Freitragende Einstiegstreppe: Zwischenbericht

freitragende Einstiegstreppe Expeditionsmobil
Prototyp einer freitragenden Einstiegstreppe für ein LKW-Expeditionsmobil

Unsere freitragende Eingangstreppe bzw. -leiter hat das Stadium der Montage erreicht und ist damit bis auf ein paar Nacharbeiten (s.u.) fertig. Von der Stabilität und Funktion sind wir positiv überrascht. Dank Aluminium-Bauweise wiegt sie mit 12 Kg so wenig wie eine originale BW-Shelterleiter.

Voraussetzungen

Für den bequemen und sicheren Zugang in unsere Wohnkabine benötigen wir eine Eingangstreppe. Das Provisorium der abgesägten Klappleiter birgt auf Dauer zu viele Risiken und Probleme. Zwei Nebenbedingungen waren bei der Konstruktion zu erfüllen: zum einen die Freitragung ohne Bodenkontakt, zum anderen die praktische Unterbringung. Eine Ausziehleiter wäre die beste aller Lösungen gewesen, doch konnten wir diese wegen des Gitterrohrrahmens unter der Kabine praktisch nicht umsetzen. Wir erreichten dennoch unser geplantes Ziel.

Technik

Die Treppe ist freitragend, d.h. sie hat im Einsatz keinen Bodenkontakt. Sie hält über eine Einschubtechnik, bei der zwei Einschubprofile in zwei verriegelbare Trägerkonsolen eingeschoben werden. Die Trägerkonsolen sind unter der Bodenplatte der Kabine positioniert.

Obwohl die Konstruktion bereits ohne weitere Abstützung trägt, wird ein klappbarer Bügel die Treppe zusätzlich gegen die Tankkonsolen abstützen. Eine belastende Hebelwirkung auf Material und Befestigungen wird dadurch minimiert.

Treppe

Aus Sicherheitsgründen sind alle Verbindungen deutlich überdimensioniert. Wangen und Einschübe sind aus dickwandigen - d.h. 5 mm starken - Aluminiumprofilen. Die Trittfläche der Sicherheitstufen vom Typ 02 misst 600 x 200 mm. Die fabrikationsbedingten Grate der fein gelochten Trittflächen schliffen wir nach, so dass die Treppe auch barfuss angenehm zu benutzen ist, ohne an Trittsicherheit einzubüßen. Jede Stufe ist über vier M12-Schrauben aus Edelstahl mit den Wangen verschraubt. Die Einschübe halten über je fünf M8-Inbusschrauben aus Edelstahl an den Wangen.

Trägerkonsolen

Die beiden am Unterboden befestigten Trägerkonsolen aus feuerverzinktem Stahl werden durch den Kabinenboden verschraubt. Jede Konsole ist mit drei Montagebohrungen ausgestattet. Wir verwenden jeweils drei M10-Edelstahl-Flachkopfschrauben, deren Vierkante in einer ausgefeilten 5 mm starken Aluminium-Konterplatte im Innenraum sitzen. Die Flächenklemmung vermeidet potentiell schädliche Punkt- und Kerbbelastungen an der Bodenplatte.

Obwohl die Einschübe bereits durch das konstruktive Schwerkraftprinzip gesichert halten, statteten wir jede Konsole mit einem Sicherheits-Federriegel aus. Die 10 mm Bolzen der Riegel rasten in den Einschüben der Leiter ein. Die Verriegelung verhindert ein unkontrollierbares Wandern der Einschübe beim Benutzen der Treppe.

Aufbewahrung

Je nach Expeditionsmobil existieren unterschiedliche Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Aufbewahrung der Treppe am Fahrzeug. Wir diskutierten u.a. eine Unterbringung

  • im Laderaum (verworfen, da wir den Platz anderweitig aufteilen und nutzen wollen)

  • angelegt an die Heckschräge (verworfen, da dort das Drahtseil der Seilwinde und in Zukunft der Fahrradträger stören)

  • hängend an der Kabinenrückwand (verworfen, da die Rückwand aufgrund der Heckschräge zu weit oben ist)

  • flach liegend unter dem Tank der Beifahrerseite (verworfen aufgrund schlechter ergonomischer Voraussetzungen zum Heben von Lasten)

  • seitlich stehend vor dem Tank der Beifahrerseite (verworfen, da die Breite der Treppe bei Geländefahrten aufgrund der Verwindung des Fahrgestells mit der Kabine in Konflikt geraten könnte)

  • auf dem Tank der Beifahrerseite (verworfen aufgrund der Materialkollision von Leiter und Tank, Scheuerwirkung, Klappern, etc.)

  • am Unterboden der Kabine (favorisiert)

Unser favorisierte Lösung ist die Aufbewahrung der Treppe unter dem Kabinenboden. Dazu wollen wir Tragarme an den Auslegern des Gitterrohrrahmens fixieren. Die Treppe kann dann auf die (gummibewehrten) Tragarme geschoben und mit dem Verriegeln der offenen Enden unter Spannung gesetzt werden. Ein Verrutschen, Scheuern oder Klappern der Treppe würden wir damit auch auf Rüttelpisten nicht erwarten.

Nacharbeiten

Was an Feinschliff verbleibt:

  • Aufbewahrung und Stützbügel können wir erst nach abgeschlossener Erweiterung der Tankkapazität fertigstellen.

  • Querverstrebung der Leiter, um die verbliebene Verwindungsfähigkeit der Stufen zu eliminieren.

Konstruktives Potential sehen wir noch bei der Auswahl der Treppenstufen (Breite < 60 cm) und der Verwendung von Edelstahl bei den Konsolen.



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Kommentare: 1
  • #1

    Michael (Montag, 13 April 2015 00:55)

    Hai Oschi,

    das sieht gelungen aus. Wir suchen ja auch noch nach einer Idee für unsere Treppe. Ich denke Deine Idee werd ich mal auf die Liste der "Kopiermöglichkeiten" setzen :-D

    Grüße
    Michael