Modifikation Kippvorrichtung

Versetzen Handpumpe Kipphydraulik Fahrerhaus Steyr 12M18
versetzte Handpumpe der Kipphydraulik vom Fahrerhaus beim Steyr 12M18

Da die Trägerkonsole der Kipphebelpumpe (und des Luftfilters) zu Gunsten des Abwassertanks entfiel, musste die Pumpe an anderer Stelle des Fahrgestells montiert werden. Im Zuge der Umbauten warfen wir ein kritisches Auge auf die gesamte Kippvorrichtung.

Versetzen der Kipphydraulik

Abgeschraubt waren Leitungen und Pumpe schnell, doch das Versetzen dauerte länger. Am praktisch einzig sinnvollen neuen Montageort zwischen Federwegsbegrenzer und Führung des Fahrerhauses auf der Beifahrerseite waren bereits zu viele Löcher im Rahmen vorhanden - leider alle unpassend. Anstatt den Längsträger auf engstem Raum noch weiter zu zersieben, bauten wir eine Adapterplatte, deren eine Seite mit eingeschweißten Gewindestangen auf das Lochbild im Rahmen passt - und deren andere Seite ebenfalls mit eingeschweißten Gewindestangen auf das Lochbild der Pumpe. Weil wir am Korrosionsschutz einen Narren gefressen haben, besteht die Konstruktion vollständig aus Edelstahl.

Die alten Hydraulikleitungen wurde gekappt und durch entsprechend gebogene neue Leitungen (6 x 1 mm) und Schneidringverschraubungen ersetzt und mit der Pumpe verbunden. Beim ersten Probekippen waren die Schneidringverschraubungen nicht fest genug angezogen und die Leitungen lösten sich überraschend aus der Verschraubung. Ich zog die Schneidringe deutlich fester an und nutzte das Malheur gleich, um die Hydraulikflüssigkeit zu wechseln.

Nach dem Umbau begrenzt das rechte Vorderrad den Hebelweg an der Pumpe; der Pumpenhebel sollte nach dem Umbau s-förmig gebogen werden, um wieder den vollen Hebelweg ausnutzen zu können. Ein Kürzen des Hebels ist nicht empfehlenswert. Zum einen steigt die benötigte Kraft erheblich an, zum anderen kommt man dem meist schmutzigen Reifen zu nahe.

Ausgewählte Arbeitsschritte:

  • Ersetzen des Pumenhebels (Material: V2A)

  • Demontieren der Kipphydraulik

  • Anfertigen einer Adapterplatte mit Gewindestangen (Material: V2A)

  • Montieren von Adapterplatte und Kipphydraulik im Radhaus

  • Biegen und Montieren neuer Hydraulikleitungen per Schneidringverschraubungen (Material: V2A)

  • Befüllen der Kipphydraulik mit Hydrauliköl und Entlüften

  • Anfertigen und Montieren eines Leitungshalters (Material: V2A)

Überprüfung des Kippstopps

Mit dem Dachträger on top und den Starterbatterien unter der Rückbank ist das Fahrerhaus tendenziell schwerer geworden. Wir begegneten im Netz Geschichten, nach denen schon Fahrerhäuser beim Kippen abgerissen und vor das Auto gefallen sein sollen. Obwohl ich das in den Bereich der "urban legends" einordne, sah ich mir den Kippstopp genauer an.

Der Kippstopp des Fahrerhauses begrenzt wie ein Endanschlag den Bewegungsraum des Fahrerhauses beim Aufkippvorgang. Es handelt sich dabei um eine Art Scherenmechanismus aus drei Flachstahlprofilen, die zwei-in-eins ineinandergreifen. Endachsen und Mittelachse sind 12 mm stark. Der Kippstopp ist einseitig auf der Beifahrerseite verbaut. Auf der Fahrerseite belegen Servolenkung, Kabelbaum und Druckluftleitungen den Platz am Fahrgestell. Ein Gegenhalter ist am Unterflurprofil des Fahrerhauses nur auf der Beifahrerseite vorgesehen. Der Kippstopp wird auf Zug, die Achsbolzen werden auf Scherung belastet. Die Zugkraft wird relativ sanft in den Mechanismus eingeleitet.

Nach eingehender Prüfung muss ich sagen: Hätten wir den Kippstopp entworfen, er wäre üppiger dimensioniert. Den Kippstopp durch ein Pendant auf der Fahrerseite zu entlasten, schließe ich jedoch aus. Das Fahrgestell müsste zu umfangreich umgebaut werden. Vor allem bringt ein doppelter Kippstopp nur dann eine wirksame Entlastung, wenn die Zugbelastung 100%ig synchron eingeleitet wird; sonst greift doch immer nur ein Mechanismus. Durch das verwindungsfreudige Fahrgestell dürfte es praktisch immer der Fall sein, dass nur ein Mechanismus die Last aufnimmt.

Es liegt also nahe, über eine Verstärkung der einseitigen Profile und Bolzen nachzudenken. Es gilt: Das schwächste Glied bestimmt die Belastbarkeit der Kette. So müssen dann entweder alle Bolzen verstärkt werden oder die Verstärkung ist wirkungslos. Zwei Bolzen ließen sich leicht verstärken: die Scherenlagerung und die Aufnahme am Fahrgestell. Aber durch das Unterflurprofil des Fahrerhauses lässt sich nicht einfach ein stärkerer Bolzen stecken, ohne das Profil aufzubohren und dabei zu schwächen. Eventuell könnte ein Überbau geschaffen werden, der im Beifahrerfußraum flächig verankert wird.

Ob wir diese Idee eines Tages umsetzen ... wer weiß. Der Aufwand wäre beträchtlich. Angesichts der sanften Krafteinleitung wäre bspw. ein Fangseil eine wirksamere und einfacher zu realisierende Sicherung. Der Meister wiederum hält Überlegungen in diese Richtung für technisch unnötig. Der verbaute Kippstopp hat nach seiner Einschätzung mit der Zugbelastung überhaupt kein Problem.

Ausgewählte Arbeitsschritte:

  • Analyse Kippstopp

  • Prokrastinieren der Optimierung



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