Ein Traum geht zu Ende

Knapp eine Woche sind wir noch in Island unterwegs bis uns die Fähre "Norröna" zurück nach Hause bringt. Gut fünf Monate waren wir - mit einem zweiwöchigen Abstecher auf die Färöer - in Island unterwegs. Ein Blick zurück.

Island liegt knapp unterhalb des Polarkreises, allein im weiten Nordatlantik. Die Landschaft scheint karg und das Klima rau. Man muss das Nordische mögen. Lässt man sich auf Island ein, überwältigt es einen mit seiner Energie. Abseits der Hauptrouten ist das Land Abenteuer pur. Nichts ist weichgespült, die ungefilterte rohe Seite der Natur fasziniert. Dort gibt es sie noch, die Flecken ohne Handyempfang. Auch im 21. Jahrhundert kann man ihn dort kämpfen, den uralten Kampf des Menschen um sein Überleben in der Natur. Es gibt aber auch viele liebliche Ecken, deren Schönheit dem Betrachter sofort ins Auge springt.

Island schillert bei Sonne in vielen bunten Farben. Das Land ist unbeschreiblich vielseitig, hinter jeder Ecke sieht es anders aus. Links fließt ein wild schäumender Fluss durch eine Lavalandschaft und rechts taucht ein vergletscherter Berggipfel aus dem sonnendurchfluteten Nebel auf. Man kann sich in kontraststarken Wüsten wiederfinden, die sich ringsherum bis zum Horizont ausdehnen. Unten domininiert schwarz, oben weiß, und mittendrin mäandert ein türkisfarbener Fluss zwischen moosgrün leuchtenden Ufern auf einen Wasserfall zu.

Durch die Abwesenheit von Bäumen und die weiten Ebenen reicht der Blick so weit wie selten irgendwo. Islands Himmel ist das reinste Actionkino, wenn der stetige Wind die Wolken vor sich her treibt. Die Auseinandersetzung mit der Natur und der Tierwelt vermittelt ein intensives Verbundenheitsgefühl.

In den Wochen im Süden und im Hochland hätte das Wetter besser sein können, viel besser sogar. Aber dafür haben wir ja eine große Wohnkabine. Im Norden und Nordosten hatten wir zum Schluss sechs sonnige, fast schon heiße Wochen. Sträucher und Gräser leuchten inzwischen in herbstlichen Farben. Nicht zu vergessen sind die Nordlichter, die wir seit September zu sehen bekommen.

Wir erfuhren mit Oschi überwiegend Anerkennung und Begeisterung, nur ein Mal trafen wir auf einen grantigen Busfahrer im Hochland. Das Allrad-LKW-Reisekonzept war die richtige Entscheidung. Wir werden auch zukünftig mit Oschi verreisen. Oschi ist ein Stück Freiheit, das uns jederzeit zur Verfügung steht. Zumindest theoretisch, praktisch schränkt uns das Saisonkennzeichen natürlich etwas ein :-P.



Kommentare: 0