Beachte unseren Haftungsausschluss!

Motor-Kühlsystem

Kühlwasserschläuche  |  Schlauchschellen  |  Kühlwasserrohre und Thermostatgehäuse  |  Wasserkühler  |  Ausgleichsbehälter

Kühlwasserschläuche

Schläuche können problemlos durch Meterware in Erstausrüsterqualität ersetzt werden, im Zweifelsfall ist der Durchmesser eine Nummer kleiner zu wählen. Ein zu großer Schlauchdurchmesser wird niemals dicht. Ölschläuche müssen aufgrund der Versprödung unbedingt aus ölresistentem Material bestehen. Auch die Schläuche der Luftversorgung müssen ölfest sein, da die Kurbelgehäuseentlüftung Öldämpfe zur Verbrennung in den Ansaugweg leitet. 

Sicherheitshalber tauschten wir sämtliche Schläuche gegen Meterware in Erstausrüsterqualität aus diversen Quellen. Einfache Schlauchstücke lieferte ein Fachhandel, biegbare Schläuche mit innenliegender Stahlspirale gegen Abknicken bezogen wir von einem Kühlerbauer, und nur das großformatige Reduzierstück an der Unterseite des Kühlers bezogen wir als Original-Ersatzteil. Beim Ersatz mit Meterware darf der Schlauch-Innendurchmesser niemals größer sein als der Schlauchstutzen. Der Durchmesser des Schlauchstutzens wird dabei nicht an der Bördelkante gemessen. Es ist unmöglich, einen zu großen Schlauch auf einem gegebenen Stutzen abzudichten. Bei unpassenden Durchmessern raten wir dazu, den Schlauch ein bis drei Millimeter schmaler zu wählen und unmittelbar vor der Montage im Wasserbad anzuwärmen, wodurch er weicher wird. Keinesfalls darf bei der Montage am Stutzen ein Gleitmittel verwendet werden!

Zu den Dimensionen der Kühlwasserschläuche hier eine Übersicht.

Schlauchschellen

Beim Schlauchwechsel gleich mit ersetzt wurden die angerosteten Schlauchschellen gegen Äquivalente aus Edelstahl. Die in der Schelle verwendeten Materialien werden über die Typbezeichnung W1 (verzinkt), W2 (Materialmix verzinkt/Edelstahl) und W4 (Edelstahl) gekennzeichnet. W4-Schlauchschellen bieten den höchsten Korrosionsschutz. Bei Schlauchschellen ist auf die Breite des Klemmbandes zu achten: je breiter, umso besser! Je schmaler das Band, umso höher die Flächenpressung, aber umso stärker schneidet die Schlauchschelle in den Schlauch ein. Durch einen starken Einschnitt kann die Materialoberfläche des geklemmten Schlauchs beschädigt werden.

Kühlwasserrohre und Themostatgehäuse

Beim Schlauchwechsel einfach abzubauen sind das fahrerseitig am Motor montierte Kühlwasserrohr, ein Verteilerstück und das Thermostatgehäuse. Wir ließen beide Teile von einem spezialisierten Strahlbetrieb reinigen. Die Rohrstücke sind komlexe Formteile, die sich nicht einfach durch Edelstahl-Rohrabschnitte ersetzen lassen. Deshalb ließen wir sie nach dem Strahlen mit einer Epoxyfarbe lackieren (was der späteren Trockeneis-/Sandstrahl-/Lackierorgie in einem anderen Betrieb wieder zum Opfer fiel). Das Thermostatgehäuse ist aus Messing und bedarf nach der Reinigung keiner weiteren Behandlung. Um das Thermostat-Bauteil beim Reinigungsstrahlen nicht zu beschädigen, wird es vorher ausgebaut!

Wasserkühler

Im Zuge der Sandstrahlarbeiten am Fahrgestell stellten wir fest, dass das Kühlernetz unheilbar von Altersschwäche befallen war. Die Altersschwäche erkennt man daran, dass die bröseligen Kühllamellen sich mit dem Finger einfach herausstreichen lassen. Beim Sandstrahlen wurde dann auch noch eine der feinen Kapillarleitungen im Kühler verletzt, so dass wir den Kühler definitiv austauschen mussten. Die Firma Aigner, von der wir den Steyr gekauft hatten, zeigte sich kulant und schickte uns kostenfrei einen gebrauchten Tauschkühler (sowie einen Tauschtank, da sich der an der Unterseite geschweisste Zusatztank als undicht erwies). Den Rost vom Tauschkühler bürsteten wir vor dem Einbau mit der Drahtbürste weg, ölten das Gehäuse mehrfach mit Owatrol ein und lackierten es nach dem Aushärten des Öls mit Brantho Korrux 3in1.

Die Montage des Kühlers ist bis auf eine Kleinigkeit reine Fleißarbeit. Der Kühlergrill vom Fahrerhaus ist in jedem Fall zu entfernen. Hilfreich ist darüber hinaus, die Stoßstange zu demontieren. Weitere Arbeitsschritte sind: Kühlwasser ablassen, Luftleitblech demontieren, Schlauchverbindungen und fahrerseitige Schlauchhalter lösen, seitliche Befestigungsschrauben lösen (Achtung: unbedingt deren Position markieren!), Kühler nach unten mit Wagenheber / Stockwinde / Gabelstapler ablassen. Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Ausgleichsbehälter

Der Ausgleichsbehälter erhielt einen neuen Kühlerdeckel. Die Halterungen wurden gestrahlt und feuerverzinkt.