Bauphase I: 2013/KW40

In der letzten Woche arbeiteten wir an vielen Baustellen gleichzeitig. Mit einem Brückentag ergaben sich üppige vier freie Tage, so dass wir das Schrauben etwas langsamer angegangen sind. Man hätte das lange Wochenende auch wegfahren können, aber seit wir an einem Reisemobil arbeiten, reisen wir nicht mehr...

Insgesamt packten wir diese Dinge an:

Fahrerhaus/Heizung

Die Heizung ist eingebaut. Entgegen aller Erwartungen verkabelte ich den Vorwiderstand auf Anhieb richtig. Das Quitschen des Radiallüfters ist vollständig beseitigt. Nur ein übriges Gummiprofil fiel mir nach dem Einbau in die Hände, aber da wir Gebläsegehäuse und -mechanik mit selbstklebendem Zellkautschukband abdichteten, gibt es hoffentlich keine unerwünschten Nebenwirkungen.

Der Einbau der Heizung war nicht ganz so einfach wie der Ausbau. Zunächst waren die zerbröselten originalen Schaumstoffapplikationen nachzuschneiden und an Ort und Stelle zu kleben. Diese und das Zellkautschukband trugen etwas zu dick auf, aber mit etwas List und Tücke und viel roher Gewalt klemmte die Heizung schließlich im Armaturenbrettschacht. Von den vorhandenen sechs Bohrungen im Fahrerhaus passten seltsamerweise nur vier auf die sechs Muttern der Heizung. Zwei Bohrungen oder Muttern waren definitiv am falschen Fleck. Dichtmasse kam großzügig zum Einsatz.

Armaturenbrett

Ich versuche, den Innenraum des Fahrerhauses von braun auf schwarz umzustellen. Dazu wurden alle Abdeckungen des Armaturenbretts ausgebaut und schwarz lackiert bzw. mit schwarzem Kunstleder bezogen. Das Lackier-Ergebnis gefällt mir gut, wenn ich auch Zweifel an der Beständigkeit der Farbe aus der Sprühdose habe. Falls es nicht lange hält, ist es nicht schade um den Aufwand, da die Verkleidungsteile sowieso ramponiert sind.

Hinter dem Armaturenbrett fanden sich haufenweise Sand und Glassplitter vom Sandstrahlen. Den Dreck konnten wir gründlich entfernen und Gaszug, Standgashebel und Scheibenwischermechanik neu ölen. Auch die Beleuchtung sollte nach dem Entfernen des Grauschleiers auf den Birnchen heller strahlen. Bei der Gelegenheit verlegte ich hinter dem Armaturenbrett ein paar Blindkabel zum Sicherungskasten, falls wir hier für irgendetwas einmal Strom benötigen sollten.

Einige Plastikabdeckungen des Armaturenbretts klebte ich beim Einbau ein, weil Klemmvorrichtungen abgebrochen waren. Dann lassen sie sich zwar nur mit Aufwand wieder ausbauen, dafür muss ich mich nicht über klappernde Teile ärgern.

Cockpit geputzt - Aha! - die Cockpitbeleuchtung ist gar nicht so schwach, die Lämpchen waren nur mit einer grauen Schmutzschicht verklebt. Bei Oschi sind drei verschiedene Lampenhalter im Cockpit verbaut. Im Prinzip kann aber jede Halterung, die schwarz, grau oder beige und quadratisch oder sechseckig ist, mit einer Drehbewegung gelöst werden.

Sicherungskasten geputzt, lackiert, zusammengebaut.

Seitenverkleidungen

Hier ein Beispiel für die neuen hinteren Seitenverkleidungen im Fahrerhaus. Das Grundmaterial ist 9 Millimeter Siebdruck. Darauf ist mit Sprühkleber Steppschaumstoff befestigt, damit das Kunstleder beim Beziehen glatt gespannt werden kann und nicht an den Ecken durchsticht. Kunstleder und Schaumstoff sind verklebt und an der Rückseite im Holz festgetackert. Anstelle der Original Lüftungsbohrungen kamen eloxierte Alu-Lüftungsgitter zum Einsatz. 


Befestigt werden die Verkleidungen mit Linsenkopf-Flanschschrauben in den Einziehmuttern im Blech.  Weil ich in jedes Loch im Blech Nietmuttern setzte, sind weit mehr Befestigungspunkte vorhanden als genutzt werden können. Die Verkleidungsplatte ist passend vorgebohrt, das Leder aber noch nicht durchlöchert. Erst bei der Montage vor Ort werde ich sehen, welche Bohrung und welche Nietmutter passt. Dann erst wird der Bezug durchgestochen.

Ein "Kunst"-Stück ist mir beim Andrücken des Kunstleders auf den Sprühkleber gelungen. Für hohen Anpressdruck bin ich auf der ersten Verkleidung herumgelaufen. Dabei ist der Schaumstoff mit dem Kleber so komprimiert, dass ich meine Fußabdrücke verewigt habe.

Fahrerhaus-Dachluke

Bei der Dachluke tauschte ich das originale Dichtprofil ("D") gegen ein höher aufbauendes "O"-Profil (mit zwei Ohren) aus. Da die Abschlusskante gegen die Dachluke nicht eben ist, musste ich etwas fummeln und den Verschluss ein Stück nach unten versetzen, um wirklich alle Spalten zu schließen.

Dabei entdeckte ich ein kleines Loch im Dach und zwar zwischen Dach und Dachluke. Der Rahmen der Luke ist mit (überlackierter) Dichtungsmasse in das Dach eingeklebt, diese hatte bei mir ein 2 Millimeter großes Loch. Da ich keinen Regenwasserabfluss in das Fahrerhaus brauche, kam wieder Dichtungsmasse zum Einsatz.

Fußmatte

Nach der Beifahrerfußmatte beklebte ich auch die Oberseite der Fahrerfußmatte mit scharzem Karo-Riffelgummi. Von unten kommt noch Zellkautschuk dagegen um die eigentlich kaputte Originalfußmatte wasserdicht zusammenzuflicken. Damit könnte Oschi die fluffigsten Fußmatten aller Steyr haben… Ich verwendete hier einen Profilgummikleber von Teroson (Look & Feel wie Pattex).

Kotflügel

Da ich den grünen Lackiernebel von den vordersten Kotflügeln nicht allein mit Lösungsmittel entfernen konnte, probierte ich Kunststoffhaftvermittler und  mattschwarzen Ralley-Lack aus. Davon hatte ich sechs Dosen günstig im Netz geschossen und das Zeug muss ja irgendwo hin.

Lenkrad

Das Lenkrad bekam ich nun auch endlich mal ab, allerdings war ein Abzieher nötig. Das erleichtert einerseits die Arbeiten am Armaturenbrett, anderseits muss es auch noch ein oder zwei Zacken versetzt werden. Für den spillerig dünnen Griffkranz habe ich mir etwas ausgedacht. Naja, eigentlich ist die Idee geklaut...

Pritsche

Die Pritsche ist als Stahlschrott entsorgt worden. Nachdem Aufwand und konkreter Nutzen für die geplante Holzkabine in kein gesundes Verhältnis zueinander zu bringen waren (bei einem Alu-Shelter mag das anders aussehen), wurde mit dem Schneidbrenner abholfertiges Kleineisen daraus gemacht. Dafür habe ich mich Montag bei Mercedes nach Unimog-Halbschalen erkundigt...

Erschrocken stellten wir fest, dass die ToDo-Liste bedrohlich schrumpft. Damit uns die Arbeit nicht ausgeht, planten wir Kabine und Hilfsrahmen etwas detaillierter und erstellten eine Einkaufsliste für Werkzeug und Material.

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