Wilde Tiere

Wir mögen Tiere, nicht nur zum Essen, sondern besonders, wenn man sie streicheln kann. Islands Tierwelt mögen wir auch. Es gibt weder Schlangen noch große Raubtiere, die wilden Tiere sind nicht gefährlich. Eine Aufzählung.

Papageitaucher: Puffins sind große Klasse. Viele unserer Reisen zielen darauf ab, Puffins zu sehen. Sie haben eine drollige Art zu laufen, und die Zeichnung ihres Gefieders lässt sie dabei ernst und sorgenvoll schauen. Klasse Kombination. Leider bleiben sie nur bis Ende Juli/Anfang August in Island.

Küstenseeschwalben: Die Pest in Küstenregionen. Verteidigen ihr Revier auch gegen Autos und Touristen. Auch andere Tiere werden von ihnen terrorisiert, selbst wenn sie gar kein Nest haben. Sie machen es, weil sie es können. Küstenseeschwalben sind übrigens rekordverdächtige Langstreckenflieger, da sie mit den Jahreszeiten zwischen Süd- und Nordpol pendeln.

Austernfischer: Neugierigster Glotzvogel überhaupt. Stark suizidgefärdet, da asphalt-affin. Sitzt, läuft oder fliegt immer vor uns auf der Straße herum.

Andere Vögel: Wildgänse, Singschwäne, Eiderenten, Rebhuhn, Auerhahn, Möwen, Lummen, Bastölpel, etc. Meist mit flauschigen Küken. Eulen sahen wir auch. Saßen am Wegesrand und schauten uns mit großen Augen an. Was noch? Ich bin nicht so der Ornithologe. Da ist noch so einer, der hat einen ganz markanten Ruf. Sehr schneller Flügelschlag, sehr klein, sehr laut. Das ist unser Islandvogel (Regenpfeifer?). Wo man aussteigt, ist er schon da. Freu ich mich immer. Und der Eintonvogel. Nennen wir so, weil er wirklich nur einen quälenden Pfeifton kann. Meist auch da vertreten wo der Islandvogel ist. Nervt aber.

Wale: Wale zu sehen ist wahrscheinlich aber nicht sicher. Ja, es gibt Whale Watching Tours, aber die sind speziell. Es gibt eine Garantie: kein Wal -> Geld zurück oder Freifahrt. Wir fuhren eine Tour von Reykjavik aus mit. Mach Dir keine Illusionen, dass der Wal neben dem Boot aus dem Wasser springt oder die Fluke vor Dir abtaucht, das passiert oft nur auf dem Foto im Flyer. In der Regel braucht man mehrere Touren, um das selbst zu sehen. Die meisten Walsichtungen entsprechen einer Atemfontäne irgendwo am Horizont, die dazu noch schlecht vom aufgewühlten Meer zu unterscheiden ist. In Reykjavik sah nur der Guide den Wal, wir Passagiere schauten immer einen Tick zu spät in die angegebene Richtung. In Husavik sahen wir mit dem Fernglas von der Klippe aus garantiert mehr Wal als die Touristen in den Booten.

Schafe: Länder, bei denen die Anzahl Schafe die Anzahl Einwohner übersteigt, sind unsere Favoriten. Island. Schottland. Neuseeland (da müssen wir auch mal hin). Zwar sind die Viecher selten dämlich, wenn sie auf der Staße ewig vor dem Auto wegrennen und nicht einfach in die Wiese flüchten, aber sobald man aussteigt, um eines der süßen Lämmchen zu knuddeln, haben sie auf einmal den sechsten Sinn. Ein einziges Mal ist es mir bisher gelungen, ein Lamm zu fangen und zu streicheln. Dabei wäre eine kleine Gegenleistung angebracht, wenn sie uns morgens mit ihrem Geblöke aus dem Schlaf reißen.

Polarfuchs: Auf Snaefellsness stand mal einer neben der Straße, er hatte noch sein weißes Winterfell. Ich hätte ihn gerne etwas beobachtet. Leider war es leicht nebelig und an der Straße gab es keinen guten Platz zum Anhalten.

Islandpferde: Überall. Leben wild in kleinen Herden mit vielen Fohlen dabei. Von den staksigen Jungen haben wir noch kein Foto. Sie sind sehr neugierig. Manchmal wähnten wir uns allein, keine Menschenseele, kein Tier weit und breit. Als ich später mal ums Auto gehe, steht eine ganze Herde hinter dem Auto und guckt mich an. Wo die plötzlich herkamen? Sie haben wohl auf Leckerli gehofft, aber wir waren mal wieder nicht gut vorbereitet.

Seelöwen/Seehunde oder doch Robben? War jedenfalls eine schöne Überraschung, die grauen massigen Leiber zu sehen und ihre Rufe zu hören. Sie scheinen gerne da zu leben, wo starke Brackwasserströmung herrscht, z.B. an Flussmündungen. Wir haben auch immer dort welche gesehen, wo flache Fjordausläufer mit Damm und Brücke abgekürzt wurden. An den Brücken enstehen mit den Gezeiten die starken Strömungen, in denen sie bevorzugt jagen.

Rentiere: Standen gar nicht auf der Watchlist, wir sahen sie aber trotzdem. Vorrangig in den Ostfjorden. Stehen da einfach so rum und äsen, oft direkt an der Ringstraße. Nur sobald Du anhältst, um sie zu knipsen, hauen sie ab. Näher kommt man im Hinterland an sie heran. Auf einer Wanderung zum Stórifoss trafen wir welche, die sich auf ca. 50 m näherten, bevor sie elegant auf Distanz gingen.

Hase: Stand auch nicht auf der Liste, sah aber einen weglaufen. Check.

Mücken: Mücken gibt es nicht nur am Myvatn. Mücken gibt es überall, wenn kein Wind weht. Wenigstens stechen sie nicht. Was fressen die hier eigenlich mitten im Nirgendwo? Vermutlich Touristen, meint Mi.



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