2014/14: Der Countdown läuft

Wenn ich doch nur für jedes Mal beim Gedanken "Dass das so lange dauert, hätte ich vorher ja nicht gedacht" einen Euro bekäme ... wäre Oschi längst refinanziert. Beispiele gefällig?

T-33: Das Montagbeispiel

Geplant war, die Isolierung abzuschließen und die Außenverschalung zu beginnen, doch der Kleber reicht nicht.

Wir vervollständigen die Isolierung der Box. Als Flächenkleber leeren wir einen 17 Kg Eimer Bostik Nibofloor Parkettkleber (MS Polymer-Basis). Wir ordern für außen einen zweiten Eimer Nibofloor und nochmals 24 Kartuschen MS Polymer. Die Ritzen und Spalten in Isolierung und Holz werden mit PU- und MSP-Kartuschenkleber verfugt.

Abdichtung Ritzen verfugen
Ritzen verfugen

Wie gut hält das Bostikzeug wohl die Siebdruckplatte auf der Iso? Ich mache einen Klebetest und verklebe Styrodur mit der rauen Siebdruckseite. Ohne irgendwelche Vorbereitung ist die Klebewirkung so stark, dass ich die Teile von Hand nicht auseinander reißen kann. Auf Siebdruck hält nix? Das gilt nur für die glatte Seite!

Klebetest: XPS und Siebdruck mit MS Polymer
Klebetest: XPS und Siebdruck mit MS Polymer

Mit der Oberfräse erhalten die 15 mm Dachplatten ein Stufenprofil für die überlappende Montage. Die Auflageflächen der Außenverschalung auf der Box ebnen Bandschleifer und Elektrohobel ein. Anschließend kommt dick Farbe drauf. Dieses Spiel wiederholt sich noch einige Male...

Dachverkleidung mit Stufenprofil
Dachverkleidung mit Stufenprofil

T-32: Das Dienstagbeispiel

Geplant war, die Außenverschalung zu komplettieren, doch wir brauchen pro Verkleidungsplatte zwei Stunden in tutti.

Der Eimer Kleber wird geliefert, ebenso Nachschub an Torxschrauben.

Ich probiere Brunnenschaum aus, um die Ritzen im Styrodur zu stopfen. GANZ GROSSER FEHLER! Bei den kleineren Ritzen quillt das Material sofort heraus und tropft überall herunter. Ich kann es nur mühsamst wieder von den Wänden entfernen. Die Ritzen werden zukünftig wieder aus der Kartusche gestopft.

Die Heckschräge wird zuerst verschalt. Das hatten wir zwar schon mal, aber für die Montage musste ich die Heckschräge wieder zerlegen. Die Siebdruckplatte wird diesmal mit der glatten Seite nach außen montiert. Da wir die Gehrungschnitte umdrehen, wird die Platte um einen Zentimeter zu schmal. Den Spalt kleben wir dicht. Die Torx-Schrauben lassen sich wunderbar plan in der Oberfläche versenken.

Schalungsplatte für Schalungsplatte wird gefräst und nach Maß abgelängt, Ausschnitte herausgetrennt.

Bei der Verschalung der Box besteht der Nervenkitzel darin, beim Anschrauben der Außenverschalung keine andere Schraube zu treffen. Schraube auf Schraube kommt nicht gut. Die Lage der Schlossschrauben lässt sich oft noch einschätzen, aber für die anderen Schrauben sondiere ich mit einem 3 mm Metallbohrer mit kurzer Spirale die Lage.

T-31: Das Mittwochbeispiel

Geplant war, alle Kanten zu verkleiden und das Badfenster einzubauen, doch die Außenverschalung ist noch nicht fertig.

24 Kartuschen Kleber trudeln ein, die Box kann weiter verschalt werden: messen, sägen, fräsen, kleben, bohren, schrauben, versiegeln. Wir setzen außen vergleichsweise wenig Schrauben, um das Risiko eindringender Feuchtigkeit zu begrenzen. Alle Bohrlöcher werden mit Kleber aufgefüllt, die Schrauben bündig in die Platte gedreht und anschließend mit dem herausquellenden Kleber versiegelt. Die Sägekanten der Siebdruckplatten werden mit Gori55 gestrichen. Mein Epoxidharz, das ich dafür eigentlich nehmen wollte, stellte sich als Epoxi-Spachtel heraus...

Es dauert eine Weile, bis wir die schnellste Vorgehensweise herausfinden. Solange ich aufgeregt zwischen all den verschiedenen Baustellen herumlaufe und das Werkzeug überall in der Gegend verteile, ist der Fortschritt eher gering. Erst als die weibliche Projektleitung die Zügel anzieht und Fließbandarbeit anordnet, fluppt es. Die Stirnwand und die Fahrerseite werden fertig.

T-30: Das Donnerstagbeispiel

Geplant war, Klappen, Türen und Fenster zu montieren, doch der Teufel steckt im Detail.

Wir arbeiten rings um die Kabine die verbleibenden Seiten ab. Die Überlappungstechnik funktioniert zwar, aber selten gelingt ein perfekter Stoß ... Holz halt. Perfekt wäre ein Stoß, wenn die Stoßflächen eben liegen und gleichmäßig der Kleber herausquillt. Aufgrund der leicht unebenen Unterkonstruktion in Verbindung mit dem etwas dickeren Styrodur werfen die Stöße leichte Wellen (+/- 1 Millimeter).

Die ersten Meter Kanten werden bündig gefräst und z.T. zwecks Kantenverkleidung abgerundet.

Baustelle
Baustelle
Auftragen des Klebers auf eine Verkleidungsplatte
Auftragen des Klebers auf eine Verkleidungsplatte

T-29: Das Freitagbeispiel

Geplant war, die Box aufs Auto zu heben, doch es sind noch zu viele Löcher drin.

Der Parkettkleber reicht noch für das letzte fehlende Seitenteil, dann ist der Eimer wieder leer. Der dritte Eimer ist bestellt.

Heute ist Fräs-, Schleif- und Streichtag. Alle Siebdruckplatten sind mit etwas Überstand montiert und dieser wird nun weggefräst. Abends stehen wir knöcheltief im Sägemehl. Viele Meter Fräskanten (bis auf Fenster und Dach) werden abgerundet und gestrichen. Die beiden Stauraumklappen probieren wir an - bisserl Nacharbeit, dann passen sie stramm in die vorbereiteten Ausschnitte.

Dann kommt die Stunde der Wahrheit - mit dem Meister probiere ich den Reserveradhalter an die Rückseite an ... passt leidlich gut. Außerdem wollen wir Rollbretter als Auflage untersetzen, denn die Tage der Kabine in der Halle sind gezählt. Der 500 Kg Deckenkran schafft es nicht die Kabine einseitig anzuheben. Zu schwer? Nein, wir vergaßen den Winkel zu lösen, mit dem wir damals den Hilfsrahmen an den Hallenboden schraubten. Nachdem der Winkel gelöst ist, kurbeln wir das hintere Kabinenende erfolgreich mit zwei Stockwinden hoch.

Anbringen der Siebdruck-Außenverschalung
Anbringen der Siebdruck-Außenverschalung
Bündigfräsen der Außenkanten
Bündigfräsen der Außenkanten
Außenverschalung komplett!
Außenverschalung komplett!

T-28: Das Samstagbeispiel

Geplant war, mit dem Innenausbau zu beginnen, doch innen steht noch die Abstützung für die Montage der Dachverkleidung.

Wir setzen die beiden Stauraumklappen ein. Für die Abdichtung gegen Feuchtigkeit von außen setze ich auf folgende Maßnahmen:

  • Der umlaufende (ausgefräste) Holzrahmen ist mehrfach lasiert und gestrichen.
  • Die Zargen ruhen in einem millimeterdicken Bett aus Kleber.
  • Die Auflagefläche der Zarge an der Siebdruckverschalung ist mit reichlich dauerelastischer Fensterdichtmasse versehen.
  • Das Türblatt soll noch mindestens ein weiteres Dichtprofil außen erhalten.

Um witterungsbedingten Problemen vorzubeugen, decken wir die Außenkanten der Box mit abgekanteten verzinkten Blechen (1,5 mm) ab. Die Winkelbleche werden in der Ecke mit Polymer geklebt und erhalten an jedem Schenkel außen eine Wurst dauerelastischer Dichtmasse. Mit vereinzelt gesetzten Spenglerschrauben fixieren wir die Schutzbleche an der Kabine. Wenn überall an der Kante Kleber/Dichtmasse austritt, ist sie dicht.

T-27: Das Sonntagbeispiel

Geplant war, vormittags die Dachkonsole fertigzubauen und mittags den Faltenbalg. Um 18 Uhr sollte es zum Grillen gehen.

Die Dachkonsole nimmt Gestalt an. Den Farbton der Karosse trifft das hellgrüne Kunstleder leider nicht richtig, aber wenn man weiter mit schmutzigen Griffeln dran rum grabscht, wird es sicher noch etwas nachdunkeln. Bis zur Verkabelung sieht alles recht sauber und ordentlich aus, dann beginnt das Chaos. Elektriker, das wär nix für mich, wie man am fast fertig verkabelten Objekt sehen kann.

Sichtseite der Dachkonsole
Sichtseite der Dachkonsole
Verkabelung der Dachkonsole
Verkabelung der Dachkonsole

Um halb zehn gabs die erste Grillwurst :)

Die Erkenntnisse der Woche

  • Wenn man zu zweit in Vollzeit schraubt, geht mal richtig was.
  • An die 100 Kg Kleber stecken in der Box. Mit dem teuren Sikazeugs fingen wir vorausschauenderweise daher gar nicht erst an.
  • Schrauben: Weniger ist mehr... (und: Kreuzschlitz sucks!)


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