Gegen Regen

Mit leerem Kühlschrank sind wir zurück in Selfoss. Es regnet wieder mal. Heute sind es viele kleine schnelle Tropfen. Man glaubt ihnen entkommen zu können, aber sie sind überall. Der Wind treibt sie von allen Seiten herbei. Seit Wochen schon ist der Regen im Hochland unser täglicher Begleiter. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Dabei begann alles so vielversprechend, Island empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Auf einen Sonnentag folgte zwar oft ein Regentag, aber man konnte sich darauf verlassen, dass die Tage immer besser wurden und in sonnigem T-Shirt-Wetter gipfelten.

Verlass ist nur noch darauf, dass es jeden Tag mindestens einmal regnet. Der Himmel ist grau und die Welt verschwindet in einem diffusen Schleier. Es gibt ein interessantes Phänomen da draußen. Am Horizont geht der graue Himmel in helles Weiß über, als ob das Wetter dort besser wäre. Aber fährt man hin, dann setzt sich das Phänomen immer weiter fort. Woanders scheint es immer besser, wie in einem Sinnbild. Kurz überlegen wir, für eine Woche nach Spanien zu fliegen, aber das wäre wie kneifen. Nein, im Leben pickt man sich nicht nur die Rosinen heraus, man macht das beste aus dem, was man hat. Und dann gibt es eine seltene Regenpause, in der irgendwoher sogar Sonnenstrahlen kommen. Fast so als ob das Wetter sagen wollte, nur Geduld, ich kann auch anders.

Wenn man sowieso schon nass wird, kann man auch gleich ins Schwimmbad gehen. Und Pläne schmieden. Und Vorräte für mehrere Wochen kaufen. Jetzt sind die Tanks randvoll und der legendäre Sprengisandur wartet. Regen hin oder her, wir kommen!



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