Bauphase II: Abschluss

Obwohl es lange nicht danach aussah, sind wir nun doch wieder reisebereit. Auch wenn es zuletzt wie gewohnt knapp wurde.

Vor vier Wochen...

...lösten sich zwei Wellendichtringe auf, einer am Verteilergetriebe und einer am Getriebe. Generell repariere ich alles selbst, aber an die Dichtringe habe ich mich nicht rangetraut, weil das eine sehr große Baustelle ist. Man muss praktisch den ganzen Antriebsstrang zerlegen, wofür zum einen großes Spezialwerkzeug für eine zentrale Mutter benötigt wird als auch das Know-How für die eventuelle Einstellung des Zahnflankenspiels im Getriebe. Das Risiko, mit Getriebeschaden in der Sahara liegen zu bleiben, war mir zu groß. Notgedrungen (auch weil uns die Zeit zur Suche nach Alternativen fehlte) wendete ich mich an die hochbezahlten Spezialisten von MAN. Oschi musste in die Werkstatt. Aus zwei Tagen Aufenthalt wurde dann eine Woche. Wenn man schon mal dabei ist, fallen auch noch andere Dinge ins Auge.

Vor drei Wochen...

...baute ich noch schnell die Parabelfedern der Vorderachse aus, um den Schiefstand des Fahrerhauses zu beseitigen. Weil irgendein Held beim Bundesheer die Federbolzen falsch herum eingebaut hatte und das Gewinde zum Ausziehen der Bolzen nicht dort war, wo es sein sollte, kostete der Ausbau dreimal so lange wie geplant. Nach dem Zerlegen und Auffrischen der Federpakete war sich der Federschmied jedoch sicher, dass diese nicht der Grund für den Schiefstand waren. Und so steht nach viel Plackerei und viel Geld das Fahrerhaus immer noch schief, dafür auf um 25 Millimeter aufgesprengten Federn.

Während der Federreparatur fiel ein weiterer Mangel ins Auge: An der Lenkung war ein weiterer Kugelkopf-Faltenbalg gerissen und musste erneuert werden. Das passende Teil fand sich nur im Internet und wurde zwei Tage vor Abreise geliefert.

Vor zwei Wochen...

...wurde die Trinkwasserversorgung noch geändert. Die Kanisterlösung unter der Küche war mir in der Handhabe zu umständlich. Zur Befüllung von außen musste innen der Zulauf umgesetzt werden, und zur Entnahme die Tauchpumpe. Dafür fehlte im Küchenblock einfach der Platz. Also ließen wir uns von Uwe Albrecht noch schnell einen dritten Kunststofftank schweißen und liefern. Die passenden Anschlüsse fanden wir just-in-time im Internet.

Vor einer Woche...

...gaben wir schweren Herzens unseren festen Wohnsitz auf. Mit der Wohnungs- und Werkstatteinrichtung lagerten wir unsere bürgerliche Existenz in einen Mietcontainer ein. Aus einem Tag Umzug wurden zwei, weil die in der Wohnung verbleibende Küche komplett ausgebaut werden musste, um an den Stecker des Kühlschranks zu kommen. In den letzten Tagen renovierten wir die Wohnung. Auch dabei jagt eine Panne die nächste und der Zeitpuffer schmolz wie Eis in der Wüstensonne.

Jetzt...

...ist aber Schluss mit Schrauben, Ende, Aus, Finito! Die zweite Testreise steht an.

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