Bauphase I: 2013/KW51

Letzte Woche stellte ich überrascht fest, dass es diese Woche bereits weihnachtet! Wie jedes Jahr wurde ich auch diesmal wieder völlig von den Ereignissen überrumpelt... So gab es hier eine Feier und da eine Verpflichtung und einmal - ja, ich gestehe - schwänzte ich auch die Arbeit an Oschi.

Trotzdem gab es Fortschritte, doch sieh selbst...

Zwischenrahmen

Hier und da platziere ich am Hilfsrahmen Zurrbügel als Anschläge für Spanngurte. Da ich heute noch nicht abschätzen kann, was ich mal alles am Auto transportieren will oder muss, sind das zusätzliche Freiheitsgrade.

Wohnkabine

Ich begann die Heckschräge der Kabine zu bauen. Aufgrund des komplizierten Zusammentreffens unterschiedlicher Materialstärken an den Schrägen wird diese "Wand" von außen nach innen gebaut. Zuerst die Siebdruckplatte mit dem aufgeklebten umlaufenden Holzrahmen zusägen (22,5 Grad Schnitte) und ausfräsen, dann die mittleren Verstärkungen einsetzen, mit Styrodur ausfachen und zuletzt den Innenboden anpassen. Zusammenkleben werde ich die Kabinenteile mit einer Fremdfeder, aber erst viel später bei der Montage auf dem Hilfsrahmen. Übrigens klebt auf der glatten Seite der Siebdruckplatte PU-Kleber nicht wirklich gut.

Zwischenrahmen/Heckträger

Der Meister freut sich immer, wenn ich mit meinen Konstruktionskrakeleien ankomme. Diese Freude möchte ich Dir nicht vorenthalten. Hier eines meiner Werke:

Klar, CAD ist professioneller, aber meine perspektivische Zeichnung hat mehr Herz ☺️.

Das ist also meine neueste Idee zur Seilführung beim Ersatzrad: Ein umsteckbarer Kranarm mit zwei Seilrollenböcken und innenliegender Seilführung. Das Seil wird im Inneren des Vertikalträgers in einem zusätzlich eingeschweißten Rohr nach unten geführt. Am unteren Austrittspunkt wird das Seil erneut umgelenkt. Um eine etwas umständliche Seilführung komme ich nicht herum, wenn ich bequem am Boden an der Handseilwinde kurbeln will.

Die Realisierung weicht von der Skizze ab, u.a. wird die Seilwinde nicht mehr an einem Ansteckarm befestigt, sondern hinten mittig unter dem Hilfsrahmen. Die Handkurbel wird dann mit einer (abnehmbaren) Achsverlängerung unter dem letzten Ausleger bis zur Beifahrerseite verlegt.

Für die untere Umlenkung am Seilaustritt ist meine dritte erworbene Seilrolle leider zu groß, am Montageort ist nur Platz für eine einfache Walzenumlenkung aus einem Edelstahlrest.

Der Verlauf der Achsverlängerung bestimmt die Montageposition der Seilwinde, die deshalb auf einer Adapterplatte sitzt:

Den umsteckbaren Kranarm haben wir schon gebaut:

Anstelle eines U-Profils fand ein Rechteckrohr Verwendung. Der Kran steckt in einem auf den Reserveradträger aufgeschweißten Quadratrohr. Sowohl Park- als auch Arbeitsposition sollten mit einem Bolzen (quer zur Fahrtrichtung) gesichert werden ... worin ein kleiner aber feiner konstruktiver Fehler lag, denn die mittige(!) Bolzensicherung kreuzt das Seil. Den Konstruktionsfehler eliminierten wir inzwischen mit aufgeschweissten Muttern. Anstelle eines durchgehenden Bolzens wird der Kran im Einsteckrohr nun direkt mit ein oder zwei kurzen Schrauben fixiert.

Die Befestigungsgrundplatte für das Ersatzrad ist am Vertikalträger dicht verschweißt. Die 15 Millimeter Stahlplatte weist drei M12-Gewinde-Bohrungen auf. Die Sicherung des Ersatzrades erfolgt über einen "Topf", der an die Grundplatte geschraubt werden kann. Die Felge ist im Durchmesser nur einen Millimeter größer als dieser Topf und damit in horizontaler und vertikaler Richtung gesichert.

Gegen eine Vor-/Rückbewegung hat der Topfrand einen Kragen aus Vierkantstahl, welcher die Felge bzw. die überstehende Reifenflanke an den Grundträger presst. Zur Radsicherung rechne ich die drei M12-Schrauben sowie das Drahtseil der Winde. Vielleicht finde ich sogar noch Platz für einen großen Rundbügel. Das hängt aber davon ab, ob wir noch einen Korb für das Rad realisieren oder nicht.

Die Vorteile der Konstruktion: Primitiv, mit einer Leiter leicht zu bedienen und das Rad kann nach dem Lösen am Träger hinunter gleiten und muss nicht von einer Befestigung abgehoben werden (deswegen ist der nicht allzu schwere Topf auch abnehmbar). Die Kurbel sitzt auf 140 Zentimeter Höhe am rechten Straßenrand (zumindest bei Rechtsverkehr).

Noch etwas Pathos

Ich möchte dem Mann meinen virtuellen Dank aussprechen, ohne den unser verrücktes Projekt in dieser Qualität und dieser Geschwindigkeit gar nicht möglich wäre - meinem hochverehrtem Schlosser: Ohne Ihren unermüdlichen Einsatz nach Feierabend und am Wochenende, Ihre Kreativität, Ihre unerschöpflichen Lagerbestände, und der unvergleichlich angenehmen Atmosphäre, in der das alles statt findet, lieber Obermeister Reiners, wäre alles nichts!

Für dieses Jahr soll es das gewesen sein. Ich wünsche besinnliche, entspannte Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Weihnachtliche Grüße!

Kommentare: 0