Bauphase I: 2014/KW09

Oschi feiert Geburtstag! Der Steyr ist jetzt genau ein Jahr bei uns. Elf Monate davon schrauben wir an diesem Mittel zu unserem lang ersehnten Zweck. Ein Jahr Schrauberei war das Ziel. Wir werden es wohl knapp verfehlen. Das Fahrgestell ist saniert, die Rautenlagerung fertig und zum Teil verzinkt. Die Wände der Wohnkabine warten auf den Zusammenbau und unsere Butze platzt vor Wohnmobil-Inventar. Endspurt...

Zwischenrahmen/Lagerung

Während die Kleinteile der Lagerung bei einer anderen Verzinkerei problemlos verzinkt wurden - obwohl ebenfalls mit Owatrol in Berührung gekommen - kam der Rahmen unverzinkt in einem satten Rostbraun zurück. Grmpf. Der Rahmen wurde bereits erneut sandgestrahlt und zu einer anderen Verzinkerei gefahren. Die fertig verzinkten Kleinteile bearbeitete ich fast vier Tage lang nach: Grate, Pickel und andere Zinkreste wegschleifen, Bohrungen säubern, Gewinde nachschneiden.

Die Lagerung wollte ich unbedingt schon am Fahrzeugrahmen sehen:

Fahrgestell

Mit den mittleren Lagern wird innen jeweils ein Adapter-U-Profil verschraubt. Links war schon eines als Auspuffhalterung vorgesehen, rechts bearbeitete ich selber eines zur Aufnahme der drei Magnetventile, da die Originalbohrungen jetzt durch die Lagerplatten besetzt sind. Dabei kam mir auch eine Idee, warum hinten nicht mehr viel zu schalten war. Die Magnetventile haben alle nur eine Leitungsader, vermutlich Plus, und der Massekontakt fehlte wohl mangels Kontakt zum Chassis, weil die Baugruppe nur an einem Kabelbinder baumelte...

Das Ansaugrohr zwischen Luftfilter und Turbo verläuft jetzt ein Stück weiter unten. Ein zusätzliches Bohrloch im Halter macht's möglich. Das Ansaugrohr wird schon im Originalzustand von der Pritsche berührt, ähnlich machte es die Raute. Jetzt bleibt das Rohr unbehelligt.

Der Auspufftopf ist wieder dran, das Endrohr etwas gekürzt und in den freien Raum gedreht so gut es ging. Es ragt auch nicht mehr so weit in den Topf hinein.

Der Gaskasten hat etwas an Kontur gewonnen. Die beiden tragenden Konsolen sind eingemessen, gebohrt und schon teilweise mit Flachmaterial zu einem Hutprofil verschweißt. Wie üblich verwende ich zur Befestigung am Rahmen vorhandene Bohrlöcher. Die hintere Konsole hängt mit an der Befestigung des Verteilergetriebes. Als ich zwei der vier M16 Schrauben löste, tat sich überraschend ein Spalt zwischen Halterung und Rahmenlängsträger auf. Ich traute mich dann nicht, die Schrauben zu entfernen, pumpte dafür aber Owatrol in den Spalt 🙂.

Wohnkabine

Die Unterkonstruktion der Seitenwände ist fortgeschritten (das Wort 'fertig' vermeide ich zukünftig). Wir fügten für Fenster, Tür und Klappen sowie die Stöße der Außenverschalung Rahmenhölzer zur Befestigung in das Ständerwerk der Seitenwände ein - teils im Vertrauen darauf, dass uns die Ausschnittsmaße vorab richtig mitgeteilt wurden. Aus der Not zweier kapitaler Messfehler machten wir eine Tugend und die Unterkonstruktion einiges robuster als beabsichtigt.

Spannend am Ausklinken der schon montierten Unterkonstruktion ist, dass man auf der einen Seite nicht genau weiß, wo von der anderen Seite bereits eine Schraube gesetzt wurde. Die Handkreissäge quittiert die Treffer jedenfalls immer mit heftigem Funkenregen. Dann heißt es, die Wand aufstellen und die Schrauben suchen und herausdrehen. Dieses stark zufallsabhängige Verfahren ist der Tatsache geschuldet, dass das ständige Umschichten der immer schwerer werdenden Wände von Hand auf engem Raum kein Spaß mehr ist.

Wohntechnik/Elektrik

Bei meiner Lösung einer Akkuhalterung verzichte ich auf einen Spanngurt, um die obere Abdeckung als Montagefläche für die Elektrik-Bauteile zu nutzen. Der 21 Millimeter Deckel wird von zehn Stück M10 Schlossschrauben gehalten, die im unteren 63 Millimeter Multiplexteil eingesetzt sind. Die Gesamtkonstruktion wird an die Bodenplatte geschraubt. Sofern die Akkus auf Wellblechpisten nicht tanzen (und genau das gilt es zu verhindern), sollte meine Konstruktion halten.

Innenausbau

Da wir noch nie eine Wohnkabine ausgebaut haben, fehlen uns auf viele Detailfragen die Antworten. Auf der Suche nach einer Vorgehensweise, mit der ich ohne Detailplanung schnell vorankomme ohne mir gleichzeitig Möglichkeiten zu verbauen, kam ich auf diesen Plan:

Im Grundriss ist neben der Eingangstür (vorne rechts) ein Eckschrank für die zentrale Elektrik reserviert: Akkus, Ladegeräte, Wandler, Verteilerkasten, Anzeigen, etc. Auch der Kühlschrank kommt in den Schrank. Weiter ist im Bad (vorne links) ein Unterschrank für die zentrale Warmwasserversorgung reserviert: Heizung, (Ab-)Wasserpumpe, Ausgleichsgefäß, Heizkreisverteiler, Wärmetauscher, Boiler, usw. Viele zentrale Dinge wären damit vorne in der Kabine konzentriert. Für die Gewichtsverteilung ist das nicht nachteilig, denn hinten ziehen Heckträger und Ersatzrad am Hilfsrahmen und ich brauche vorne noch 150 bis 300 Kilogramm Gewicht, um den Rahmen auszutarieren.

Wir werden wohl zuerst die FBH verlegen. Dann schauen wir, wo wir welche Installation (Wassertanks) unterbekommen und planen und bauen die Möbel danach. Ich plane nicht sehr viel voraus, weil bei der Umsetzung doch ständig neue Probleme auftauchen (Erfahrungsmangel halt).

Ungelöst bleibt die Unterbringung eines großen Gastanks. Da ich außen bislang keinen Platz fand, bleibt eigentlich nur der Einbau in die Kabine. Hier entweder im Stauraum oder im längeren Schenkel der L-förmigen Sitzgruppe. Am Inneneinbau stört mich jedoch, dass ich für die Zwangsentlüftung ein großes Loch in der Bodenplatte vorsehen muss und mir damit eine Wärmebrücke in die Kabine hole (gasdichter/isolierter Kasten hin oder her). Andererseits stellt jede Zwangsentlüftung (Toilette, Abgas-/Ansaugrohr für Heizung, Kamin für Backofen, ...) eine solche Problemzone dar. Aufgrund dieser ungelösten Fragen baut der Meister den Gasflaschenkasten am Fahrgestell.

Nebensächliches

Ich schaffte es tatsächlich, mir an der drei Meter hohen Hallendecke den Kopf anzuhauen...

Düsseldorf - Helau!

PS: Murphy ist ein A...loch! Neulich abends den Wetterbericht geprüft: es ist trocken und es bleibt für die nächsten Tage trocken. Also den streng gehüteten Rest an Owatrol/FluidFilm auf das Fahrgestell gesprüht. Am nächsten Morgen sind die Straßen nass. Wegen nächtlichen Regens (rettet den Genitiv!). Hmpf, ich habe ein Déjà-vu, genau so lief es im vergangenen Herbst auch...

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