Bauphase I: 2013/KW36

Dienstag

Zweite Tür angebaut: Diesmal in der richtigen Reihenfolge: zuerst die Scharniere ans Fahrerhaus (sind etwas "hakelig" einzubauen), dann die Tür an die Scharniere. Trotzdem geht der Lack stellenweise ab, da der Schließwinkel eingestellt werden muss. Dazu lockert man immer wieder die Scharniere (am Fahrerhaus oder an der Tür) und ruckelt etwas an der Position herum bis es passt.

Durch die Ausbesserei wich am Ende der schöne Farbkontrast von Scharnier und Tür/Holm einem einheitlichen Farbton. Ich weiß, das mit den Farbkontrasten ist Spielerei, aber wenn´s doch schön macht.

Dann probierte ich mich an den Schneidring-Verschraubungen der Dieselleitungen am Tankumschalter von Voss. Diese hatten sich bisher aufgrund der Länge von selbst abgeknickt. War ganz easy:

  • Leitung abschrauben
  • Leitung mit dem Cutter kürzen, ohne sie zu quetschen/knicken
  • alte Überwurfmutter auf die Leitung schieben
  • neuen Schneidring auf die Leitung schieben
  • neue Stützhülse in die Leitung stecken
  • Leitung anschließen, festschrauben, fertig.

Es war zwar noch Zeit aber wenig Tageslicht übrig. Also drückte ich mich - wie seit Wochen schon - erneut erfolgreich vor dem Füllern und Schleifen des Fahrerhauses und strich stattdessen den Boden mit hellgrauem Unterbodenschutz. Den originalen Bodenanstrich hatte ich einige Tage zuvor mit der Drahtbürste aufgeraut und lose Teile entfernt. Danach hatte ich den Boden mit Owatrol getränkt, das bis gestern getrocknet war. Der unansehliche frühere Anblick ist mit dem neuen Anstrich verschwunden.

Jetzt kann ich fast schon die Inneneinrichtung montieren. Die Original-Innenverkleidung ist ziemlich runtergeritten und müffelt auch, daher würde ich sie am liebsten ersetzen. Aber neue Originalteile kosten sicher sinnlos viel Geld. Also beschloss ich, die alten Teile zu überkleben oder selbst neu anzufertigen. Das Material dafür habe ich schon beschafft, ich muss aber noch den Einbau der Scheiben abwarten. Und vor die Scheiben hat der Herr das Lackieren des Fahrerhauses gesetzt und davor das Füllern und Schleifen. Mist...

Füllern und Schleifen geht zur Not noch. Mehr Sorgen macht mir, dass der Mipa 2-K-Lack laut Datenblatt hochgiftig ist. Und auch das Wetter und die Temperatur müssen stimmen. Das Hin und Her mit der Außenlackierung der Hütte beschäftigt mich seit Monaten...

Mittwoch

Nach langem Hin und Her habe ich auf eine professionelle Lackierung verzichtet und das Fahrerhaus jetzt doch selbst lackiert. Ich habe auch nicht den Profi-2K-Lack von Mipa genommen, sondern Brantho Korrux 3-in-1 im gleichen Farbton. Und das kam so:

Ich warte seit Monaten darauf, dass der Subunternehmer des Strahlbetriebs, bei dem unser Auto steht, selbiges lackiert. Der gute Mann macht aber ganz allein und ganz in Ruhe ein Auto nach dem anderen: Zerlegen, Schweissen, Lackieren, Zusammenbauen. Und ich war noch nicht an der Reihe. So habe ich dann alles andere erledigt, u.a. die Hütte angeschliffen, entrostet und mittlerweile dreimal grundiert. Jetzt tritt der Lackierer seinen wohlverdienten Jahresurlaub an, so dass sich mein Projekt um weitere vier Wochen verzögern würde. Da alles im Freien stattfindet, bekomme ich früher oder später ein Problem mit dem Wetter oder den Temperaturen, denn der Mipa-Lack soll bei um die 20 Grad verarbeitet werden.

Für eine professionelle Lackierung war die Hütte auch noch nicht weit genug vorbereitet. Das ganze Fahrerhaus wartet spätestens seit dem Entrosten mit Riefen, Kratzern, Dellen, Wellen, Macken, usw auf. Das wäre alles noch in tagelanger Arbeit zu zu spachteln, zu füllern und zu schleifen gewesen. Neben dem Zeit- und Geldaufwand stellt sich generell die Sinnfrage dafür, denn das Auto wird im späteren Reisebetrieb einiges mitmachen müssen.

Für die professionelle Lackierung spricht:

  • Sie sieht gut aus (härtet schnell, Verarbeitung mit geeigneter Pistole).
  • Sie erhöht den Wiederverkaufswert (aber ob man das wieder raus bekommt?).
  • Der Lack ist sehr hart und schlagfest. Brantho Korrux 3-in-1 ist dagegen sehr weich und verliert schon beim Darüberstreichen mit der Hand seinen Glanz.
  • EinChassislack am Fahrerhaus sieht deutlich nach "selbstgemacht" aus.

Gegen eine professionelle Lackierung spricht:

  • Die Lackierung würde so oder so im Freien mit Staubeintrag erfolgen.
  • Der Lackieprofi hätte frühestens im Oktober Zeit (weiterer Verzug im Projektablauf).
  • Der Lack ist laut Datenblatt hochgiftig, eine besondere Schutzausrüstung ist erforderlich (weitere Kosten).
  • Die Glättung der Blechhaut erfordert sehr viel Zeit, und das Fahrerhausblech ist insgesamt wellig, so dass es nie ganz glatt würde.

Für die Eigenlackierung mit dem Chassislack spricht auch:

  • Die Wunschfarbe ist von der Innenlackierung noch im Überfluss vorhanden.
  • Die Rückwand und das Dach sieht später kein Mensch mehr, also wäre dort die Qualität des Finishs egal.
  • Auf unserer beabsichtigten Reise werden Kratzer dazukommen, die können mit einem Chassislack jederzeit ausgebessert werden.
  • Durch spätere Umbauten am Fahrerhaus (Dachträger, Durchgang) werden Kratzer dazukommen, auch die können mit dem Chassislack jederzeit ausgebessert werden.
  • Das Führerhaus könnte bei einer DIY-Lackierung schneller wieder eingerichtet werden.

Zeitweise dachte ich daran, bis auf weiteres einfach mit der Grundierung herumzufahren. Irgendwann und irgendwo würde sich schon eine Möglichkeit ergeben, das Fahrerhaus richtig zu lackieren. Andererseits, wenn ich das jetzt fertig mache, ist erst einmal Ruhe und im Bedarfsfall kann ich das irgendwann immer noch nachbessern lassen (und nichts hält länger als ein Provisorium!).

Ich begann am Mittwochabend widerwillig, das Fahrerhaus glatt zu schleifen, um mal probehalber den Anforderungen des Lackierers nachzukommen. Ich konnte stellenweise erkennen, wie gut das wird. Ich  konnte aber auch erkennen, wie unglaublich viel Arbeit noch nötig ist. Dann rang ich mich endlich zu obig begründeter Vernunftentscheidung durch. Drauf mit dem Lack! Entscheidend war auch, dass jetzt einige sonnige Tage anstehen, so dass ich keine Plane über der Hütte brauche, der Lack trocknen kann und ich bis zum nächsten Regen die Scheiben montiert bekommen sollte.

Hier das Ergebnis:

Es ist ein (Fr)Oschi! 🙃

Donnerstag

Da ich mit dem Lackieren des Fahrerhauses am Vortag ins Dunkle kam, sah ich das Ergebnis jetzt erst bei Tageslicht. Es ist stellenweise etwas "schattiert" geworden. Das muss am Farbnebel liegen, den die Pistole bei Breitstrahl am Rand verursacht. Ich gehe erneut mit der Pistole über das Blech, aber das Ergebnis bleibt das selbe. Ziehe ich die erste Bahn, glänzt in der Mitte eine satte Farbschicht. Ziehe ich die nächste Bahn daneben, glänzt auch diese, aber der Nebel am Rand mattiert die erste Bahn wieder. Womit klar sein dürfte, warum eine gute Pistole auch gutes Geld kostet. Ich hatte mir nur eine Grundierpistole geleistet und bei Mattfarben sieht man den Effekt nicht. Am Fahrgestell war mir das mangels Fläche trotz Glanzfarbe auch nicht aufgefallen. Egal, vgl.  meine frühere Rechtfertigung, der Lack wird nach Aufnahme des Reisebetriebs eh nicht lang glänzen.

Da ich zum Abkleben nicht immer das geeignete Material hatte - und die Pistole ja anstelle von 3 bis 4 bar mangels Druckminderer mit 7 bis 8 bar betrieben wird - sind die Farbübergänge zwischen dem Grün des Fahrerhauses und dem Schwarz des restlichen Fahrgestells nicht ganz trennscharf geworden. Also arbeitete ich mit dem Pinsel erfolgreich nach (Trittkästen, Stoßstange, Fahrerhausunterseite, Fahrerhausbügel). Hier und da ist noch Farbnebel auf Flächen, wo er nicht hingehört, den mache ich die Tage mal weg.

Bevor das Tageslicht ausging, schaffte ich noch, weitere Teile der verzinkten Fahrerhausverriegelung anzubringen.

Freitag

Mist Mist Mist Mist! Ich habe die Wetterwette verloren - es gewittert!

Nach der Lackierung des Fahrerhauses vorgestern/gestern konnte ich keine Plane über den frischen Lack ziehen. Der Lack wäre sonst wieder verletzt worden. Die Planung nach Wetterbericht sah vor, Samstag morgen die Scheiben einzubauen. Nun gewittert es und die Hütte läuft mit Wasser voll.

Ich hatte die Plane noch im Führerhaus liegen, wenigstens teilweise über dem Armaturenbrett. Nun habe ich einen Pool im Auto.

Samstag

Wasserschaden begutachtet, Tränen in den Augen gehabt. Fußraum steht voll Wasser, Hütte voll Kondenswasser, Armaturen von innen beschlagen. Ach ja, es hätte nur einen Tag länger trocken bleiben müssen. Und das ausgerechnet jetzt, wo der Hohlraumschutz endlich geliefert wurde. Hmpf. Naja, wenigstens regnet es gerade nicht.

Programm für heute: Hütte dicht machen. Und das heißt, mal eben schnell die Scheiben einbauen. Wie es gehen soll ist bekannt und technische Zeichnungen liegen vor. Aber Theorie ist, wenn man alles weiß und nichts funktioniert. Praxis ist, wenn alles funktioniert und keiner weiß, warum.

Wir starten mit den hinteren Seitenscheiben. Die erste dauert eine Stunde, die zweite eine halbe. Wenn man mal eine Idee hat, wie man etwas zu großes in etwas zu kleines bekommt, ist es gar nicht mehr so schwer. Wir arbeiten mit Schnur und Gleitmittel - Hallo? Es geht immer noch um die Scheiben, ja? - wobei die Schnur immer wieder reißt. Das kunststoffummantelte Stahlseil liegt natürlich zu Hause...

Dann wird es ernst, die Frontscheibe ist dran. Zunächst wird die neue Dichtung auf die Scheibe aufgezogen. Okay, das kostet zwei Leute schon alle Kraft. Die neue Dichtung ist dermaßen hart, dass die Nut kaum auf den Scheibenrand zu bringen ist. Nach einer halben Stunde ist es endlich geschafft. Der Schweiß läuft, die Finger krampfen. Dann die Schnur in die äußere Nut einlegen. Auch das ist kaum zu schaffen. Jetzt nur noch die Scheibe in zwei Meter Höhe auf die untere Kante des Scheibenrahmens setzen. Oder so...

Die Frontscheibe wird hochgewuchtet, eingesetzt und ausgerichtet. Von innen wird an der Schnur gezogen, von außen geklopft. Nach einer halben Stunde ist die untere Kante geschafft, doch wir geben vorerst auf. Während wir uns um die linke Ecke kümmerten, ist die Scheibe rechts unten wieder rausgerutscht. Wir haben keine Kraft mehr und HUNGER!!!

Nach dem Mittagessen der zweite Versuch. Diesmal haben wir das Stahlseil dabei. Wieder wird die Scheibe hochgewuchtet und eingesetzt. Nach rund 90 Minuten haben wir Dreiviertel der Scheibenumrandung geschafft. Leider haben wir auch ein Problem: Die äußere Dichtungslippe liegt nicht außen auf, sondern zieht sich immer wieder in den Scheibenrahmen des Führerhauses rein. Ich probiere es mit sanfter Gewalt und unterlege die Dichtungslippe mit Holzspateln. Trotzdem setzt sich die Scheibe nicht und steht oben fünf Millimeter über den Scheibenrahmen hinaus. So bekommen wir sie nicht rein. Also erneuter Abbruch, Scheibe wieder raus. Der Lack ist auch schon ganz vermackt.

Die bessere Hälfte schlägt nicht zum ersten Mal vor, die alte Dichtung zu nehmen. Da ich keine Kraft mehr und vor allem keine Argumente gegen den Vorschlag habe, putzen wir die alte Dichtung. Sie ist eigentlich nur "verrostet". Dann wird die Dichtung auf die Scheibe aufgezogen - schwupps, dauert nur eine Minute, ah ja. Das Stahlseil in die äußere Nut - schwupps, wieder nur eine Minute. Das flutscht. Hmmm...

Wir setzen die Scheibe unten in den Scheibenrahmen ein. Ich halten außen dagegen, Mi zieht innen am Seil - und die Scheibe ist drin. Schwupps, einfach so. Dauer der gesamten Aktion ca. 15 Minuten, gegenüber 3,5 Stunden erfolgloser Mühe mit der neuen Dichtung. Hoffentlich kann ich sie noch zurückgeben, das Sch...ding.

Der Regen fängt wieder an, aber Oschi ist schon einigermaßen dicht.

Die Heckscheibe ersetze ich vorübergehend nur durch ein Stück Plexiglas, da ein Durchgang zur Wohnkabine geplant ist. Das Plexiglas ist mit der Stichsäge schnell zurechtgeschnitten.

Doch der Einbau der Plexiglasscheibe ist ein mühsames Vorhaben. Die Dichtung ist sehr labbelig, und für die dünne Scheibe irgendwie viel zu groß. Die Scheibe flext hin und her und fällt ständig wieder aus dem Rahmen. Wir haben weder Geduld noch Kraft übrig und es kostet uns alle Beherrschung, die Plastikscheibe nicht in hohem Bogen wegzuwerfen.

Die Dachluke ist dagegen ein Kinderspiel. Die vier Originalschrauben sind zwar irgendwo verschwunden, dafür nehme ich andere. Okay, die fehlen dann auch irgendwann irgendwo. Die Originalschrauben der Dachluke tauchen natürlich am nächsten Tag wieder auf.

Wir passen noch die Türdichtungen ein - leidlich, irgendetwas stimmt mit den teuren Dichtungen von MAN nicht (Du kriegst die Tür nicht zu). Ich schraube den experimentell kunststoffbeschichteten Haltebügel über der Frontscheibe an, stopfe diverse Löcher in der Karosserie mit neuen Nupsis und bringe noch weitere verzinkte Teile der Fahrerhausverriegelung an. Dann ist halb neun am Abend und wir packen zusammen.

Sonntag

Vormittags regnet es. Ich habe keine Lust auf Schrauben und verbuche stattdessen Oschis Rechnungen der letzten Wochen. Huch, so ein Truck ist ein ganz schön teueres Hobby.

Mittags geht es raus zum Schrauben.

Ich habe noch nicht von meinem Joghurtbecher-System erzählt. Ich verspeise immer die Kilogramm-Eimer und bewahre die leeren Eimer mit den Deckeln auf. Diese dienen als Teilelager. Die Deckel werden mit einem Aufkleber versehen und beschriftet. Kostet wenig, ist stapelbar, verschließbar und macht satt.

In den ersten Stunden mache ich vier Joghurtbecher leer, also den Inhalt an Kleinteilen von Oschi, nicht den Joghurt 😄. Es geht voran und das macht Laune.

Die Tenoxpinne für die Verdunkelungsmatten schraube ich wieder an, was soll ich auch sonst mit den paarundzwanzig Löchern in der Karosserie machen? Andere schweißen ihre Löcher zu, aber was innen an den Schweißpunkten passiert, sieht man nicht. Die Messingpinne sind alle geputzt und eingeölt, die Löcher mit Dichtungsmasse vollgepumpt.

Die Scheibenwischer kommen wieder dran. Die Spritzwasserdurchführungen an der Stirnwand sind teilweise beim Schleifen der Hütte draufgegangen. Den Rest werde ich rausbohren und versuchen, diese durch passende Teile zu ersetzen.

Der zentrale Klotz der Fahrerhausverriegelung samt Kontrollschalter findet seinen Platz. Alles frisch verzinkt. Dass ich die richtige Verkabelung des Schalters zuvor ausführlich getestet habe, hindert mich nicht daran, ihn trotzdem falsch herum einzubauen. Ich montiere ja gerne alles zweimal, das schult den Charakter.

Falls sich ein Steyr-Besitzer anhand des Bildes fragt, wo mein Öl-Einfüllrohr hingekommen ist: Original befindet es sich unter dem Wasserkasten. Ich wollte es aus dem Blickfeld etwaiger Vandalen bringen. Der  Aigner Franz erzählte mir da mal was von einer Flasche Wein im Öl, das muss ich nicht haben. Für einen sicheren Verschluss fand ich keine überzeugende Lösung, so kürzte ich das Rohr kurzerhand um etwa einen Meter und ließ es unter der Hütte verschwinden. So ist diese Stelle entschärft und das recht kostengünstig.

Die Dachrinne wird rundherum mit Owatrol eingelassen.

Die neuen Türdichtungen passen nicht, die Klemmung hat Spiel. Die Dichtung kostet bei MAN ja auch nur 70 Ocken pro Stück... Damit sie nicht durchhängt oder rausfällt, klebe ich sie mit Dichtmasse ein. Da hätte ich auch Meterware nehmen können, dann würden die Türen wenigstens besser zugehen. Die Dichtungen tragen nämlich ganz schön dick auf. Ich habe alles Spiel aus den Türscharnieren geholt (und dabei wie immer den Lack verkratzt), aber die Türen gehen nur mit richtig Schmackes zu.

Die Spiegelhalter werden angebaut. Die alten Dichtungen ersetze ich mit einem Rest der Unterlage der Tankspannbänder. Allerdings ist das Material nicht geeignet, es ist dick und weich. Mit dem Festziehen der Schrauben quillt die Dichtung seitlich hervor. Ich habe Owatrol bzw. Dichtungskleber drunter, aber vielleicht nehme ich trotzdem besser dünne Teichfolie als Dichtung. Für die Spiegelheizung habe ich zuvor neue Kabelstücke durch die Tür gezogen und abgedichtet.

Die restlichen Scheiben werden eingebaut. Für die vorderen Dreiecksfenster brauche ich jeweils eine Stunde. Grund ist ein Stahlklötzchen in der Dichtung, das als Aufnahme für die Drehachse des Klappfensters dient. Der Klotz kann nicht verbogen werden, seine unmittelbare Umgebung muss zur Montage aber verbogen werden. Ich breche mir fast die Finger beim Versuch. Erst mit einem völlig vermackten Fensterrahmen ist die Dichtung halbwegs akzeptabel drin. Vielleicht setzt sie sich im Lauf der Zeit noch etwas. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die letzte knifflige Arbeit sind die Türscheiben. Ich habe jeweils eine Scheibe, eine Metallführung und eine Dichtung. In welcher Reihenfolge sind die Sachen wohl einzubauen? Ich probiere, erst die Scheibe in die Tür einzuschieben, dann die Dichtung in die Führung einzusetzen und zuletzt die Führung über die Scheibe in der Tür zu schieben. Klappt ... so nach einer Stunde. Immerhin ist bis jetzt keine Scheibe zerbrochen, obwohl die Führung schon gut auf Spannung sitzt und beim Einschieben in die Tür natürlich an den Kontaktstellen innen den Lack vom Blech schält. Grmpf. Als alles in Position ist, löse ich die Führung nochmal und pumpe Dichtungsmasse in den Spalt. Jetzt nur noch anschrauben, fertig. Äh, wasdasnu? Die Löcher der Führung passen nicht zu den Löchern in der Tür? Oh nein, falsche Seite! Die Führungen sind nicht hundertprozentig gleich, ich habe die Fensterführung der Fahrertür für die Beifahrertür erwischt. Also muss die Führung wieder raus. Gut, dass überall Dichtungsmasse klebt und diese weiss ist. So kann man am ganzen Fahrerhaus sehen, wo ich meine Hände hatte. Gibt mit den schon vorhandenen schwarzen Fingerdappern einen schönen Kontrast. Muss ich wohl noch mal drüber lackieren... Was soll ich sagen, es hat sich echt gelohnt, das Fahrerhaus mit Chassislack zu lackieren, da ich ständig ausbessern muss.

Als das Tageslicht ausgeht, habe ich beide Türscheiben drin. Punktlandung. Und das obwohl mir die Mikrometerschrauben der Fensterführung ständig aus zwei Meter Höhe auf den Boden fielen. Ich fand sie tatsächlich immer wieder. Übung macht den Meister.

Bisserl Owatrol noch auf die Montagemacken in der Tür, dann zusammenpacken und fertig für heute.

Eigentlich ist Oschi schon fast reisefertig. Sitz rein, Spiegel dran. Und nur noch schnell eine Wohnkabine bauen ☺️.

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