Der Sprengisandur - Teil I

Das menschenleere isländische Hochland lässt sich auf vielen Wegen durchqueren. Die längste durchgehende Nord-Süd-Verbindung ist die F26, die durch den legendären Sprengisandur führt. Rund 200 harte Pisten-Kilometer sind zu bewältigen, und die nächste Tankstelle ist fast 250 km entfernt. Ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß, eine Durchquerung des Hochlandes ist für viele Besucher die ultimative Herausforderung Islands.

In den unwirtlichen Sprengisandur zogen sich Jahrhunderte lang die Geächteten der Gesellschaft zurück. Hierhin flohen Verbrecher vor ihrem Urteil. Hier lauerten finstere Gestalten, Trolle und Geister, den durchziehenden Wanderern und Reitern auf. Die Durchquerung des Sprengisandur war in früheren Zeiten eine lebensgefährliche Reise. Der unheilvolle Ruf hätte den Weg beinahe in völlige Vergessenheit versinken lassen. Heutzutage gibt es jedoch gutes Kartenmaterial, nur nicht immer in elektronischer Form.

Die ersten Kilometer auf der F26 sind zurückgelegt. Schon jetzt ist klar, dass es mit einer einzigen Durchquerung nicht getan ist. Zu viel gibt es zu entdecken. Wie ein Spinnennetz überziehen namenlose Pisten das Gebiet. Viele markante Sehenswürdigkeiten im Hochland sind über Verbindungen zur F26 zu erreichen. Mal biegen wir links und mal rechts ab, um Pistenmarkierungen zu folgen. Wir kriechen über Steine und queren felsige Flussbetten. Schluchten, Wasserfälle und Lavafelder sind der Lohn. Immer wieder finden sich schön gelegene Übernachtungsplätze. Wir werden noch den Thórisvatn umrunden und dann im Süden wieder Vorräte auffüllen, bevor es auf dem Sprengisandur weiter geht.



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