Die kleinen Dinge

Stellrad Drehmaschine Schlosserei Heinrich Reiners
Stellrad einer Drehmaschine

Die kleinen Dinge sind es, mit denen wir anfangen sollten. Diesen guten Rat gab uns der Meister. Und so fingen wir mit ein paar Lockerungsübungen für die Finger wieder mit dem Schrauben an. Nach dem Umbau ist vor dem Umbau; will sagen, die zweite Bauphase ist offiziell eröffnet. Im Laufe der nächsten Jahre soll die Einsatzfähigkeit erweitert und der Komfort vergrößert werden, indem wir einige Einschränkungen aufheben und Provisorien ersetzen.

Bauphase II begann damit, dass wir uns mit unserem Werkzeug wieder im Schuppen der Schlosserei häuslich einrichteten. Dann machten wir hier ein paar Schrauben auf und bauten da etwas weg und schon war der Steyr nicht mehr fahrbereit. Klingt chaotisch und sieht auch so aus, allerdings bilde ich mir ein, einem Fünf-Jahres-Masterplan zu folgen. Fünf Jahre - so lange wird es unter normalen Umständen wohl mindestens dauern, bis alle Vorhaben umgesetzt sind (und das Geld dafür verdient ist). Ohne den Zeitdruck eines unverrückbaren Fährtermins sinkt das Umbautempo - zu Deinem Leidwesen, lieber interessierter Leser - dafür können wir unbekannte Sachverhalte besser recherchieren, günstiger einkaufen und besser planen. Und nach dem Ausnahmezustand im Jahr vor der Reise wollen wir neben dem Umbau wieder ein ganz normales Leben leben.

Nicht die (nächste) Reise steht im Vordergrund des Tuns, sondern der Spaß am Schrauben. Außerdem will ich den Beweis antreten, dass ich nicht nur "zweckmäßig", sondern auch "schön" kann, was naturgemäß mehr Zeit erfordert. Für letzteres fanden schon einige Längen Edelstahlrohr ihren Weg in die Werkstatt.

Wie jetzt - schön? Und was soll das heißen, Edelstahl? Ja, wenn man Oschi so ansieht, dann scheint das ein Novum zu sein. Allerdings, hätten wir vor der Reise ausreichend Zeit gehabt, wir hätten auch bisher mehr auf die Optik geachtet. Es ist also kein skandalöser Stilbruch, wenn wir zukünftig die Zahl der optischen Mängel begrenzen wollen.

Trotz des erwähnten Masterplans wird sich nicht ändern, dass ich ein zwanghafter Optimierer bin. Eine Baustelle nach der anderen abzuarbeiten, das käme für einen ungeduldigen Menschen wie mich einem unerträglichen Stillstand gleich. Ich brauche immer mehrere Eisen im Feuer, um mich nicht zu langweilen. Es ist ein wiederkehrendes Muster meines Lebens, dass ich nicht überall in die Tiefe gehe, sondern viele unterschiedliche Erfahrungen mache. Manch einer widmet sein Leben nur einer Sache, ich widme ihr gern einige intensive Jahre, aber dann muss etwas anderes her. Das Leben ist bunt und abwechslungsreich und ich will es in all seinen Facetten kennenlernen. Entsprechend beschränkt sich das Schrauben nicht auf ein Projekt. Mit dem Umbau der KFZ-Elektrik eröffnete ich die erste Parallelbaustelle. Weitere werden bestimmt bald folgen, das lässt ein Blick in die Vergangenheit erwarten.

Nebenbei bemerkt offenbarte das in Bauphase I gegenüber dem Motor hervorragend schallisolierte Fahrerhaus unterwegs - wenig überraschend - einen Nacheil. Die Innenraumgeräusche sind nun deutlicher hörbar. Die großen Türscheiben klappern, im Armaturenbrett klappert es, der Gaszug knarzt, die Sitze quitschen und so weiter. Für jedes Geräusch, das wir eliminierten, wurde ein anderes hörbar...

Mehr Details zu den begonnen Baustellen gibt es demnächst an dieser Stelle.

Drehmaschine Schlosserei Heinrich Reiners
Drehmaschine


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