Bauphase I: 2013/KW38

Oschi steht nun um die Ecke und ich kann nach Feierabend schnell mal was dran machen. Ein Vorteil, jetzt wo die Tage deutlich kürzer werden.

Montag

Ich nutze den schönen Montagabend, um mit einer Ein-/Blindnietmutternzange in Oschis Fahrerhaus Ein-/Blindnietmuttern zu setzen. Großen Dank an meinen Haus- und Hofschlosser, der mir sein Werkzeug lieh.

Beim Ausbau der Innenverkleidung waren etliche der Plastik-Clips kaputt gegangen. Irgendwann entdeckte ich im Netz einen sog. Verkleidungsheber und baute ihn aus einer kleinen Maurerkelle nach. Die Kelle wird soweit gekürzt, dass sie von der Hebelkraft nicht mehr stark verbogen wird. Dann schneidet man mit dem Winkelschleifer einen Schlitz in das Metallblatt. Wenn man diesen Schlitz von der Kante aus zum Griff hin verjüngt, passt der Schlitz auf unterschiedliche Clip-Größen. Damit bekamen wir die Verkleidungen schnell und schonend abgebaut. 

So sieht mein Behelfswerkzeug aus:

Trotzdem halte ich die Clips für Mist und werde die neuen Verkleidungen anschrauben. Dazu sind die M5-Einnietmuttern da. Kaum zu glauben, dass ich davon ca. 80 Stück im Fahrerhaus untergebracht habe, oder?

Dienstag

Einen hab ich noch: Oschis Fahrersitz hatten wir ja erst am letzten Wochenende für die Heimfahrt wieder montiert. Davor lag der Sitz monatelang auf der Pritsche. Nun war mir eine Stecknuss zwischen Lehne und Sitz gerollt. Ich also nichtsahnend in die Ritze gegriffen und die Nuss gesucht ... iiiiiiiiiiiihihihihigiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiit! Gefunden habe ich ... eine Banane. Außen leicht mumifiziert, innen war sie noch ... nun ja ... weich...

Mittwoch

Die Tage werden schnell immer kürzer, ich werde mir eine Lampe zum Schrauben besorgen müssen.

Nicht viel geschafft, nur den Pendelhalter Rückstrahler montiert (dauerte lange, bis ich diesen Fachbegriff fand), den falsch montierten Spiegelarm umgedreht (jetzt weiß ich, wie das Spiegelhalterstangendingsbums richtig heißt), die Schwerschichtmatten nachgeklebt (das Zeug ist praktisch kleberabweisend, ich fixierte es zusätzlich mit Panzerband). Und endlich fand ich die richtigen Karosseriestopfen für meine 20-Millimeter-Löcher.

Donnerstag

Eine neue Dichtschnur in die zweite Seitenscheibe gefummelt. Mühsam, das, auch mit Spüli. Im Anschluss ersetzte ich die Spritzwasserschlauchdurchführung in der Stirnwand (eine von dreien) durch ein Originalteil. Jede andere Lösung hätte aufgebohrt und/oder aufwändig abgedichtet werden müssen. Es gab die Teile bei MAN sogar einzeln, ich hatte mit einer kompletten Spritzwasseranlage gerechnet. Als ich den Preis von 10,50 Euro auf dem Monitor sah, freute ich mich sogar kurzzeitig - bis ich erfuhr, dass jede einzelne Durchführung so viel kostet ... netto ... hmpf. Da ich das Teil bei eingebauter Frontscheibe nicht gleichzeitig von außen festhalten konnte, war es ganz schön kniffelig, von innen die neue Mutter aufzuschrauben. Um mein Seelenheil nicht zu gefährden, versuchte ich mich nur an einem Teil.

Samstag

Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe wechselt Oschi zum Wochende erneut den Stellplatz, denn der Aufbau muss langsam mal vorbereitet werden. Das wird höchste Zeit, denn es wird immer kälter und ich will keine Probleme bei der Materialverarbeitung bekommen.

Wir dürfen uns in einem Schuppen meiner Lieblingsschlosserei etwas Platz schaffen, um die Pritsche leer zu räumen. Dann macht sich Oschi obenrum mal frei 👀. Plane und Spriegel werden abgerissen. Der Holzboden ist mit vielen verrosteten Torx am Pritschenunterrahmen verschraubt. Die Hälfte der Schrauben lässt sich rausdrehen bzw. abbrechen. Bei der anderen Hälfte drehe ich nur den Schraubenkopf rund. Die Bohlen müssen mit dem Stemmeisen rausgebrochen werden. Dann können wir sondieren, ob und wie die Pritsche als Aufbaulagerung zu gebrauchen ist.

Wir erneuern die zweite von drei Spritzwasserdurchführungen.

Sonntag

Heute bringen wir neue Türfolien an. Leider höre ich auf einen Kfz-Mechaniker-Tipp und wir verkleben Bauplane mit Sikaflex. Vom Zeitaufwand und Ergebnis her hätte es sich gelohnt, noch länger nach selbtklebender Türfolie zu suchen. Ich reiße die Folie wieder runter und befestige sie besser mit Panzerband.

Die Pseudo-Heckscheibe wird mit Panzerband fixiert. Das Ding ist gerade dabei, sich aus der Dichtung zu verabschieden.

Besonders viel Spaß haben wir mit der dritten und letzten Spritzwasserdurchführung. Diese sitzt uneinsehbar ganz links oben im Armaturenbrett unmittelbar hinter der Scheibenwischermechanik, wo man mit den Fingern kaum rankommt. Mit meinen Händen (groß wie Klodeckel) ist es kaum möglich, das Neuteil zu montieren, aber ich bekomme kompetente Hilfe von meiner geschickteren Hälfte. Bei der Montage finden wir hinter dem Tacho eine tadellos erhaltene Durchführung??? Eine zuviel gekauft...

Ich flicke die Kabel der Spiegelheizung zusammen und wickle silbernes Panzerband drumrum. Das sieht so was von sch... aus, aber ich habe nichts Besseres zur Hand.

Die Beifahrertür braucht immer noch recht viel Kraft zum Schließen und die Fahrertür muss kurz angedrückt werden, um sie zu öffnen. Ich probiere erneut, den Schließwinkel zu ändern, aber ohne Erfolg. Die Dichtung ist zu "breit". Bei der Fahrertür habe ich den Eindruck, dass die Verriegelung nicht leichtgängig genug ist. Entweder ist eine Feder zu lahm, oder irgendwas bremst innen. Mal sehen, ob ich das zerlegen kann.

Die Dreiecksfenster sind immer noch undicht. Der Klappmechanismus hat einen unheilbaren angeborenen Konstruktionsmangel: die untere Drehachse liegt einige Millimeter frei und lässt sich mit Klebestreifen nicht wirkungsvoll abdichten. Eigentlich kann ich darauf verzichten, das Fenster zu öffnen. Dann wäre die beste Lösung, es einzukleben. Solange da Regenwasser reinläuft, will ich die Inneneinrichtung nicht montieren.

Die Seitenmarkierungsleuchten der Pritsche werden abgebaut und die Achse vom Heizungsmotor geputzt-geölt-gefettet. Die Heizung ist seit März zerlegt, mal sehen, ob ich sie wieder zusammen bekomme. Ein neuer Motor soll bei MAN 160 Euro kosten. Er ist noch in Ordnung, nur die Achse quitschte auf der Überführung nervend wie ein Vogelkäfig. Ich habe ordentlich Lösungsmittel, WD40 und Wälzlagerfett benutzt. Sollte ich das Quitschen nicht sicher loswerden, kaufe ich vielleicht noch den ... äh ... prohibitiv bepreisten ... Motor.

Ich habe noch ein Schlauchstück und ein abgewinkeltes Rohrstück, um die Heizung am Kühlkreislauf anzuschliessen. Beides verbaue ich vorbereitend und dabei zeigt sich mal wieder, wie schnell Unfälle passieren können und dass eine Schutzbrille oft ein gute Sache ist ... wäre, wenn man sie denn tragen würde. Das Kühlwasser spritzt stärker als erwartet und auch noch mitten ins Gesicht! Zum Glück ist nichts passiert.

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