Bauphase I: 2013/KW42

Zwar keine Wohnkabine gebaut, aber die Tage auch anders rumgebracht:

Montag

Bisserl mit Elektrik beschäftigt und geplant, recherchiert, beschafft, verbucht, ...

Dienstag

Neue Be-/Entlüftungsleitung am Zusatztank angeklemmt. Fahrersitz wieder mal ausgebaut. Verpackungskunst à la Christo und anschließend Fahrerhausboden gestrichen. Ja, wieder mal...

Mittwoch

Zwei Schablonen zurechtgeschnitten, eine für die Halteplatte der mittleren Wippen der Rautenlagerung am Rahmen (hier fehlt mir noch das Fachvokabular) und eine für den Ausschnitt der Heckscheibe um den Durchstieg herum.

A propos Durchstieg: Ein Loch ist in Oschi, in Oschi, in Oschi, ein Loch ist in Oschi, in Oschi ist ein Loooooooch!

Es war schon ein mulmiges Gefühl, die Stichsäge anzusetzen. Ich hatte danach auch ein kleines seelisches Tief.

Es empfiehlt sich eine Blechschere, um die Verbreitung rostanfälligen Metallstaubs durch Sägen oder Flexen zu vermeiden. Mangels brauchbarer Schere sägte ich doch. Im leergeräumtem Innenraum konnte ich den Staub gut zusammenfegen. Außen sollte dem Rahmen bei der dicken Farb- und Ölschicht nichts passieren, was nicht auch anderweitig durch Umwelteinflüsse passieren könnte. Den Schnittkanten liess ich etwas temporären Korrosionsschutz angedeihen.

Als stolzer Altmetallbesitzer stockte ich meinen Lagervorrat um 300 Kilogramm Schwarzstahl auf:

Das sind fünf Rechteckrohre à sechs Meter Länge. Das Maß von 100 x 60 x 4 Millimeter wählte ich nach dem Gewicht. Der Schlosser hatte erst 120 x 60 x 5 Millimeter im Auge. Das wäre natürlich stabiler gewesen aber auch anderthalb mal so schwer. Nach etwas Feilschen stimmte Meister Reiners dem schlankeren Rohr zu. Meine Argumentation: Eine Vierpunktlagerung wird anders belastet als eine Federlagerung, das Rohr muss den Aufbau nicht einseitig tragen können. Die Wohnkabine wird mit dem ganzen Rahmen immer auf allen vier Lagern aufliegen. Ich rechne 300 Kilogramm (zzgl. Verzinkung) für den Hilfsrahmen und 100+ Kilogramm für die Wippen.

Vielleicht fällt das "+" auch etwas größer aus, für die Achsstummel der mittleren Lager war nämlich nur so ein Brocken verfügbar:

Ob die Wandstärke noch ausreicht, wenn da 1 Millimeter runtergedreht wird? 😉

Donnerstag / Freitag

Den Mitteltunnel weiter mit Teppich beklebt. Aufgrund der Rundungen geht es hier nur in kleinen Schritten voran.

Beifahrersitz von der Konsole demontiert.

Samstag

Fahrersitz von der Konsole demontiert und beide Konsolen "zugeschnitten".

Die neue mehrteilige Rückwand besteht aus 6 Millimeter Pappelsperrholz (das schlechteste Sperrholz, das man im Baumarkt kaufen kann). Der untere Teil, der hinter der Liege verschwindet, wurde mit Teppich beklebt. Der obere Teil zurechtgesägt und geölt.

Unter der Liege im Steyr-Fahrerhaus befindet sich eine große, unten offene Metallbox, die nach meiner Vorstellung einen Teil der Zusatz-Elektrik aufnehmen soll. Dazu schnitt ich auf beiden Schmalseiten Lüftungsschlitze in die Box:

Für das Kapitel Lehrgeld meines Anti-Ratgebers "Wohnmobilselbstausbau - wie man es nicht machen sollte" arbeite ich an einem weiteren Beispiel: die Erneuerung der Türverkleidung. Ausschnitt und Bohrung erfolgten nach Originalvorlage, trotzdem sind zahlreiche Nachbesserungen erforderlich.

Das Hauptproblem ist die Türwölbung. Es ist schon ein Unterschied, ob man eine paar Millimeter dicke Hartfaserplatte an die Türwölbung anlegt oder ein 9 mm Multiplex-Brett unter Spannung setzt. Die Wölbung ist für das dicke Brett zu stark. Ich lagerte die Bretter eine Woche lang auf Spannung, das bewirkte glücklicherweise die erforderliche Formveränderung.

Jetzt ist keine nennenswerte Spannung mehr drauf. Zuvor hatte ich an einem Reststück ausprobiert, ob ich das dicke Brett in zwei dünne aufspalten kann (aus 1 mach 2), aber das ging nicht gut.

Sonntag

Heute nur Kleinkram (gemessen, gezeichnet, geplant, bestellt).

Am Rande bemerkt: Wir schrauben immer noch "im Freien", was zu dieser Jahreszeit nach Feierabend gleichbedeutend mit "im Dunkeln" ist. Aber ich habe eine LED-Stirnlampe im Fundus und die kommt jetzt fleißig zum Einsatz. Gar nicht so verkehrt das Teil, wo man auch hinguckt, ist es hell 🤓.

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