Bauphase I: 2013/KW43

Wieder mal kostete ein Vorhaben mehr Zeit als gedacht. Das ist wohl eine der goldenen Bastler-Regeln: Wenn Du mal eben schnell was (am Auto, am Computer, ...) machen willst, plane die zehnfache Zeit ein...

Fahrerhaus/Elektrik

Die Lüftungsschlitze der E-Box zu entgraten dauerte lange. Man bekommt die feinen Grate weder mit der Fächerscheibe noch mit der Drahtbürste weg, weil die Grate sich beim Schleifen immer wieder feige in den Schlitzen verstecken. Letztlich halfen nur viele Streifen Nassschleifpapier (das mit der haltbaren Textilrückseite) und geduldiges Schleifen von Hand.

Nachdem die Box dann gründlich angeschliffen und mit Silikonentferner geputzt war, bekam sie neue Farbe. Auch die aktuelle Werkstatt verfügt über einen Kompressor - leider war irgendwie die Lackierpistole nicht in Form (trotz intensiver Reinigung aller Einzelteile in Nitro). Drückte ich den Abzug, kam gar nichts raus, ließ ich den Abzug los, spritzte ein satter Strahl Farbe raus. Am Ende wurde die Box gerollt.

Fahrerhaus/Interieur

Die Türverkleidungen sind jetzt fertig bezogen: Zuerst wurde Steppschaumstoff, dann Kunstleder mit Sprühkleber aufgeklebt.

Eine konvexe Wölbung zu bespannen ist natürlich ein Problem, "spannen" darf man da nicht viel. Außer dem Kleber und den Schrauben halten noch die zusätzlichen Gepäcknetzedas Leder in der Krümmung. Wenn es dann noch Probleme gibt, lässt sich nachträglich auch noch eine Zierleiste aufschrauben, dick genug dafür ist das Holz ja.

Übrigens riet mir ein Polsterer von Sprühkleber ab. Wie so oft seien Sprühdosen zwar einfacher zu verarbeiten (vom Müll mal abgesehen), aber der Inhalt sei entsprechend "fein", um aus der Dose gesprüht werden zu können. Damit hätte er oft nicht die Qualität von streichbarem Kleber. So soll der Sprühkleber den sommerlichen Temperaturen im Auto nicht gewachsen sein. Da ich von meiner inneren Einstellung noch nicht so weit bin, mit 2-K-Kleber und Zahnspachtel rumzumatschen und den (vertikal stehenden) Bezug auch noch umfangreich fixiere, verwende ich doch Sprühkleber. Vielleicht schaffe ich es ja beim Dachhimmel, mich zu überwinden.

Wohnkabine/Modellbau

Vor Monaten schon begannen wir ein Modell unseres Aufbaus aus Balsaholz im Maßstab 1:10. Hierbei sammelten wir schon einige konstruktive Erfahrungen. Nun ist das Modell fertig. Beim Umbau der einfachen Quaderform in einen gefällig angeschrägten Kasten fielen zwar ein paar Späne, man kann die wesentlichen Details aber dennoch erkennen.

Fahrerhaus/Typenschilder

Dank tatkräftiger Unterstützung der Steyr-Community bekam Oschi Replika der Original-Typenschilder, die der Restauration der Hütte zum Opfer fielen:

Wohnkabine

Demnächst wird die Holzbestellung rausgehen. Ich entschied mich jetzt gegen die ganz großen Platten, vor allem weil sie überproportional teuer oder zu dick und schwer sind. Meine Wahl für außen wäre Siebdruck (wetterfest) und für innen Birke Multiplex (Wohnklima, Optik). Die Siebdruck-Platte (finnisches Karosserie-Sperrholz) misst 250 x 125 Zentimeter. Unten, vorne, hinten, links und rechts der Kabine will ich 9 Millimeter mit sieben Furnierlagen verwenden und am Dach 15 Millimeter. Die Birke-Multiplex-Platte misst 300 x 150 Zentimeter und ist an den Wänden und der Decke 8 Millimeter dick (ebenfalls finnisches Material mit sieben Furnierlagen). Die Haupt-Bodenplatte wird aus 21 Millimeter Birke Multiplex. Alle Platten erfüllen bei Vorliegen der entsprechenden Datenblätter die TÜV-Süd Empfehlungen für Splitterschutz und schwere Entflammbarkeit.

Für die Fachwerkkonstruktion zwischen den Wänden will ich mit Konstruktionsvollholz (KVH) arbeiten, 60 x 60 Millimeter Fichte/Tanne in 5 Meter Länge (nicht keilverzinkt angesetzt). Jede Wand soll einen umlaufenden Rahmen haben, über den die Wände untereinander mit Schlossschrauben M10x120 verschraubt werden. Der Rahmen sollte ursprünglich aus Cumaru oder Bankirai werden, deren Maß passt aber nicht zur Dicke der Isolierung. Daher wird der Rahmen aus KVH.

Ursprünglich war ich der Meinung, die Materialien der Wände wegen der Wasserdampfdiffusion tauschen zu müssen. Meine Annahme, dass Siebdruck als Dampfsperre und Birke Multiplex als Dampfbremse anzusehen ist, war aber falsch. Auch beschichtetes Sperrholz hat einen SD-Wert von maximal 400. SD-Werte werden nach meiner Recherche in Metern angegeben, also bleibt bei 8 Millimeter nicht viel übrig. Die Kabine wird wohl oder übel diffusionsoffen sein. Die Innenseite auch aus Siebdruck (6mm) zu machen und aus optischen Gründen nochmal zu verkleiden (3-5mm, dazwischen evtl. Folie) erscheint mir über die Länge der Kabine nicht stabil genug. Das Dampfsperrgedöns sehe ich nicht als allzu heilig an, wir werden am Ende sowieso viele Löcher in den Wänden haben (Schrauben, Durchführungen, Klappen, Fenster, etc). Feuchtigkeit muss herausgelüftet werden.

Ist das alles?

Mehr Heldentaten gibt es nicht zu bejubeln (füge hier den Selbstironie-Smilie ein), der Rest der vergangenen Woche ging für Planung und Besorgung drauf, u.a. ist die Holzbestellung auf dem Weg.

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