2014/15: Es gibt für jede Lösung ein Problem

Die Uhr tickt, die Tage werden gut genutzt. Und Oschi heiratet.

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Mit neuem Kleber verkleiden wir das Dach. Drei Platten, fünf Stunden. Auf die Außenkanten der Box passen wir in den nächsten Tagen 30 Meter 60x60 mm Winkelbleche an: Messen, Zuschneiden, Bohren, Kleben, Schrauben. Die Ecken werden gut geplant aber diletantisch realisiert: an den Anschlussstellen entstehen eher hässliche Fugen. Trotz der Sauerei mit Kleber und dauerelastischer Dichtmasse geht die Optik des Koffers klar in Richtung Flightcase.

T-25

Ambitioniert holen wir zwei Multiplexplatten und ein paar Latten für den Innenausbau. Zuhause finden sich noch drei Quadratmeter 18 mm Multiplex hinter einem Schrank. Zurück bei Oschi wissen wir nicht, wohin mit dem ganzen Holz.

Unsere täglichen Kantenwinkel geben wir uns heute...

Die Frontschräge macht wieder Höllenärger, die Verschalung treibt uns in den Wahnsinn. Es dauert sehr lange, bis sie endlich passt und die Dachkanten nachgefräst und gestrichen werden können.

Der Heckträger wird endmontiert (zu wenig Platz, fetter Zurrgurt, Vorschlaghammer, falsche M10 Schraube eingeschraubt, gefreut, böses Funkeln vom Meister, richtige M12 Schraube passt nicht, Feile, Gewindeschneider, Ratsche mit fünf Verlängerungen, viel Gewalt, irgendwann ... dran).

T-24

Außen sind es doch wieder über 500 Schrauben geworden. Die Köpfe der frei auf der Fläche platzierten Schrauben versiegle ich mit Kleber, d.h. ich schmiere überall aufs braune Holz schwarze Pampe. Der Überschuss wird schon abwittern. Auf die Plattenstöße klebe ich 60 mm breite verzinkte Bleche, das deckt auch die Schrauben entlang der Stöße mit ab. Noch mehr Geschmiere auf der Box.

Auf meine Verantwortung platzieren wir das Outboundfenster doch in die Frontschräge. Der Warnung des Herstellers vor Wasseransammlungen will ich mit Drainagen begegnen. Der Montageausschnitt für das Fenster erfordert eine Stufe in Holz und Styrodur und damit stundenlange Detailarbeit.

Zwei Pabst-Fenster wandern in die Seitenwände. Aufgrund unserer Wandstärke und Bauweise kann ich sie bündig in die Wand einsetzen. Die inneren Ausfräsungen passen, die beiden Fenster sind ruckzuck eingeklebt. Da wir Holzwände haben, schrauben wir zum Anpressen einfach Latten von innen an die Wand. Auch außen sind die Fenster bündig, so dass wir auf das Einklipsen der Zierleisten verzichten. Der umlaufende Spalt wird von außen ausgeschäumt. Da drauf soll noch eine Klebefuge. Wollten wir ursprünglich bis zu sechs Fenster im Wohn-/Ess-/Schlafraum haben, finden wir zwei Stück nun vollkommen ausreichend. Sonst hätte man ja gar keine Privatsphäre mehr, wenn man nackelig durch die Kabine rennt :-)

Die Außentür wird eingeklebt und sporadisch geschraubt. Ich weiss von der Anprobe, dass die Zarge verzogen montiert werden muss, damit das Spaltmaß stimmt. Doch mit dem Kleber geht das plötzlich nicht mehr und im Ergebnis klemmt die Tür. Ich verklemme Leisten in der Zarge, um den Abstand zu wahren. Am nächsten Tag liegt die Tür am unteren Ende nicht mehr an der Dichtung an. Sch...

T-23

Heute sollte die Box schon mal unter den Kran, doch ich kann beim Meister noch einen Tag raushandeln. Er stellt die Box derweil auf eigens zusammengebratene Transportrollen. Der Deckenkran spielt mit (500 Kg...).

Transportrollen
Transportrollen vorn
Rollwagen
Rollwagen hinten

 

Wir kämpfen unterdessen gegen die Zeit und versuchen, die Box abzudichten: meterweise Kantenwinkel und Stoßverkleidungen, das Badfenster, alle halbe Stunde fliegt eine entleerte Klebekartusche durch die Montagehalle.

Der zweite Hilti-Winkelschleifer stirbt in meinen Armen. Ich besorge in der Dorfapotheke Ersatz. Milwaukee heißt der Hersteller, nie gehört, utopischer Preis, aber leise und mit Regelelektronik. Die Zeit drängt...

Beinahe wäre die Box schon mal ohne uns losgefahren. Um Anpressdruck bei den Stossverkleidungen zu nutzen, klemme ich Holzabfälle zwischen Kabine und Hallenwände. Doch die Box steht ja jetzt auf Rollen...

T-22

Freitag stehen wir früh auf.  Das ist hart, nachdem wir gestern bis Mitternacht schufteten. Selten kommen wir in diesen Tagen vor 22 Uhr aus der Werkstatt.

Die mit Farbe und Kleber völlig verschmierte Außenseite der Box wird sauber geschrubbt. Das dauert zwar, geht aber dank der glatten Seite von Siebdruck leidlich gut. Während ich noch die letzten Meter Kanten auf dem Dach verfuge, wird die Box ins Freie geschoben.

Siebdruck-Wohnkabine fertig!
Siebdruck-Wohnkabine fertig!

Der Außenkran hebt die Box auf Böcke, wir müssen die Lagerwippen unter den Hilfsrahmen schrauben. Wie es der Teufel so will, scheint sich mit dem Verzinken etwas an den Maßen getan zu haben. Die eindeutig markierten Bauteile wollen nicht mehr zusammenpassen. Großes Fragezeichen beim Meister.

Während vier Leute noch hektisch nachbessern, fährt schon eine alte MAN Pausbacke mit Kran auf den Hof.

Hochzeit Fahrgestell Wohnkabine
Hilfe unter Kollegen: Hochzeit von Fahrgestell und Wohnkabine

Es wird ernst, die Hochzeit von Fahrgestell und Wohnkabine steht an. Einer der spannendsten Momente überhaupt ... unsere gesamte Investition an Zeit und Geld am drahtseidenen Faden ... Adrenalin pur und viele Zaungäste ... und ein Kranfahrer mit chirurgischem Feingefühl, der die Box millimetergenau manövriert.

Hochzeit: Montage des Wohnkoffers auf dem Fahrgestell
Hochzeit: Montage des Wohnkoffers auf dem Fahrgestell


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