben wir noch eine Rechnung offen. Es muss dort mehr geben als jenes braun geflieste Hotelzimmer nach einem Regentag, unsere einzige Erinnerung an diesen Landstrich aus 2009. Und tatsächlich, nach einer Nacht auf einem verschneiten Pass sehen wir vor uns die schneebedeckten Gipfel der Halbinsel unter einem vielversprechenden wolkenlosem Blau. Für die nächsten Tage folgen wir der Küstenlinie.

Zwei Nächte bleiben wir im Lavafeld Berserkerhraun. Der Sage nach hieben zwei bärenstarke Männer einen Weg durchs Gestein, damit einer die schöne Tochter des Landbesitzers freien konnte. Doch Undank war der guten Tat Lohn, denn der Vater ließ beide Männer erschlagen. Archäologen fanden als Beleg hier zwei Hügelgräber mit männlichen Skeletten. Die brütenden Nachbarn am Bach machen drei Kreuze, als wir am dritten Tag den Feldweg räumen.

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Latrabjarg - Abendromantik im Nordpolarmeer

Weit abgelegen in den Westfjorden liegt Latrabjarg, ein Fixpunkt unserer Reise. Jenen bemerkenswerten Vogelfelsen besuchten wir erstmals 2009, damals unter ganz besonderen Bedingungen.

Nach einer langen und monotonen Fahrt über schlechte Straßen entlang der Fjorde erreichten wir sehr spät und müde einen einfachen Parkplatz an einem langweiligen Berghang. Nur wenige Schritte vom Parkplatz entfernt ist jedoch die Abbruchkante der Steilklippe und dort stockte uns der Atem. Die ganze Kante entlang saßen, standen und trippelten hunderte Papageitaucher, nur eine Armlänge entfernt! Nirgendwo sonst auf Island sind diese Vögel so zutraulich wie hier. Im Licht der Mitternachtssonne glühte die Klippe in rotgoldenem Schein. Die Atmosphäre prägte sich tief in unser Gedächtnis ein. Prägend war auch, dass der einzige Kameraakku just in dem Moment versagte, als wir aus dem Auto stiegen, so daß es davon keine Fotos gibt.

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Abenteuerwanderung am Glymur

Der Hvalfjörður ist einer der lieblichsten Fjorde Islands. Am Ende des Fjords lockt die spektakuläre Wanderung entlang einer Schlucht zum Glymur, mit knapp 200 Metern Höhe Islands höchster* Wasserfall. Laut Reiseführer gibt es mehrere Wege, die zu unterschiedlichen Aussichtspunkten führen. Was die Reiseführer eher verschweigen, ist, dass hier ein abenteuerlicher Rundwanderweg versteckt liegt, der zu den schönsten Wanderungen gehört, die wir je gemacht haben.

Bei bestem Wetter wählen wir die rechte Seite des Flusses für den Aufstieg und müssen dafür die Botsná durchqueren, was zur Hälfte auf einem Baumstamm möglich ist. Die andere Hälfte ... nun, wo ein Wille ist... Der Aufstieg ist anspruchsvoll aber lohnenswert. Steile Klettersteige mit Seil lösen sich mit etlichen Bachläufen ab, die zu überquerend sind. Haarscharf am Abgrund entlang führt der Pfad und bietet spektakuläre Einblicke in die atemberaubende Schlucht. Möwen nisten an den Steilwänden und ziehen ihre Kreise über dem Wassernebel, der in allen Regenbogenfarben leuchtet.

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Licht und Schatten in Thórsmörk

Das Tal Thórsmörk ist bei Isländern ein beliebtes Ausflugsziel, sowohl für 4x4-Fans als auch für Schüler und Studenten zu Beginn der Sommerferien. Die isländische Version von Springbreak also. Bevor die Sommerferien anbrechen, wollen wir noch ein ungestörtes Wochenende in Thórsmörk verbringen.

Auf der steinigen und fuhrtenreichen Piste jagen isländische Superjeeps auf fast gänzlich platten Reifen an uns vorbei. Wir sind deutlich langsamer unterwegs. Jedes unserer Räder trägt allein soviel Last wie ein Superjeep wiegt. Selbst durch starkes Luftablassen könnten wir den Komfort von Ballonreifen nicht erreichen, da unsere Reifen ein Vielfaches stabiler sind. Wir würden höchstens die Reifenflanken gefährden, ein Risiko, das man eigentlich nur in weichem Sand eingeht.

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Wild Life am Jökulsárlón

Wilde Rentiere säumen den Weg entlang der Nationalstraße 1, der Winter drängte sie ins Tal. Wir fahren zum Jökulsárlón, dem See der Eisberge. Der liegt zu Füßen von Islands größtem Gletscher, dem Vatnajökull. Vom Gletschersee bis zum Meer verläuft Islands kürzester Fluss. Nur wenige hundert Meter lang ist diese Eisbergautobahn, auf der die Abbrüche des Gletschers in den Nordatlantik hinaus treiben. 2.000 Jahre soll es dauern, bis das auf dem Gipfel als Schnee gefallene Wasser seinen Weg zurück ins Meer findet.

Wir halten etwas abeits auf dem meerseitigen Parkplatz. Eine Handvoll Seehunde spielt im Fluss und am Mündungsdelta in der Brandung. Gerade wechselt sich Ebbe mit Flut ab. Große Eisbrocken haben sich im Flussbett verhakt. Mit ansteigender Flut drücken immer größere Meerwassermassen in den Fluss und nehmen die Nachzügler unter den Eisbergen wieder mit zum See zurück. Die Strömung wächst gewaltig an, der Tidenhub beträgt gute anderthalb Meter.

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Ankunft in Island und eine Panne

Von den Färöern bis Island ist es nur noch ein Katzensprung von knapp 15 Stunden. Dennoch kann die Zeit lang werden, wenn man - wie ich - aus Sorge vor der Zollkontrolle versucht, schnell noch all die mitgeführten aber leider mit einem Einfuhrverbot belegten Lebensmittel aufzuessen und sich auf dem rollenden und stampfenden Schiff den Magen strapaziert... Der nächste Morgen: Land ist in Sicht und der Himmel knallblau. Ich flitze an Deck und knipse mit der Handykamera genau ein Foto - dann gibt der Akku auf. So bleibt mehr Zeit zum Staunen. Islands Küste wie ich sie noch nie sah: mit Schnee bedeckte schwarze Berge. Schnee, jede Menge Schnee ... viel zu viel Schnee! Majestätisch gleitet die Norröna in den Fjord. Es fühlt sich an, als würden wir mit einem Schiff durch die Alpen fahren. Nach vier Jahren sind wir wieder da und haben das Gefühl, nach Hause zu kommen.

Es dauert, bis das Autodeck frei wird. Und als wir endlich von Bord dürfen, beginnt das große Abenteuer. Bei strahlendem Sonnenschein tuckert Oschi den Pass hinauf nach Egilstaðir. Links und rechts verbergen sich unter sanft geschwungenen, blendend weißen Schneemassen schroffe Hänge. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Gut, dass so ein Laster die Berge nicht gerade hinauf fliegt.

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Von den Färöern zum Polarkreis

Vom Ankommen...

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