Was wurde eigentlich aus... der Dachkonsole?

videomundum-Dachkonsole für den Steyr 12M18
Voll 80er - Oschis Dachkonsole

Unsere Dachkonsole bewährte sich in Island, doch ist das Bessere der Feind des Guten. Ein paar innovative Ideen waren Grund genug, die Konsole zu zerlegen und weiter aufzurüsten, ganz im Stil der 80er Jahre.

Hauptschalter

Das verbaute Radio lässt sich - wie moderne Elektronikartikel nun mal so sind - nicht mehr physisch ausschalten, sondern lediglich auf Standby. Das wäre kein Problem, wenn die Dachkonsole an Zündungsplus hinge, was sie aber nicht tut. Daraus entstand der Wunsch, einen Hauptschalter zu verbauen. Diese heimlichen Stromfresser wie auch die Tachouhr können langfristig unangenehme Begleiterscheinungen entwickeln.

Hauptsicherung

Vom Hauptschalter zu einer von außen zugänglichen Hauptsicherung war der Sprung nicht weit. Wobei die Dachkonsole an der werkseitigen Stromversorgung für den erbärmlichen Haufen von Originalkonsole hängt und folglich bereits abgesichert sein sollte.

Steuerung B2B

Wie sein Nachbar, der 24 V-Lader für die Starterbatterien, besitzt auch der B2B-Lader für die Aufbaubatterien ein externes Steuerungsdisplay. Und wie die Geräte selbst Seite an Seite in der E-Kiste zu Hause sind, sollten auch die Displays Seite an Seite an der Dachkonsole im Zugriff des Fahrzeugführers liegen. Gesagt, getan.

Ablagenetz

Die beiden 12 V-Steckdosen nutzen wir aufgrund des Überangebotes an Steckdosen nicht. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass ein an der oberen Steckdose hängendes Gerät einem bei entsprechend kurzem Ladekabel vor der Scheibe herumbaumeln würde. Für ein Ablagefach war einfach kein Platz mehr. Für ein kleines Gepäcknetz unter den Steckdosen aber schon.

Brillenhalter

Böse Stimmen behaupten, ich sei Weltmeister im Sonnenbrillen verlegen. Es gibt da dieses Gerücht, ich hätte einst eine teure Sonnenbrille mit geschliffenen Gläsern wenige Tage nach Erwerb im Bus liegen lassen. Das Einzelstück tauchte nie wieder auf, doch soll die Optikerin ein zweites Unikat besorgt haben. Dieses ging dann eine Woche später auf einer Gartenparty verlustig. Angeblich. Ist aber nur ein Gerücht.

Auf jeden Fall bin ich seit einiger Zeit ein Fan günstiger Sonnenbrillen. Im Urlaub begleiten mich stets zwei Modelle, eins zum Tragen, eins zum Suchen. Da geduldiges Suchen wegen fehlender Geduld nicht zu meinen Stärken zählt, hindern jetzt zwei günstige Brillenhalter an der mittleren Sonnenblende die günstigen Brillen an der Nutzung einer günstigen Gelegenheit zu verschwinden.

Leselampe

Schon bei der Erstmontage der Dachkonsole ging die fahrerseitige Leselampe den Weg alles Irdischen. Ein-Euro-Ersatz aus China war vorhanden, doch genausowenig funktionsfähig - was aber an der falsch verpolten USB-Steckdose lag. Nachdem mir diesbezüglich ein Licht aufging sind weitere Erleuchtungen nicht mehr ausgeschlossen.

CB-Funk

Ein echter Trucker braucht natürlich auch ein Funkgerät, zumindest war das in den 80ern so, als Rubber Duck (Kris Kristofferson) Sheriff Lyle Wallace (Ernest Borgnine) im Film Convoy (1978) an der Nase herumführte. Wenn ein Film meine kindliche Begeisterung für große Laster prägte, dann dieser. 

Auf der anderen Seite gibt es in fernen Ländern mit anderen Sitten unter Umständen einen Argwohn gegenüber Funkgeräten in privater Hand, mit denen sich vielleicht militärische Geheimnisse ausspionieren ließen. So muss jeder Reisende für sich abwägen, ob er ein eventuell behördlichen Ärger anziehendes Funkgerät spazieren fahren will oder nicht.

In Zeiten kleinkindgerechter mobiler Kommunikation gilt CB-Funk längst als tot. Als redundante Notfallmaßnahme haben wir trotzdem ein gutes Gebrauchtgerät an Bord genommen. Bei der Antenne müssen wir zugunsten der Fahrzeughöhe und zu Lasten der Leistungsfähigkeit einen Kompromiss bezüglich der Länge eingehen. Die Funkantenne in Kurzversion schmückt die Beifahrerseite. Wir schauen mal, was es bringt.

Kühlung

A propos andere Länder. Das nächste Offroadabenteuer soll uns in wärmere Gefilde führen. Da kann es unter dem Dach schon mal heiß werden und so spendierten wir der Dachkonsole ein großes Lüftungsgitter, das wir noch im Fundus hatten.

USB-Radio

Eine sinnvolle Überlegung realisierten wir am Ende nicht. Das verbaute CD-Radio macht schon einen guten Klang, bringt aber den Nachteil der CD-Wechselei mit sich. Und damit einher geht der Nachteil einer umfangreichen CD-Sammlung in der Mittelkonsole. Abhilfe würde ein USB-Radio schaffen. Diese verkraften USB-Sticks von 32 GB oder mehr und der Wechsel des Abspielmediums dürfte sich damit für die nächsten Jahrzehnte erledigt haben. Außerdem kann das ersatzweise angeschaffte USB-Radio mit einer Fernbedienung aufwarten, was der beifahrenden Hälfte erweiterte Kontrollbefugnisse gewährt ... hätte, wenn wir es denn verbaut hätten. Wir stutzten beim Einbau aber über ein lästiges elektronisches Pfeifen. Ob es am aktiven Ladegerät lag oder nur die strukturelle Integrität der positronischen Matrix verletzt war wissen wir nicht. Kurzentschlossen wechselten wir das CD-Radio ein, um die Konsole endlich wieder an das Dach los zu werden.

Da das JVC auch MP3 kann, lässt sich mit einiger Vorbereitung bei der Musikauswahl das CD-Chaos in der Mittelkonsole vermindern. Nur die Abhängigkeit der Beifahrerin von der Radiobedienung des Fahrers bleibt der wunde Punkt, an dem sich die Harmonie einer Reisebeziehung weiterhin messen lässt. Da die beste Beifahrerin von allen jedoch uneingeschränkt über die CD-Sammlung herrscht, ist ein Interessenausgleich verhandelbar.

12 V Abgang

Zur weiteren Verwendung liegt auf der Beifahrerseite ein geschalteter 12 V Abgang.



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