Bauphase I: 2013/KW27

Dienstag

Nach den ärgerlichen Kollateralschäden beim Sandstrahlen überwachte ich die Arbeiten am Auto heute vor Ort. Das Sandstrahlen wurde abgeschlossen und der Staub ausgeblasen. Dabei trat ein versteckter Schaden am Zusatztank zu Tage. Der Tank hat auf der Unterseite einen angeschweißten Flicken, bei dem am Rand Diesel austritt. Der Flicken war mir nicht bekannt und ich finde das auch nicht in Ordnung, da mir der Anbau dieses Tanks immerhin mit einem Tausender berechnet wurde. Gleich mal beim Franz Aigner angerufen, der mir sein Wort gab, dass das in Ordnung kommt (und der Kühler gleich mit, bei dem sich das bröselige Netz mit dem Finger heraus streichen lässt).

Abgesehen davon kann das Lackieren beginnen. Die Fragen nach der einer zusätzlichen Rostumwandlung (in was auch immer), die richtige Grundierung und den richtigen Lack beschäftigten mich sehr lange, denn die Verantwortung für das, was auf das blanke Fahrgestell geschmiert wird, wiegt recht schwer. Ich entschied mich schließlich für den sofort überstreichbaren Kovermi-Rostumwandler, die Grundierung Brantho Korrux nitrofest und den Chassis-Lack Brantho Korrux 3-in-1. Für einen Lackier-Profi dürfte meine Wahl Pfusch am Bau darstellen, für viele Hobby-Schrauber aber sind sie bewährte Mittel. Ich musste die Wahl nach den gesetzten Rahmenbedingungen der Verarbeitung treffen und finde die jederzeitige Überstreichbarkeit des Chassislacks darüberhinaus sehr attraktiv.

Einen ersten Anstrich bekamen heute die im Februar vom Franz erst neu lackierten Felgen. Die waren als ein weiterer Kollateralschaden mitgestrahlt worden. Die Felgen wurden mit aufgezogenen Reifen grundiert, was natürlich Bullshit ist. Aber die Zeit... Da sie nicht eingeplant waren, fehlt mir für die Felgen ein geeigneter Decklack. Vielleicht taugt der 3-in-1-Lack auch hier, das wird der Lackierer auf der Innenseite ausprobieren. 

Natürlich hätten die Reifen vor dem Lackieren der Felgen abgezogen werden müssen, aber ich hatte das gerade eben erst bei allen fünf Rädern gemacht, um Wuchtpulver einzufüllen. Auf eine Wiederholung der Demontage hatte ich absolut keine Lust. Ja, es läuft nicht alles wie es soll... Das Wuchtpulver will ich einmal ausprobieren, weil die 14er Räder ganz schön am Auto herumzerren und sie sich konstruktionsbedingt nicht maschinell auswuchten lassen. Das Wundermittel ist teuer und es gibt widersprüchliche Aussagen zur Wirkung. Nun kann ich herausfinden, ob es Voodoo ist oder wirklich hilft. Da es mir recht großzügig zugeteilt wurde, beträgt die Füllmenge 500 bis 600 Gramm je Reifen.

Der Reifenwechsel war übrigens nicht ohne das Hilfsmittel eines Vorschlaghammers zu machen. Obwohl der Reifen schon gelockert war, ließ er sich nicht abziehen. Die Wulst kam einfach nicht aus der hinteren Rille. Das hatte ich in einem Internetforum schon anders gelesen...

Nebenbei bemerkt: Obwohl das mein erstes Großprojekt dieser Art ist, läuft es bislang erstaunlich gut. Bei vielen angesprochenen Handwerkern treffe ich auf Begeisterung und Hilfsbereitschaft. Empfehlungen und Kontakte kommen fast von allein. Wir bekommen erstaunlich viel Unterstützung angeboten, das hätte ich so nie erwartet!

Donnerstag

Heute am Bauplatz angekommen, fand ich einen erfreulichen Anblick vor: Rostkonverter und Grundierung sind auf den Rahmen aufgebracht. Ich kann es zwar nicht nachprüfen, aber der Lackierer versprach, alle drei Schichten - wie vom Farbenhersteller empfohlen - aufgebracht zu haben (grau-schwarz-grau). Als nächstes werden zwei Schichten Chassislack (schwarz) folgen. Ich bin sehr sehr gespannt auf das Ergebnis.

Was ich inzwischen empfehlen kann: Man sollte - wenn man ein Fahrgestell nach dem Kauf aufbereiten will - zuerst Strahlen und danach erst mit den Details wie Kabeln und Schläuchen weitermachen. Weder Sand- noch Trockeneisstrahlen sind Mikrochirurgie und in der Praxis ist da einiges mehr beschädigt werden als von der Theorie vorhergesagt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht einige Meter neuer Kabel und Dieselleitungen erneut erneuern muss ☹️. Naja, wo gehobelt wird...

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