Das Pechtagebuch

Manchmal - nein, in Wahrheit: meistens - ähnelt mein Tun und Handeln dem Protagonisten einer Slapstick-Komödie. Ich bin die Personifikation von Ungeschicktheit: Schnell, schnell, lass mich, ich kann das ... Ups. Für Außenstehende ist das sehr unterhaltsam. Und weil dies ein Unterhaltungsangebot ist, präsentiere ich hiermit mein Pechtagebuch. Ein Tagebuch über Pleiten, Pech und Pannen, Missgeschicke und Absurditäten. Über den Unterschied von Theorie und Praxis. Darüber, dass gut gemeint oft das Gegenteil von gut gemacht ist. Und darüber, dass ein guter Plan nicht zwingend zum Erfolg führen muss. Denn: Shit happens!

Lachen und Schadenfreude sind ausdrücklich gestattet - es nützt ja nichts, es ist nun einmal wie es ist. Und um es vorwegzunehmen: Ich bin gesund, es geht mir gut, außer ein paar Kratzer und Narben gibt es keine bleibenden Schäden.

;-)

Euer Christian aka Oschi

Wann Was
Do, 16.06.2016: Wir haben neue kleine Küchenmesser. Beim Tomatenvierteln festgestellt, dass die keinen Unterschied zwischen Gemüse und Fleisch machen. Naja, wir haben eh zuviel Verbandsmaterial angesammelt...
Do, 09.06.2016: Oschi hat das dritte Handy auf dem Gewissen. Diesmal wurde eins vom Deckel einer Sitzbank erschlagen. Knappes Jahr alt, Neuzustand. Tathergang: Fotosession im Innenraum, Handy auf den Rand der offenen Sitzbank abgelegt. Die Schutzfolie vom Schrank aus dem Blickfeld gezerrt und damit den Deckel ausgelöst, der noch keine Gasfeder hat. Lauter Knall und anschließend psychodelische Grafik auf dem Handydisplay. Grmpf.
Sa, 21.05.2016: Lauer Frühlingsabend, entpannte Grillparty. Mi schaut mir auf die Hose und bricht in schallendes Gelächter aus. Öhm, hab ich was vergessen? Nein, eine fette Weinbergschnecke kriecht mir gerade über den Hosenbund. Offensichtlich hat sie sich kurz vorher auf meiner Hose total entleert und visiert jetzt meinen Hals an. Eine Raubschnecke, die mir an die Gurgel will? Ich muss die fesche Schnecke auf meinem Schoß entäuschen, ich bin ein verheirateter Mann. Aber wo die wohl herkam?
Di, 17.05.2016: Großer Auftritt vor der Post (um Bauteile abzuholen, deshalb passt die Nummer auch hier hin): Beim Absteigen vom Rad mit dem Fuß am Gepäckträger hängengeblieben. Umgekippt und auf die linke Hand gefallen. Dann fällt das Rad auf den rechten Knöchel. Resultat: bunte Hand, bunter Fuß.
Mo, 11.04.2016: Die ersten schönen Tage und schon ein Sonnenbrand? Ja, aber vom Schweißen :-(
Sa, 09.04.2016: Mit ohne Schutzbrille und offenem Mund unterm Auto was gestrichen. Immerhin ist die Farbe lebensmittelecht, also bis auf die Verdünnung.
Fr, 15.11.2015: Die gute Nachricht: nur auf den linken Daumen gehämmert. Die schlechte: zwei mal.
Fr, 30.10.2015: Zu Kameraobjektivdeckeln habe ich eine besondere Beziehung. Sind die Dinger schon in Island ständig verlustig gegangen, verbummelte ich am Wochenende den Deckel von der GoPro. Mi fand den Deckel zwar im Schuppen wieder, aber er ging dann in meiner Latzhose wieder verloren. Ein paar Tage später tauchte er in der Waschmaschine wieder auf. Jetzt hab ich ihn eingesaugt...
So, 25.10.2015: Es ist was dran am Spruch "Sport ist Mord": Erst in der Muckibude das Knie an einer Kurzhantel und das Schienbein an der Fußstütze einer Bank aufgeschürft. Dann in der Werkstatt den Spruch "Was uns nicht umbringt, macht uns hart" getestet: Vor längerer Zeit beim Aufstehen das Ende eines Stahlträgers in die Lendengegend gebohrt. Mir geschworen, diese Ecke zu entschärfen ... und wieder vergessen. Diese Woche an der gleichen Ecke erneut hängengeblieben und einen fetten Streifen über die Wirbelsäule gezogen. Nun wird die Ecke entschärft, bevor sie mich in den Rollstuhl bringt!
Mi, 23.09.2015: Wollte dem Regen mit einer Sprinteinlage entlang einer Flügeltürwand entkommen, aber da stand dieser Türfeststellhaken in Ellbogenhöhe ab ... ich würde sagen, mein Arm hat sich beachtlich gut geschlagen.
Do, 03.09.2015: Lange kein Pech gehabt, aber heute ist die Glücksträhne gerissen. Vor einigen Wochen gab mein geliebter langjähriger Gefährte Nokia E72 unvermittelt den Geist auf - Bootschleife. Nachdem ich mein Umfeld wochenlang mit meinen altmodischen Vorstellungen von Mobiltelefonen nervte, fand ein Kollege endlich ein ausgemustertes C6 für mich, mit echter Tastatur und Symbian. Ich war gerade soweit, eine neue Partnerschaft einzugehen, da fiel es mir heute vom Dach...
Sa, 08.08.2015: Von so einem spaksigem Metallgestell am Schienbein festgehalten worden. Kein Blut! Aber in null Komma nix 'ne Riesenbeule. Eis drauf, Krepp drumrum, aus den Augen aus dem Sinn, weitergearbeitet. Ist nur ein Handtellergroßer Bluterguss geworden. Zuhause dann noch zwei Zehen am Türrahmen angehauen.
Sa, 01.08.2015: Gastbeitrag von Mi: Die vierte* Oberfräse auf den neuen Fenstersims gelegt ... und plumps ... auf den Kärcher-Nass-Trockensauger fallen lassen. Oberfräse ganz, Sauger kaputt.
  *sehr lange Geschichte...
Di, 18.07.2015: Also... Zuerst das Brot beim Bäcker vergessen, dann beim Werfen der Brötchen das Fenster nicht getroffen. Mi ließ später den Auffangbehälter der Kaffeemühle fallen und mir fiel noch das halbe Brötchen in ihre Kaffeetasse. Und das alles schon vor zehn Uhr morgens.
Di, 14.07.2015: Das war nicht einfach: Die Schraubzwinge zusammenrutschen lassen und dabei Haut am Bein eingeklemmt.
Di, 18.06.2015: Die Highlights der letzten beiden Schrauberwochen: Brandwunde am Schienbein auf Umwegen vom Lötkolben geholt und bei Überkopfarbeiten einen Stahlstift haarscharf unter das linke Auge fallen lassen. Merke: Niemals, absolut niemals, überkopf ohne Schutzbrille arbeiten! Der Meister hat alle Hände voll damit zu tun, mich heil und gesund vom Hof zu bekommen.
Di, 26.05.2015: Kopf gegen T-Schraube vom Tankspannband: T-Schraube gewinnt.
Mi, 20.05.2015: Das Pechtagebuch wird hiermit zum Glückstagebuch. Denn gestern ist mir gar nix passiert ... als der große Bohrer sich im Material verhakte, mir mein frisch gerolltes Tankspannband aus der Hand riss und das ganze Band um die Standbohrmaschine aufwickelte. Heidewitzka ... mehr Glück als Verstand gehabt.
Mo, 18.05.2015: Über Schnittverletzungen erzähle ich zukünftig nichts mehr. Das Dutzend an beiden Händen ist voll und es wird ja nicht interessanter wenn es immer mehr werden.
So, 17.05.2015: Vier Tage frei, vier Tage Schrauben, vier Tage floss Blut in Strömen. Jeder war mal dran. Meine Hände, Arme und Beine sehen aus, als hätte ich mit einer Rolle Stacheldraht gekuschelt (waren aber nur die scharfen Enden der Kabelbinder im Antriebstrang). Moralischer Tiefpunkt war, als eine lange, schwere, aufrecht stehende, scharfkantige Kunststoffleiste ins Rutschen geriet und hinterhältigerweise versuchte, meinen Daumen zu guillotinieren. Zum Glück ist das meiste drangeblieben.
Do, 14.05.2015: Es ist zum aus der Haut fahren. Um den Bedarf ein für alle mal zu decken, ließen wir vor Monaten 2.000 Kabelbinder aus China kommen. Und nun finde ich die nicht mehr. Nicht einen davon. Die ganze Bude auf den Kopf gestellt, die ganze Werkstatt umgekrempelt - und nix. Weg, einfach weg...
Di, 05.05.2015: So eine K...e. Endlich kommt das letzte fehlende Verbindungsstück, um ein Teilprojekt abzuschließen und was mache ich? Schneide die Leitung zu kurz ab. Bei der Demontage kappe ich dann auch noch die falsche Leitung. Dank Einwegverbindern leider irreparabel. Ergebnis: Statt dem finalen Schritt nach vorn zwei Schritte zurück gemacht.
Mo, 04.04.2015: Zur erneuten Befestigung des Kabelbaums wie ein Schlangenmensch im Antriebsstrang herumgekrochen und dabei beide Arme zerschnitten und zerkratzt. Wir brauchen ein größeres Auto!
Do, 30.04.2015: Mit dem Kopf die Stabilität der neuen Tankkonsolen getestet ... autsch!
Di, 21.04.2015: Die Nachbarn halten mich vermutlich schon für den leibhaftigen Anti-Christen. In den letzten Tagen versucht, allein die Tankkonsolen zu verbauen. Du brauchst fünf Arme, zehn Hände und acht Augen. Innen im Rahmen ist das Leitungsgedöns im Weg, da bekommst Du den Schlüssel nicht aufgesteckt, Du siehst von außen ja auch nicht, was Du mit Deinen Händen machst. Auf den Knie balanciere ich die Konsole. Für einen Sekundenbruchteil passt alles: der innere Schlüssel ist auf der Mutter und die Konsole liegt korrekt am Rahmen an. Leider liegt der zweite Schlüssel zwei Zentimeter außerhalb meiner Reichweite. Beim Versuch, ihn zu erwischen, fällt innen der Schlüssel wieder ab, die Konsole rutscht von den Knien und ich bin mit meinem Fäkalvokabular am Ende...
Do, 09.04.2015: Beim Fernsehen Kopf in den Sport gehauen ... nee ... beim Sport im Kopf Macke in den Fernseher gehauen ... nee ... beim Sport am Fernseher Macke in den Kopf gehauen ... ist ja auch egal.
Di, 31.03.2015: 22h, Notfallambulanz Augenklinik: ungebetenen Gast aus dem rechten Auge entfernen lassen. Mein Schutzbrille kann gar nix, ich schleife zukünftig wohl mit einem Integralhelm.
Sa, 21.03.2015: Das ist schon kein Pech mehr, das ist doch Absicht: Fällt mir im Leihwagen ein Teil vom GoPro-Gehäuse herunter, auf die angezogene Handbremse, und rutscht die Handbremse hinunter durch einen schmalen Schacht in den unzugänglichen Mitteltunnel. Weg war's :-(. Das Teil war übrigens ein brandneues Ersatzteil im ersten Einsatz...
Di, 17.03.2015: Diesmal ist es die rechte Hand. Drei neu gebaute Konsolen an den Rahmen geschraubt, u.a. mit neun Stück M16 Schrauben.Trotz großem Auto waren dazu etliche Verrenkungen und gute 200 Nm Drehmoment nötig, was sich heute in einem dicken Handgelenk äußert.
Di, 10.03.2015: Gut, dass ich nicht zwei linke Hände habe. Mit links kann ich echt nicht schrauben. Seit Dienstag fehlt ein Nagelbett.
Mo, 02.03.2015: Die Dose mit den ganzen Kaffeebohnen fallen gelassen. Die nächsten Wochen schmeckt der Kaffee dann wohl etwas staubig.
So, 22.02.2015: Langsam aber stetig dezimiere ich unsere ohnehin handverlesenen Kaffeetassen-Paare...
So, 01.02.2015: Ich hab's immer noch drauf: Beim Modellbau der Eingangstreppe an einer scharfen Kante der Siebdruckplatte geschnitten.
Di, 13.01.2015: Stoßstange und Fahrerhaus stehen nicht immer gerade bzw. parallel zueinander. Zwischen fest verriegeltem und locker aufliegendem Fahrerhaus macht das von links nach rechts 15 mm aus. Das stellte ich leider erst nach dem Setzen der Nietmuttern für die vordere Dachträgerbefestigung fest. Vier neue Löcher sind vier Löcher zu viel.
Sa, 10.01.2015: Beim Stechbeiteln dank defekten Werkzeugs den linken Daumen gequetscht.
So, 03.01.2015: Auch die kleine Standbohrmaschine hat genug Kraft, um einem das Bearbeitungsobjekt aus der Hand zu reißen. Nach drei Fehlversuchen und einer grün und blau geschlagenen linken Hand aufgegeben...
So, 28.12.2014: An einem Metall-Grat der nagelneuen Handfettpresse die linke Handfläche verletzt.
Mi, 24.12.2014: In die falsche Bahn - S6 statt R6 - gestiegen und in die falsche Richtung gefahren. War aber auch einfach, denn beide Bahnen fahren am gleichen Gleis nur 5min nacheinander ab...
Di, 16.12.2014: Schnitt im rechten Handrücken. Blende Lichtschalter zerbrochen, einmal Ersatz aus Stahlblech mit dem Bohrer zerissen.
Mo, 15.12.2014: Mir unterm Auto mit dem Kanister Getriebeöl ins Auge gehauen.
Sa, 13.12.2014: Pech oder doch schon Talent? Beim Gemüseeinkauf wieder zielsicher die vermatschten Tomaten erwischt. Deswegen darf eigentlich auch nicht mehr ich das Gemüse kaufen.
Do, 11.12.2014: Schrauberpause - mal wieder erkältet.
Mi, 10.12.2014: Unseren Heimatort Meerbusch gibt es gar nicht, in Wahrheit ist es ein Zusammenschluss verstreuter Dörfer. Heute morgen erfahren, dass ich zur Abgabe eines Formulars zwei Dörfer weiter radeln muss. Blöder Föderalismus :-).
Di, 09.12.2014: Beim Anziehen der Arbeitskleidung den rechten Ellbogen an eine Mauerecke gehauen. Auf der anderen Seite der Wand wackelte der Kühlschrank. Später noch beim Schrauben die rechte Hand geprellt. Weil ich außerdem fortlaufend den Bohrer- mit dem Gewindeschneiderdurchmesser verwechselte ist aus einem M8 Gewinde ein M12 geworden.
Do, 04.11.2014: Den Meister nach Feierabend gestört, weil mir die Sicherung der Kabeltrommel außen fliegen ging.
Mi, 03.11.2014: Irgendwoher einen Schnitt im kleinen Finger der linken Hand geholt. Fast volles Feuerzeug kaputt gemacht (Kältebruch beim Plastik).
So, 30.10.2014: Beim Rausstellen des Mülls einen Finger am Mauerputz aufgeschürft.
Sa, 29.10.2014: Schraubenzieher in den Daumen gesteckt.
Fr, 28.10.2014: Am Unterfahrschutz Macke in Kopf gehauen.


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Kommentare: 1
  • #1

    Ewald Henning (Donnerstag, 19 Oktober 2017 19:45)

    Hallo!

    Danke für die tollen Bilder und Erzählungen, Infos, Anekdoten, etc.
    Wir planen auch so ein Projekt, stecken noch total in der Anfangsphase. Diese Seiten sind eine tolle, hilfreich Lektüre! Danke dafür!


    Eine erste Frage: Die Fahrerkabine beim Steyr sieht auf Bildern und Videos sehr geräumig aus. Ich bin ein "normal gewachsener " Ostfriese mit 1,95 cm Körperlänge. Wie sieht es da mit dem Sitzkomfort hinter dem Lenkrad aus?

    Allzeit gute Fahrt!

    LG

    Ewald Henning