Reiseinformationen Island

Stand: August 2014

Einreise und Aufenthaltsdauer

Offiziell beträgt die maximale Aufenthaltsdauer für Touristen aus der EU 3 Monate pro Jahr. Ein Visum ist für EU-Bürger weder erforderlich noch erhältlich. Ein Ausreise nach bspw. Grönland unterbricht die Aufenthaltsdauer übrigens nicht, da Grönland wie Skandinavien zum Erfassungsgebiet gehört. Ein längerer Arbeitsaufenthalt ist möglich und mit einer Anmeldung beim Immigration Office verbunden. Dort wird dem Immigrant dann eine Kennitala, eine Art Sozialversicherungsnummer, zugeteilt.

Wer als Tourist länger als drei Monate in Island bleiben will, begibt sich in eine Grauzone. Da wir viereinhalb Monate bleiben wollten, nahmen wir im Vorfeld Kontakt zum Immigration Office auf und erhielten von dort ein OK. Bei der Einreise gaben wir unsere Aufenthaltsdauer wahrheitsgemäß an und wurden dazu nicht näher befragt. Auch bei der Ausreise wurde die Aufenthaltsdauer nicht kommentiert. Für den Fall der Fälle hätten wir sowohl eine eigens für den Auslandsaufenthalt abgeschlossene Krankenversicherung als auch eine der Aufenthaltsdauer angemessene Finanzlage nachweisen können.

Linksammlung zu Informationsquellen im Netz

Visit Iceland

(mehrsprachig)

Offizielle Seite der Tourismusbehörde: Einreise, Aktivitäten, Ausflüge, Adressen, Verhaltensregeln, usw.


Für Langzeiturlauber stellt sich die Frage nach der längsten erlaubten Aufenthaltsdauer bzw. Visumpflicht. Hier gibt es Antworten über den Standardfall von drei Monaten hinaus.


Smyril Line

(mehrsprachig)

Ganzjährige Fährverbindung von Nord-Dänemark über die Färöer nach Ost-Island (und zurück), auch für große LKW. Reisedauer: je Strecke vier Tage. Saisonal stark schwankende Preise (wir zahlten für Oschi ca. 2 TEUR in der billigsten Vor- und Nachsaison, nur wenige Wochen später hin bzw. früher zurück wären es schon 3.5 TEUR gewesen), mind. ein halbes Jahr im voraus buchen! 14 Tage Zwischenstop auf den Färöern war kostenneutral trotz Saisonwechsel.


Die (mehrsprachige) Webseite des Flughafen Kevlavik erläutert, was man mitbringen darf.


Vegagerdin

(isl./engl.)

Die Webseite der isländischen Straßenwacht informiert über Straßenzustände und -sperrungen und Land- und See-Wetter


Icelandic Met Office

(isl./engl.)

Der Meteorologische Dienst ist nicht schuld am Wetter, aber für den Bericht zuständig. Außerdem informiert er über Erdbeben, seismische Aktivitäten, Vulkanausbrüche, Lawinengefahr. Im Winterhalbjahr gibt es eine Nordlicht-Vorhersage!


Safetravel

(isl./engl.)

Nach Island fährt niemand für einen Hotelurlaub. Für den Outdoorurlauber gibt es deshalb diese offizielle Seite  mit einigen Tipps für sicheren Individualtourismus. Die Seite ist mit der Bergwacht assoziiert und deren junge Leute sind echt gut drauf!


Vatnavinir

(engl.)

Infoseite zu heißen Quellen. Einige, aber nicht alle Plätze werden verraten, um den Besucher zum Entdecken zu motivieren.


"Das Forum für deutschsprachige Island-Freunde und Auswanderer"


Iceland Review

(dt./engl.)

Mehr Blog als Onlinezeitung, dafür viele News rund um Island, gelegentlich sehr kritisch gegenüber (Allrad-)Touristen


Reiseführer

(Link zu Amazon)

Unser treuer Begleiter seit 5 Jahren: Die dicke Schwarte "Island, Färöer-Inseln" von Barbara und Jörg-Thomas Titz, erschienen im Verlag Reise Know-How (jüngste Ausgabe: 2014).


Island-Rundreise-Vorschläge (14 Tage, ca. 3.000 km)

Südwesten und Westfjorde

Keflavik - Reykjavik - Mosfellsbær - Selfoss - Fluðir - Hella - Olafsvik - Laugarbakki - Djupavik - Isafjörður - Patreksfjörður - Buðardalur - Borgarnes - Keflavik

Ostfjorde, Hochland und Westmänner-Inseln

Keflavik - Kirkjubæjarklaustur - Höfn - Breiðalsvik - Egilstaðir - Myvatn - Laugar - Varmahlið - Kerlingarfjöll - Laugarvatn - Heimaey - Keflavik

Was uns aufgefallen ist

Geld

In Island wird immer alles mit der Kreditkarte bezahlt, das ist am einfachsten. Im Sommer 2014 entsprechen 151 ISK etwa 1 EUR.

Die Lebenshaltungskosten sind etwas über skandinavischem Niveau. Lamm ist günstiger, Obst und Gemüse teurer, Fleisch und Fisch insgesamt fair bepreist. Fast alles muss importiert werden. 

Auf Importgüter fallen oft hohe Einfuhrzölle an. Tax-Free lohnt sich nur bei isländischen Produkten und auch hier drohen Fallen (je nach Tax-free-Prozedur muss der Käufer mit der Ware binnen 21 bzw. 30 Tagen das Land verlassen).

Einkaufen

Die großen Supermarktketten, absteigend nach Größe und Preis sortiert: Kronan, Netto, Bonus. In kleineren Orten dominiert Samskaup, diese kleinen Tante-Emma-Läden sind aber am teuersten.

 "Normale" und stärkere Alkoholika verkaufen nur die Vinbudin (sehr teuer, restriktive Öffnungszeiten). Die Supermärkte führen wenn überhaupt, dann nur Leichtbier. Die meisten Leichtbiere sind hell, nur Gull ist ein dunkles Bier.

Tanken

Automaten-Tankstellen gibt es in bewohnten Gebieten überall (N1, Olis, Orkan, Shell). Nur im absoluten Ausnahmefall kann bar gezahlt werden. Diesel ist hier knapp 30 Cent pro Liter teurer als in Deutschland, dafür schwankt der Preis praktisch nicht. Für Shell und Orkan gibt es eine Rabattkarte (2,5 %). Im Hochland gibt es keine Tankstellen, also vor der Hochlandpiste auf ausreichend Reserve achten. Auf anspruchsvollen Pisten muss man mit dem doppelten bis dreifachen Verbrauch rechnen! 

Fast jede Tankstelle hat eine Gratis-Autowaschstation, an der es auch kostenlos Trinkwasser gibt.

Gas

Autogas (LPG) kann man in Island nicht tanken, Gasflaschen gibt es jedoch an allen Tankstellen (alle Größen). Die isländischen Gasflaschen kann man mit einem dt. Schraubanschluß nutzen (zus. Dichtungsring erforderlich!!!) bzw. mit dem dänischen Aufsteckanschluß (Weber-Grill-Anschluß). Eine 11 Kg-Gasflasche kostet ca. 2 mal soviel wie in Deutschland. Deutsche Flaschen können zwar nicht als Pfandflasche eingelöst, aber an der N1 in Egilstadir immerhin bis zur Abreise in Aufbewahrung gegeben werden.

Camping

Um den Kuchen von einer Million Touristen streiten nur 300.000 Einwohner, entsprechend finden sich überall Unterkünfte und Zeltplätze.

Die Zeltplätze nehmen im Sommer 2014 pro Person um die 1.200 ISK (knapp 8 EUR). Das Auto ist inkl., Strom kostet extra. Waschmaschinen  und Trockner kosten durchschnittlich je 500 ISK (ca. 3,30 EUR).

Man kann und darf - unter Berücksichtigung von Privatgrund und Naturschutz - frei zelten. Dieses Recht lässt sich aber nur eingeschränkt auf das wilde Campen mit einem Wohnmobil übertragen. Je weniger man auffällt, umso besser.

Auto

Einfache Mietwagen gibt es von 30 bis über 300 EUR pro Tag, hier lohnt sich eine intensive Recherche. Versicherungsschutz gibt es trotz gut klingender (kostenpflichtiger) Zusatzpakete auf F-Pisten nicht. Stattdessen drohen Strafzahlungen! Eine schriftliche Genehmigung des Verleihers ist ratsam!

Tempoverstöße werden wie generell in Skandinavien heftig bestraft.

Schwere LKW dürfen auf den Landstraßen 80 km/h fahren.

Tunnel und Brücken sind auch für große LKW problemlos.

Strecken in Naturschutzgebieten und im Hochland werden äußerst akribisch und intolerant (ü)be(r)wacht, hier kann man trotz bester Absichten schnell etwas falsch machen. Und das kann teuer werden. Besser direkt bei der patroullierenden Parkaufsicht nach den DOs and DONTs fragen.

Müll

In dünn besiedelten Gegenden gibt es an den Hauptstraßen Müllsammelstellen. Dort stehen große, öffentlich zugängliche Container. Im Hochland gibt es keine Mülleimer, bitte den Müll wieder mitnehmen und in den Sammelcontainern einwerfen. Das gilt auch für Biomüll, denn es gibt kaum Bodenorganismen in den Lavawüsten, Biomüll hält sich dort ewig.

Internet

Die großen Mobilfunk-Anbieter sind Siminn und Vodafone. Es gibt USB-Sticks und Prepaid-SIM-Karten, die online aufgefüllt werden können (z.B. 5 GB / Monat für ca. 14 EUR). Rund um die Insel gibt es 3G und sonst 2G, im Landesinneren H oder Edge. Mit Funklöchern ist zu rechnen.

Offroad-Fahren

Fakt ist: Offroadfahren ist in Island verboten. Ganz allgemein ist hier alles Offroad was nicht "on the road" ist, wobei zu den "roads" eben auch die Wüstenpisten zählen. Offroad-Enthusiasten sind also nicht per Definition abseits unterwegs. Alle Pisten sind mehr oder weniger gut markiert. Fahrspuren ohne Markierung sind jedoch nicht automatisch eine Piste. Wer guten Glaubens irgendwelchen Fahrspuren in unmarkiertem Gelände folgt, darf sich auf drakonische Strafen einstellen.

In Island geht es beim Offroad-Fahren um die (nummernlosen) Hochlandpisten, für deren Befahren man ein geländegängiges Fahrzeug braucht. Eine solche Piste ist nicht mit einem deutschen Feldweg vergleichbar, Schlaglöcher hin, Schlaglöcher her. Sie ist ein reifenmordender, ambitionierter Kletterpfad durch eine vulkanisch geprägte Landschaft, mit tiefen Rissen und Löchern auf dem Weg, Flussdurchfahrten und angsteinflößenden Schräglagen. Man versteht die Pisten als Herausforderung, die man mit einem entsprechenden Fahrzeug meistern kann. 

In der Regel sind Fahrspuren zu erkennen, auf Gestein aber nicht immer. Der schmale Grad zwischen legal und illegal besteht nun darin, sich an den Markierungen enlangzuhangeln, ohne die Fahrspur zu verlassen, selbst wenn diese nicht erkennbar ist. Zweifelsfälle gibt es immer wieder, und regelmäßig heißt es bei Parkrangern und Polizei dann "im Zweifel GEGEN den Angeklagten".

Der Klassiker ist Gegenverkehr auf einspurigen Pisten. Wer dabei erwischt wird, wie er abseits markierter Ausweichbuchten ins Gelände ausweicht, hat verloren. Zurückfahren - auch über viele Kilometer - wäre die offiziell richtige Verhaltensweise. Auch Pausenorte für Fotos, menschliche Bedürfnisse oder Übernachtungen dürfen nicht neben der Fahrspur gewählt werden.