Die Askja

Vor zehn Tagen erst ereignete sich am Krater der Askja eine Naturkatastrophe. Ein annähernd ein Kilometer breites Stück brach vom Kraterrand ab und 50-60 Millionen Tonnen Vulkangestein stürzten in den See. Der Schutt türmte Flutwellen bis auf 50 Meter auf, die sogar in den benachbarten Kratersee Viti stürzten. Als Ursache gilt die hohe Bodenfeuchtigkeit. Wir fahren hin und wollen mal über den Kraterrand schauen.

Das vulkanische Gebiet der Askja entstand als Island noch von Gletschern bedeckt war. Vulkanische Aktivitäten unter hunderte Meter dickem Eis schichteten ein Bergmassiv, das Dyngjufjöll, auf. Am Ende der kleinen Eiszeit brach der Vulkan durch die Eisdecke und bedeckte das Hochland mit Lava, Basalt und Bimsstein. Zurück blieb eine rund 45 Quadratkilometer große Caldera. Nach weiteren Ausbrüchen füllte sich ein Teil der eingestürzten Caldera mit Grundwasser. Der so entstandene See Öskjuvatn ist mit 220 m Islands tiefster See. Am Rande der Caldera in unmittelbarer Nachbarschaft des Öskjuvatn entstand Ende des 19. Jahrhunderts nach einem neuen Vulkanausbruch der kleine Vitikrater. Heute ziert ihn ein milchiger warmer Kratersee.

Die Askja ist dieses Jahr nicht einfach zu erreichen, da zwei von drei Pisten wegen Schnee (F910) und Überschwemmung (F88) zum Teil gesperrt sind. Wir wählen den langen Weg über Nord-Ost und lassen uns mehrere Tage Zeit, um die vom Askja-Vulkansystem hinterlassene Lavalandschaft zu genießen.

Vor Ort suchen wir zuerst die Touristeninformation auf. Eine Offizielle gibt Entwarnung. Die Kraterseen können ganz normal besichtigt werden, nur bis ans Wasser darf man nicht hinunter, aus Sorge vor weiteren Abbrüchen und Flutwellen. Der Parkplatz ist 8 km entfernt, die Piste führt durch eine schwarze Mondlandschaft, in der die NASA schon Astronauten für die Mondlandung trainierte. Nach einer kleinen Schneewanderung ist es geschafft, die Seen liegen vor uns und glitzern in der Sonne. 2010 hatten wir hier übrigens dichten Nebel und nur 50 m Sichtweite (dafür kamen wir damals bis ans Wasser und haben Bimssteine schwimmen lassen).

Wie es an der Askja weitergeht, kann man über en.vedur.is erfahren, der Webseite des Icelandic Met Office (isländische Wetterbehörde).



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