Optimierung KFZ-Elektrik: Projektplanung

Skizze der neuen KFZ-Elektrik-Zentrale in der Sitzbank des Steyr-Fahrerhauses
Skizze der neuen KFZ-Elektrik-Zentrale in der Sitzbank des Steyr-Fahrerhauses

Ich hatte es versprochen: Hier kommen die ersten Details zu den laufenden Arbeiten. Eine große Baustelle ist die Autoelektrik. Schon in Bauphase I wollte ich aus der Sitzbank des Fahrerhauses eine Elektrikkiste machen. Nun ist es soweit. Unter anderem werden die Starterakkus in die Sitzkiste des Fahrerhauses verlegt.

Die einzelnen Schritte und warum ich das Vorhaben für sinnvoll halte:

Verlegung Natoknochen

Unterhalb des Batteriekastens auf der Fahrerseite sitzt originalseitig der Batteriehauptschalter (sog. Nato-Knochen). Damit bzw. mit einem Steckschlüssel wird die gesamte KFZ-Elektrik gezielt aktiviert oder still gelegt. Wenn wir das Auto verlassen, ziehen wir diesen Schlüssel als Wegfahrsperre ab. Der Motor kann dann nicht gestartet werden. Auch um zu vermeiden, dass die Uhr im Fahrtenschreiber während langer Standzeiten die Starterakkus entleert, wird der Schlüssel abgezogen.

Mehr als einmal hat sich gezeigt, dass die Originalposition des Nato-Knochens unvorteilhaft ist, da er von innen nicht bequem zu erreichen ist. Daran, dass der Schlüssel erst außen gesteckt werden muss, würde trotz eines Durchstiegs zwischen Fahrerhaus und Kabine auch ein "Fluchtstart" scheitern. Im Fahrerhaus wäre der Nato-Knochen besser aufgehoben.

Im Fahrerhaus kann der Schlüssel auch bei kurzer Abwesenheit oder Standzeit bleiben, ohne Gefahr zu laufen, dass er Beine bekommt. Auf Reisen ist es nicht ungewöhnlich, dass neugierige Menschen aufmerksam schauend um das Auto herumgehen. Gerade bei Kindern sitzt der Batteriehauptschalter dann auf Augenhöhe, und so ein Nato-Knochen kann für die kleinen Racker ein interessantes Souvenir sein.

Verlegung der Starterbatterien

Die Originalakkus weichen kleineren aber stärkeren Akkus im Fahrerhaus. Durch den Entfall des Batteriekastens außen am Fahrgestell entsteht Raum für zusätzliche Tankkapazität. Und die wichtigsten Stromquellen sind bei Flussdurchfahrten nicht mehr im wassergefährdeten Bereich. Die neuen Akkus sind zyklenfeste gasungsfreie Spiralzellen AGM (Optima Yellow Top), die multifunktional eingesetzt werden können.

Entfall Nato-Fremdstrom-Steckdose

Leere Starterakkus können immer mal passieren. Wer hat dann schon ein passendes Schweinenasenkabel dabei? Wir nicht... und selbst wenn, bräuchten wir im Fall der Fälle immer noch ein Spenderfahrzeug mit ebenfalls einer Nato-Steckdose (mit passender Dimension!). Oder ein entsprechend modifiziertes Starthilfekabel. Wenn ich aber ein Polzangenkabel nehme, brauche ich die Nato-Steckdose nicht! Also weg damit, denn zukünftig werden unsere Fahrzeugakkus per Solarstrom geladen. Auf der Testreise war das wegen Batterieschadens übrigens einmal nötig und funktionierte gut.

Verlegung B2B-Lader

Ein B2B-Lader lädt die Aufbauakkus über die Lichtmaschine per Überschuss-Strom der Starterakkus. Unser B2B-Lader befindet sich aktuell in der Wohnkabine. Da der Lader aus naheliegenden Gründen nur während motorisierter Fahrt genutzt werden kann, steuert man ihn am besten vom Fahrerhaus aus. Es besteht die Möglichkeit, den Lader an Zündungsplus anzuschließen. Um auch das Anzeigedisplay während der Fahrt kontrollieren zu können, verlegen wir das Gerät gleich an den Platz des Fahrzeugführers.

Anschluss 24 V-Lader

Bisher fuhr das Gerät unangeschlossen im Originalkarton mehr als blinder Passagier mit. Zukünftig ist der Lader dauerhaft an die Starterakkus angeschlossen, um ihn bei Vorhandensein von Landstrom spontan ohne große Anschlussarbeiten nutzen zu können.

Einbau 24 V-Sinus-Wechselrichter

Unterwegs gibt es immer etwas zu laden, z.B. das Navi-Tablet oder die Kameraakkus. Alternativ könnten wir ein Kabel zum 12 V-Wechselrichter im Aufbau legen, doch wollen wir den während der Fahrt nicht unbeobachtet laufen lassen. Im Netz gibt es genug Beinahe-Katastrophen-Berichte von abgerauchten Geräten, die nahe legen, die Dinger nicht aus den Augen zu lassen. Ein unbemerkter Brand in der Wohnkabine wäre eine Katastrophe.

Anschluss Solar-Ladestrom

Die Starterakkus sollen über Solarstrom geladen werden. Damit gehören durch die Tachouhr bei längerer Standzeit entleerte Akkus der Vergangenheit an. Es ist keine praktikable Lösung, nach jedem Ausschalten des Hauptschalters die Uhr neu zu stellen. Außerdem schadet ein bißchen Akkupflege nie. Ob der Strom aus eigenen Solarzellen (24 V) ständig oder über das Wohnkabinennetz (12 V) im Bedarfsfall kommt, das ist noch unklar. Unser Reserve-Laderegler kann beides, nur die Starterakkus müssten im 12 V-Fall parallel verkabelt werden.

Mit einer Umschaltung zwischen 24 V auf 12 V könnten wir die Fahrzeugakkus mit der 12 V-Solarenergie des Aufbaus laden oder die Fahrzeugakkus als zusätzliche Akkukapazität für den Aufbau nutzen (Waschmaschine, Staubsauger). Natürlich wäre auch der umgekehrte Fall sinnvoll, nämlich die Aufbauakkus zum Starten nutzen zu können. Um im Bedarfsfall nicht aufwändig die Verkabelung abändern zu müssen, suchen wir nach einem bequemen hochstromfesten Umschalter. Es müsste sich dabei um einen zweipoligen Schalter mit sechs elektrischen Anschlüssen handeln. Zwei elektrische Anschlüsse wären fix und zwischen den jeweils beiden anderen kann umgeschaltet werden (sicherheitshalber mit Nullstellung).



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