Bauphase I: 2014/KW05

Wohntechnik/Elektrik

Das Elektrik-Experiment wurde letzte Woche fortgesetzt. Wir versuchten, aus Kupfer-Rohmaterial kostengünstig eigene Stromsammelschienen zu basteln. Der Geist war willig, doch das Werkzeug zu schwach. Wenn man die Kosten abgebrochener Bohrer und Gewindeschneider einbezieht, war das mal wieder einer der teuersten Versuche etwas möglichst günstig zu erreichen.

Als Backup griff ich auf Verteiler aus dem CarHifi-Bereich zurück und verkabelte die Akkus etwas unorthodox aber immerhin parallel. Ich setzte den Shunt ein und konnte damit erstmals den Batteriecomputer aktivieren. Während meine Bedienungsanleitungen gegenüber aufgeschlossenere Hälfte vorlas, schwelgte ich bewegt in der blauen Hintergrundbeleuchtung.

Dann jedoch kam es zu meinem persönlichen "Lightgate", ein Skandal von dem die Öffentlichkeit niemals erfahren darf. Natürlich war nach offizieller Sprachregelung ich es, der die LED-Lichtleiste richtig herum verkabelte. Niemals wird durchsickern, dass ich nach der ganzen Strippenzieherei am Ende Plus und Minus missachtete und die Lampe deshalb nicht leuchtete (LeuchtDIODE!) und meine schlauere Hälfte salopp (Mi möchte dazu anmerken, dass der Lösungsvorschlag nicht salopp daher gesagt, sondern auf einer wohl durchdachten Fehleranalyse begründet war) die Lösung vorschlug und ich sie natürlich in aller gebotenen Unsachlichkeit ablehnte und sie aber trotzdem der Gnade halber aus didaktischen Gründen ausprobierte und es dann völlig überraschend leuchtete und ... nein, die Wahrheit darf niemals ans Licht(!) kommen!

Fahrerhaus/Verkleidungen

Im Fahrerhaus wurde der Sitzbank der Deckel aufgesetzt (neue Multiplexplatte, Kaltschaummatratze, Kunstleder). Original ist der Deckel mit Senkkopfschrauben - von unten nach oben - am Scharnier befestigt. Die Holzschrauben waren teilweise ausgenudelt, also verschlimmbesserte ich die Befestigung mit Schlossschrauben - von oben nach unten - befestigt mit Muttern unter dem Scharnier. Leider stießen jetzt die Muttern beim Schließen des Deckels am Kistenrand an, so dass ich hier noch zum Winkelschleifer greifen musste. Die ausgeflexten Ecken waren dann ein willkommener Anlass, zur grünen Farbe zu greifen.

Ein Geduldsspiel der Extraklasse war es, den Dachhimmel zu beziehen, denn der ist in jeder Dimension krumm. Oschis Himmel ist vorne gekürzt worden, um ihn zur Fahrerhaustür rein/raus zu bekommen (ansonsten müsste definitiv die Frontscheibe raus). Die Lücke soll später eine Dachkonsole verdecken. Wir be-sprühklebten den Himmel mit Kunstleder und schraubten in den Ecken die Falten fest. Wenn man von der Mitte nach außen arbeitet, entstehen in der Fläche keine Wellen ... theoretisch ... bei uns praktisch natürlich schon, weil das krumme Teil ordentlich wabbelt. Auch ein Sattler müsste hier alle Register ziehen. Nach dem Einbau werden noch einige Dachanbauten wie Griffe und Lukenrahmen mithelfen, dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt.

Zwischenrahmen/Lagerung

Bei der Lagerung nahmen der Meister und ich die Oberteile der Längslagerwippen in Angriff. Ausgebrannt aus der Stahltafel waren die vier großen Blechteile schon. Der Meister heftete die Lagen aufeinander und schliff den so entstandenen Block in eine einheitliche Form. Dann bohrte er in den Block das große Loch für die einzuschweißende Lagerbuchse (48 Millimeter!) und fräste es auf 65 Millimeter mit einem eigens dafür gebauten Werkzeug auf. Das war die größte Hürde.

Als nächstes waren meine Befestigungswinkel auszurichten. Dafür trennte der Meister den einen Block in zwei Blöcke auf. Wie immer, wenn ich eine Reihe gleichartiger Bauteile einzeln anfertige, entsteht eine Serie Unikate. Die acht Befestigungswinkel hatte ich schon vor langem aus einem großen U-Profil gesägt und in 12,5 Millimeter gebohrt. Nun sollen die Winkel gegenüberliegend die Wippe gerade im Hilfsrahmen halten. Mit den Unikaten ein echtes Problem. Ein weiteres Problem, nämlich dass ich die Befestigungsschrauben in M14 anstatt in M12 besorgte, entpuppte sich jedoch als Teil der Lösung. Um die Wippe und die Befestigungswinkel zueinander kongruent und an der Oberseite plan zu bekommen, richtete ich sie auf dem Schweisstisch aus, bohrte die am besten passenden Stellen an, schraubte sie provisorisch zusammen, und ging dann mit einem 15 Millimeter Bohrer Loch für Loch über alles drüber. Das damit entstandene Spiel zur M14 Schraube reicht aus, um am Rahmen alles in eine Flucht zu bringen.

Zur Gewichtsersparnis legten wir je Blech zwei Ausschnitte fest. Diese Fenster (mit 25 Millimeter vorgebohrt, insgesamt bohrte ich mir stundenlang einen Wolf) schnitt ich teils mit der großen Flex aus, teils brannte der Meister sie mit dem Schweißbrenner aus. Aus 50 Millimeter Flachmaterial schnitt ich außerdem die Querstege, welche die Bleche auf Abstand bringen und die Wippe zu einem Hohlkörper aufbauen sollen. Fertig zusammengeschweißt schaut das Ergebnis so aus:

Der vordere Wippenkörper dürfte so nicht in den Hilfsrahmen passen, da das untere Ende mit der Kardanwelle kollidieren wird. Da werden wir die  Spitze kürzen und die Buchse wieder ein Stück freilegen müssen.

Zu den passenden unteren Gegenstücken der Lagerwippen sind auch schon Einzelteile vorbereitet:

Aufgrund meiner obligatorischen Teilnahme an der aktuellen Erkältungswelle musste ich zwei Tage opfern, um an der Mutation des diesjährigen Viren-/Bakterienstammes mitzuarbeiten. Mehr war vergangene Woche deshalb leider nicht zu schaffen.

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