Bauphase I: 2013/KW32

Obwohl ich mir nach jedem anstrengenden Schrauberwochenende vornehme, beim nächsten Mal weniger zu machen, wird es seltsamerweise jedes Mal mehr. Vielleicht liegt es daran, dass der Wendepunkt erreicht ist und Oschi wieder zusammengebaut wird. Das motiviert!

Freitag

Ich hatte wieder mal Lack geordert und diesmal sogar eine passende Grundierpistole dazu. Mit der zuerst bestellten Hohlraum-Pistole ließ sich seinerzeit nicht so gut arbeiten...

Tagesaufgabe ist, den Rahmen nachzulackieren. Hmmm, die Grundierpistole hat keinen Druckminderer und der Kompressor leistet 7 bis 8 bar. In diesem speziellen Fall ist das aber kein Nachteil, weil sich mit dem hohen Druck auf einen Meter Entfernung punktgenau unzugängliche Spalten lackieren lassen. Der Farbverlauf ist zwar schlecht, aber dafür ist massig Farbe in jeder Ritze. Drei Stunden später bin ich vom Fauchen der Pistole fast taub. Und Oschi ist ein paar Kilo schwerer.

Zum Ausprobieren hatte ich auch einen Liter von der Wunschfarbe für das Fahrerhauses bestellt. Und ich kann nicht anders, ich muss im Innenraum ausprobieren, wie die Farbe wirkt. Ein Mitarbeiter des Strahlbetriebs befürchtet spontan Augenkrebs... Aber wir sind absolut begeistert, es war die richtige Farbwahl. Der Liter reicht natürlich nicht für alles, also wird jetzt eine ausreichende Menge nachbestellt.

Nach getaner Arbeit packe ich Oschi inzwischen immer in Folie ein, damit sich der herumfliegende Staub vom Strahlbetrieb nicht auf dem Auto ablegt.

Samstag

Die Schweißnähte der gekürzten Tankspannbänder warten noch auf einen Schutzanstrich und so raue ich die Stellen auf und Pinsel sie mit Zinga ein (mal sehen, ob das Wundermittel hält, was ich mir davon verspreche).

Der Austauschtank von Franz Aigner ist inzwischen da, leider ist er komplett braun eingewachst. Vor dem Schleifen und Lackieren muss ich das Wachs deshalb mit dem Spachtel runterschaben. Eine Strafarbeit...

Auch der Austauschkühler ist da, zwar deutlich angerostet, aber die Lamellen lassen sich immerhin nicht mit dem Finger herausstreichen wie bei dem alten. Als ich mit der Topfbürste an die Roststellen ran gehe, löst sich die Bürste in fünf Minuten völlig auf. Die Drähte finde ich alle in meiner Latzhose wieder.  Der Lack geht so leicht runter, dass ich den Kühler ganz entlacke.

Damit man von der ganzen Arbeit auch von außen etwas sieht, montiere ich noch die verzinkten Bleche unterhalb der Türen.

Der Mittag beginnt mit einer Shoppingtour im Baumarkt. Anschließend wird der umlaufende Kühlerrahmen fertig abgebürstet. Da man den Rost nicht aus allen Ecken herausbekommt, wird der Kühler zweimal mit Owatrol getränkt. Natürlich mit der Lackierpistole, denn die hat echt einen Suchtfaktor.

Dann sind noch diverse Kleinteile zu sortieren, zu entrosten und zu lackieren. Arbeit, die man gern bei der Zeitplanung vergisst, die aber auch gemacht werden will.

Sonntag

Große Lackierorgie der frisch entlackten Teile wie Kühler, Einstiegskästen, Türscharniere, Tank, Luftleitblech, Fahrerhausbügel und diverse Blechteile unbekannter Herkunft (vielleicht sind es gar nicht meine?).

Auch für die Verzinkerei bekomme ich wieder einen Karton Teile zusammen. Die Oberfläche wird dort zwar nicht glatt - egal welche von den beiden Firmen das macht - aber manche Teile lassen sich trotzdem besser verzinken als lackieren.

Als Pflichtprogramm für den Nachmittag habe ich mir die Montage von Kühler und Tank vorgenommen.

Der Kühler hat zwei Halterungen für den Fahrzugrahmen, die sich jeweils in zwei unterschiedlichen Positionen befestigen lassen. Leider hatte ich die richtige Position nicht dokumentiert, was sich natürlich rächt...

Ein Stapler ist bei der Montage des Kühlers enorm hilfreich, denn damit lässt sich der schwere Trumm zentimetergenau in Position halten.

Unerwartet große Probleme bereitet das Luftleitblech, das wir zuvor schon über den Viskolüfter geschoben hatten. Am montierten Kühler befestigt, blockiert es den Lüfter. Mist. Nach einigen erfolglosen Versuchen kann das nur bedeuten, dass der Kühler in der falschen Position montiert ist. Und so ist es auch, der Kühler muss zeitraubend neu montiert werden. Inzwischen ziehen dunkle Wolken auf...

Im einsetzenden Regen montieren wir den Zusatztank und biegen die Spannbänder. Natürlich ist das Loch in der Konsole zwei Millimeter zu klein für die dickere Gewindestange der neuen Spannbänder. Also eine fünfminütige Regenpause genutzt, um die Löcher aufzubohren: Kabeltrommel rausgezerrt, vier Löcher für M12-Schrauben von unten gebohrt, heiße Metallsplitter auf nackte Arme, Kabeltrommel und Bohrmaschine mit den nächsten Regentropfen entsorgt und Bänder fertig montiert. Die Spannbänder muss ich nochmal abnehmen und stärker biegen, da sie oben auf dem Tank nicht eng genug anliegen.

Nach der wochenlangen Hitze ist es mal ganz angenehm in der Kühle zu arbeiten, jedenfalls nutzen wir den Regen, um die beiden vorderen Kotflügel zu montieren. Aber nicht mal eben so, nein. Durch die  dick auftragende Verzinkung der sechs neugefertigen Halteplatten sind die Bohrungen noch aufzufeilen. Jetzt nur noch 42 Schrauben über Kopf anziehen und dabei gleichzeitig Schraube und Unterlagscheibe und Halteplatte und Kotflügel und Ratsche halten und damit für die Artistenschule bewerben...

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