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Motor-Luftansaugung

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Luftfiltergehäuse

Ein Bauteil, das beim 12M18 bekannterweise dem Rostfraß zum Opfer fällt, ist das Luftfiltergehäuse. Das zylinderförmige Luftfiltergehäuse liegt, von einer großen Gelenkbolzenschelle gehalten, in einer stählernen Halbschale auf dem Aggregateträger. Unglücklicherweise ist die Halbschale mit einer Rinne versehen, durch die Wasser besonders leicht in die Schale laufen kann - aber nicht wieder hinaus. Damit liegt das Luftfiltergehäuse permanent in einer Pfütze, wo sich der Gammel wohl fühlt. Diese Fehlkonstruktion führt dazu, dass die Luftfiltertonne bei vielen Steyrn an der Unterseite durchrostet. Da für ein neues Gehäuse ca. 600 Euro bei MAN zu bezahlen sind, ließen wir die alte Tonne sandstrahlen und mit einem neuen Blech großflächig dicht verschweißen. Allerdings ist Schweißen aufgrund der geringen Materialstärke hier nicht ganz einfach. Danach lackierten wir sie neu.

Für die Montage des Luftfilters auf dem Dachträger wurde die Halbschale wiederverwendet, da sie grundsätzlich eine gute Befestigungsvorrichtung für das LuFi-Gehäuse ist. Die Halbschale wurden von der Konsole getrennt, mit Ablaufbohrungen versehen, sandgestrahlt und feuerverzinkt sowie mit Befestigungslöchern ausgestattet.

Die Luftfiltertonne besitzt einen Zugang und einen Abgang, die beide in die gleiche Richtung zeigen. Der Durchmesser beträgt jeweils 100 mm. Für den Einsatz auf dem Dach muss der Abgang um 180° verdreht werden, damit der Zugang nach oben und der Abgang nach unten zeigt. Beim Abtrennen des Abgangs sind sowohl das Innenleben (Befestigungsgestänge des Luftfiltereinsatzes) als auch das Hohlgewinde des Verschmutzungssensors zu beachten. Wir trennten das Gestänge mit durch und ließen es separat wieder anschweißen. Die Verkürzung des Gestänges durch den Schnittverlust ist unproblematisch. Zum Schutz vor der Witterung benötigt der Zugang eine sog. Regenkappe für Baufahrzeuge (z.B. aus Plastik von der Fa. Mahle). Nach langer Suche fanden wir eine Kappe aus Stahlblech (Fa. JFW), zwar teuer, aber wesentlich überzeugender für die exponierte Position als die Kunststoffteile.

Ansaugschlauch Turbo

Ein robuster Saugschlauch (Innendurchmesser 100 Millimeter, Länge 1 Meter) verbindet den Abgang des Luftfiltergehäuses mit dem Ansaugstutzen des Turboladers. Dieser Schlauch ist nach mehreren Jahrzehnten Witterungseinflüssen, Staub, Dreck, Motorvibrationen, Verwindung des Fahrgestells und Scheuerwirkung an der Pritsche austauschreif. Ein Original-Ersatzteil ist teuer (ca. 500 Euro). Unter www.schlauch-profi.de findet der Suchende Schlauchstücke in der gewünschten Robustheit: witterungs-, uv-, öl- und ozon-resistent, abriebfest, u.v.m. Zu beachten ist, dass ein Saugschlauch mit all diesen Eigenschaften in der benötigten Größe und 8 Millimeter Wandstärke von Hand praktisch nicht mehr gebogen geschweige denn mit normalen Schlauchschellen geklemmt werden kann.

Umbau des Ansaugweges

Die Veränderung des Ansaugweges resultiert aus dem Entfall der Trägerkonsole für den Luftfilter. An diese Stelle rückt ein Abwassertank. Mit der Veränderung erhöhen wir auch Tiefe, bis zu der sich der Steyr noch fahrbar im Wasser versenken lässt. Beschränkt wird die Wattiefe jetzt nicht nur durch die Kabine sondern durch das Lüfterrad des Motors, welches durch Wasserschlag beschädigt werden könnte sowie den Motor selbst, der laut Bedienungsanleitung nicht im betriebswarmen Zustand mit kaltem Wasser in Berührung kommen darf. Da die Ölwanne bereits tiefer liegt als der Luftfilter im Original, bedeutet die Erhöhung der Wattiefe nur die Schaffung einer Notfall-Option.

Als erster Bauabschnitt wurde ein Edelstahl-Rohrknie für den Kotflügel gefertigt, um nicht den maroden Original-Ansaugschlauch in einem so engen Radius mit so vielen Scheuerkanten zu verlegen, wie nötig gewesen wäre. Das Rohrknie hält an vorhandenen Bohrungen im Kotflügelträger. Der Ausschnitt im Kotflügel ist etwa 20 Millimeter größer als der Durchmesser des Rohrknies, um dieses einfädeln zu können. Motorseitig verläuft der Ansaugweg nach dem Rohrknie über einen robusten Saugschlauch weiter bis zum begradigten Ansaugstutzen des Turboladers. Der originale Knick im Ansaugstutzen ist für die Verlegung des Ansaugweges durch den Kotflügel hinderlich.

Vom Fahrerhausdach zum Kotflügel verläuft ein 150 Zentimeter langes Aluminiumrohr (Außendurchmesser 100 Millimeter, Wandstärke 2 Millimeter). Dem Vorteil des geringeren Gewichtes der Materialwahl Aluminium steht der Nachteil des um ca. 2 Millimeter geringeren Außendurchmessers im Vergleich zu einem (Edel-)Stahlrohr gegenüber (Außendurchmesser 101,6 Millimeter!). Da sich dadurch Nachteile bei der Abdichtung ergeben, muss an den Enden der Rohrstücke eine Kante gebördelt werden (Kunststoffhammer und Amboss).

Kotflügel und Rückwand des Fahrerhauses liegen nicht in einer Flucht. Um das Rohr näher an die Rückwand des Fahrerhauses anzulegen, ist es in zwei Teile (100 Zentimeter und 50 Zentimeter) zerschnitten, die mit drei Doppel-Wulstverbinder mit dem Luftfilter und dem Rohrknie verbunden sind. Das Hauptrohr hält an der Rückwand über zwei eigens angefertigte V2A-Rohrhalter und große V2A-Schlauchschellen. Jeder Rohrhalter ist mit vier Schrauben und Nietmuttern aus Edelstahl in der Rückwand verschraubt und zusätzlich verklebt. Die Doppelwulstverbinder aus Silikon fanden wir im Tuning-Zubehör.

Der neue Ansaugweg ist durch V2A-Gelenkbolzenschellen und eine Kleberraupe an den obenliegenden Ränder zwischen Rohr und Verbindern abgedichtet.

Kippen des Fahrerhauses

Zum Kippen des Fahrerhauses muss der Ansaugweg unterbrochen werden. Dazu wird die unterste Gelenkbolzen-Schelle gelockert. Der Wulstverbinder rutscht leicht über das Rohrknie. Vor dem Kippen ist unbedingt größere Vorsicht geboten, um das Eindringen von Schmutz in den Ansaugweg zu vermeiden - der Luftfilter sitzt ja nun am Beginn des Ansaugweges! Bei uns liegt für das Rohrknie eine aufklemmbare Schutzfolie griffbereit.

Zum Kippen muss auch die Verkabelung des Verschmutzungssensors am Luftfilter getrennt werden. Den Sensor hätten wir gerne in das Edelstahlrohrknie eingearbeitet, aber wir fanden keinen passenden Ersatz für die Feingewinde-Hohlschraube aus Edelstahl. So ist das Kabel mit einem lösbaren wasserdichten Stecker ausgestattet.

Nachdem andere Steyrfahrer über einen Bruch der Führung berichteten, verstärkten wir unsere Führung mit Flachmaterial.

Tuningmaßnahmen am Ansaugweg

Die Luftversorgung des Motors wird gerne unter Tuningaspekten diskutiert. Obwohl der originale Kunststoff-Zyklon-Ansaugkasten großzügig dimensioniert ist, wird der Ansaugweg auf einen Querschnitt von 100 Millimeter verengt. Am Motor bildet der Ansaugstutzen des Turboladers mit einer Verengung auf 60 Millimeter den entscheidenden Engpass. Die Abggasanlage ist mit einem Querschnitt von 80 Millimeter schließlich das zweite Nadelöhr der Luftversorgung des Motors.

Unser Umbau setzt den Luftfilter an den Beginn der Luftansaugung und hält die dort vorgegebenen Querschnittsfläche von Beginn an (Regenkappe!) bis zum Ansaugstutzen des Turboladers konstant (Durchmesser 100 Millimeter). Die Länge des Ansaugweges ist im Vergleich zum Original unverändert geblieben. Damit erzielen wir zwar keine Verbesserung aber auch keine Verschlechterung gegenüber dem Original. Eine Optimierung des Luftansaugweges erfordert nicht nur einen möglichst geraden Ansaugweg und ein strömungsbegünstigtes Luftfiltergehäuse sondern auch einen vergrößerten Ansaugstutzen und eine vergrößerte Auspuffanlage ab Krümmer. Natürlich kann man beim Passfahren mit dem Laster nie genug Leistung haben, aber diese Maßnahmen erscheinen unverhältnismäßig zur Wahl des Basis-Fahrzeugs.

Ladeluftkühler (LLK)