2014/9: Happy Birthday, Oschi

Oschi ist jetzt ein Jahr bei uns, elf Monate davon schrauben wir an unserem Mittel zum lang ersehnten Zweck. Ein Jahr Schrauberei war das Ziel, und wir werden es wohl knapp verfehlen. Das Fahrgestell ist saniert, die Rautenlagerung fertig und Teile davon verzinkt, die Kabinenwände warten auf den Zusammenbau und unsere Butze platzt vor WoMo-Inventar. Endspurt...

Hilfsrahmen / Aufbaulagerung

Während die Kleinteile bei einer anderen Verzinkerei problemlos verzinkt wurden - obwohl ebenfalls mit Owatrol in Berührung gekommen - kam der Rahmen unverzinkt in einem satten rostbraun zurück. Grmpf. Der Rahmen wurde bereits erneut sandgestrahlt und zu einer Verzinkerei gefahren. Die Kleinteile bearbeitete ich fast vier Tage lang nach: Grate, Pickel und andere Zinkreste wegschleifen, Bohrungen säubern, Gewinde nachschneiden.

Einige Kleinteile wollte ich unbedingt schon am Rahmen sehen:

Endmontage Rautenlagerung Steyr 12M18
Endmontage der Rautenlagerung am Steyr 12M18

Fahrgestell

Mit den mittleren Lagerplatten wird innen jeweils ein Adapter-U-Profil verschraubt. Links war schon eines als Auspuffhalterung vorgesehen, rechts bearbeitete ich selber eines zur Aufnahme der drei Magnetventile, da die Originalbohrungen ja durch die Lagerplatten besetzt sind. Dabei kam mir auch eine Idee, warum hinten nicht mehr viel zu schalten war. Die Magnetventile haben alle nur eine Leitungsader, vermutlich Plus, und der Massekontakt fehlte wohl mangels Kontakt zum Chassis, weil die Baugruppe nur an einem Kabelbinder baumelte...

feuerverzinktes Montageprofil Magnetventile Steyr 12M18
feuerverzinktes DIY-Montageprofil für Magnetventile am Steyr 12M18

Das Ansaugrohr zwischen LuFi und Turbo verläuft jetzt ein Stück weiter unten. Ein zusätzliches Bohrloch im Halter macht's möglich. Das Ansaugrohr wird schon im Originalzustand von der Pritsche berührt, ähnlich machte es die Raute. Jetzt bleibt das Rohr unbehelligt.

Der Auspufftopf ist wieder dran, das Endrohr etwas gekürzt und in den freien Raum gedreht so gut es ging. Es ragt auch nicht mehr so weit in den Topf hinein.

Der Staukasten hat etwas an Kontur gewonnen, die beiden Eigenbaukonsolen sind eingemessen, gebohrt und schon teilweise mit Flachmaterial zum Hutprofil verschweißt. Wie üblich, verwende ich zur Befestigung am Rahmen vorhandene Bohrlöcher bzw. Schrauben. Die hintere Konsole hängt mit an der Befestigung des Verteilergetriebes. Als ich zwei der vier M16 Schrauben löste, tat sich überraschend ein Spalt zwischen Halterung und Rahmenlängsträger auf. Ich traute mich dann nicht, die Schrauben zu entfernen, pumpte dafür aber Owatrol in den Spalt :-).

Kabinenbau

Die Unterkonstruktion der Seitenwände ist fortgeschritten (das Wort 'fertig' vermeide ich zukünftig). Wir fügten für Fenster, Tür und Klappen sowie die Stöße der Außenverschalung Rahmenhölzer zur Befestigung in das Ständerwerk der Seitenwände ein - teils im Vertrauen darauf, dass uns vorab Ausschnittsmaße richtig mitgeteilt wurden. Aus der Not zweier kapitaler Messfehler machten wir eine Tugend und die Unterkonstruktion einiges komplexer als beabsichtigt.

Spannend am Ausklinken der schon montierten Rahmenhölzer ist, dass man auf der einen Seite nicht genau weiß, wo von der anderen Seite bereits eine Schraube gesetzt wurde. Die Handkreissäge quittiert die Treffer jedenfalls immer mit heftigem Funkenregen. Dann heißt es, die Wand aufstellen und die Schrauben suchen und herausdrehen. Dieses stark zufallsabhängige Verfahren ist der Tatsache geschuldet, dass das ständige Umschichten der immer schwerer werdenden Wände von Hand auf engem Raum kein Spaß mehr ist.

Wohnelektrik

Bei meiner Lösung einer Akkuhalterung verzichte ich auf einen Spanngurt, um die obere Abdeckung als Montagefläche für die Elektrik zu nutzen. Der 21 mm-Deckel wird von zehn Stück M10 Schlossschrauben gehalten, die im unteren 63 mm Multiplexteil eingesetzt sind. Die Gesamtkonstruktion wird mit in der Bodenplatte verschraubt. Sofern die Akkus auf der Wellblechpiste nicht anfangen zu tanzen (und genau das gilt es zu verhindern), sollte meine Konstruktion halten.

Innenausbau

Da wir noch nie eine Wohnkabine innen ausgebaut habe, fehlen uns auf viele Detailfragen die Antworten. Auf der Suche nach einer Vorgehensweise, mit der ich ohne Detailplanung schnell vorankomme ohne mir gleichzeitig Möglichkeiten zu verbauen, kam ich auf diesen Plan:

Im Grundriss ist neben der Eingangstür (vorne rechts) ein Eckschrank für die zentrale Elektrik reserviert: Akkus, Ladegeräte, Wandler, Verteilerkasten, Anzeigen, etc. (u.a. Kühlschrank). Weiter ist im Bad (vorne links) ein Unterschrank für die zentrale Warmwasserversorgung reserviert: Heizung, (Ab-)Wasserpumpen, Ausgleichsgefäß, Heizkreisverteiler, Wärmetauscher, Boiler, usw. Viele zentrale Dinge wären damit vorne konzentriert. Für die Gewichtsverteilung ist das nicht mal nachteilig, denn hinten ziehen Heckträger und Ersatzrad am Hilfsrahmen und ich brauche vorne noch 150-300 Kg Gewicht, um den Rahmen auszutarieren.

Wir werden wohl zuerst die FBH verlegen und dann schauen, wo wir welche zusätzliche Installation (Wassertanks) unterbekommen und die Möbelgrundrisse danach planen und bauen. Zuviel voraus plane ich nicht, weil bei der Umsetzung doch ständig neue Probleme auftauchen (Erfahrungsmangel halt).

Das größte Problem ist die Unterbringung eines ergänzenden großen Gastanks. Da ich außen bislang keinen Platz finde, bleibt eigentlich nur der Einbau in die Kabine, entweder im Stauraum oder im längeren Schenkel der L-förmigen Sitzgruppe. Am Inneneinbau stört mich, dass ich für die Zwangsentlüftung ein großes Loch vorsehen muss und damit eine wärmebrücke in die Kabine hole (gasdichter/isolierter Kasten hin oder her). Andererseits stellt jede Zwangsentlüftung (Toilette, Abgas-/Ansaugrohr für Heizung, Kamin für Backofen, ...) eine solche Problemzone dar.

Nebensächliches

Ich schaffte es tatsächlich, mir an einer drei Meter hohen Hallendecke den Kopf anzuhauen...

Düsseldorf - Helau!

PS: Murphy ist ein A...loch! Neulich abends den Wetterbericht geprüft: es ist trocken und es bleibt für paar Tage trocken. Also den streng gehüteten Rest an Owatrol/FluidFilm aufs Fahrgestell gesprüht. Am nächsten Morgen sind die Straßen nass wegen nächtlichen Regens (rettet den Genitiv!). Hmpf, ich habe ein déjà-vu, genau so lief es im vergangenen Herbst auch...



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