2014/7: kleine Unannehmlichkeiten

Die vergangene Woche ließ ich beim Schrauben ein paar Federn. Kleine Schnitte und Quetschungen sind ja normal (nein, ich bin kein Tollpatsch, ich habe nur außergewöhnlich viel Pech). Letzte Woche kam noch eine Blutblase, ein Metallsplitter im Auge, ein Riss im Daumen, der nicht heilen will und eine nennenswerte Prellung am Unterarm durch Abrutschen mit der großen Ratsche hinzu. Es wird Zeit, dass Oschi flügge wird, ich will das Ende noch erleben :-) ... jaja, ich bin leidenschaftlicher Hypochonder.

Zum Thema:

Kupplung

Von einer festsitzenden Kupplung gelesen hatte ich schon öfter, dass es mich selbst mal erwischt, hätte ich nicht erwartet - es trifft ja nur die anderen. Meine Kupplung "klebte" also als Folge der längeren Standzeit bei nasskalter Witterung auch. Zur Lösung verklemmte ich mit einer Holzlatte das Kupplungspedal, nach zwei Tagen war der Spuk vorbei. Oschi hat dafür jetzt Probleme mit der Luftversorgung an Verteilergetriebe und HA-Sperre... Irgendwie scheint er vernachlässigt zu sein und um Aufmerksamkeit zu betteln.

Aufbaulagerung

Der Hilfsrahmen wurde mit den Lager-Wippen verschraubt. Dazu waren 32 Löcher in 14 mm zu bohren, was drei Leute viel Kraft und Geschick kostete (meins ist ja mehr die Kraft). Die per Schraubzwingen fixierten Wippen führten dabei den Bohrer. Die mittigen Löcher der Querlager werden noch aufgebohrt und bekommen Abstandsbuchsen eingeschweisst.

Die hintere Wippe ruht auf nach außen bauenden Konsolen, die mit je zwei 16 mm Passschrauben neben die Hinterachsfederböcke an Oschis Rahmen geschraubt werden. Je ein gut passendes vorhandenes 10 mm Loch bohrten wir dazu auf. Das zweite Loch war neu zu setzen. Nach Konsultation der AufbauRiLi setzte der Meister dafür ohne mit der Wimper zu zucken die Bohrmaschine an. Für die gesamte Befestigung der Rautenlagerung waren damit nur zwei neue Löcher in das Fahrgestell zu bohren.

Vorn verwenden wir zur Befestigung die beiden obersten Bohrungen der U-förmigen Quertraverse zwischen Haupt- und Verteilergetriebe. Dort war die Befestigung per Konsolen aufgrund des Batteriekastens ungleich aufwändiger. Wir entschieden uns für zwei 15 mm starke 190 x 120 mm Flacheisen, die wir außen über die beiden Bohrungen legten. Die 16 mm Passschrauben mit 17 mm Schaft in 50 mm Länge tauschten wir gegen entsprechend längere, die alten werden hinten recycelt. Während die Beifahrerseite offen zugänglich war, ist an der Fahrerseite außen besagtes Batteriefach im Weg. Und weil es auch innen sackeng zugeht, musste zum Lösen der Quertraversenschrauben orientalisches Improvisationstalent her (Danke Mohamed, ich hätte ja geschworen, das geht so nicht). Murphy gab auch noch mal alles, denn beim Einmessen der vorderen Konsolen stellten wir fest, dass der Hilfsrahmen plötzlich um 10 mm verschoben auf dem Fahrgestell lag. Nach viel Fummelei mit Spanngurten und Hebeln, mehrfachem Ein- und Ausbau der vorderen Wippe und unter Zuhilfenahme meines umfangreichen Fäkalvokabulars war die Lagerung trotz Regen und Einbruch der Dunkelheit irgendwann dann doch mal vollständig montiert.

Die vordere Wippe hat zwar nur wenig Luft bis zur Kardanwelle, aber die blieb auch beim ultimativen Verschränkungstest auf den Auffahrböcken erhalten. Ein "Mehr" an Abstand wäre zwar ein Sicherheitspuffer, aber wir scheinen nicht mehr zu brauchen. Auf zwei vorn und hinten versetzten Böcken hob das vierte Rad in die Luft ab. Daraus schließe ich, dass wir die maximale Verschränkung erreichten. Den Test bestand die Lagerung mit Bravour: alles freigängig, die Bolzenlager leichtgängig, die Auflagefläche verwindungsfrei, der Heckträger stabil - alles wie erhofft.

Funktionstest Rautenlagerung
Funktionstest Rautenlagerung

Mein persönliches Ziel, alle Achsen/Lagerpunkte in einer Flucht zu haben, ist erreicht. Das heißt, die Rautenlagerung steht!

Fahrerhaus

In das verbliebene Loch im Himmel stopfte ich die spülmaschinengereinigte Innenbeleuchtung - jetzt mit LEDs. Auf dem Mitteltunnel nahm das fertig bezogene zusätzliche Ablagefach Platz. Da Alu-Applikationen hipp sind, bekam die Mittelkonsole noch eine umlaufendes Alu-U-Profil spendiert. Ein Bild dazu gibts, wenn auch die Ecken noch verkleidet sind.

Die Sitze fehlten noch, und wie ich die vom Smart auf die ISRI-Konsolen bringe, darüber dachte ich eine ganze Weile erfolglos nach. Die Sitzverstellung vom Smart hatte ich bereits vollständig zerlegt. Wie immer hatte der Meister dann die zündende Idee: Auflagebleche. Also schnitt ich fünf Millimeter starke Auflagebleche zurecht und er verschweißte die Auflagen mit den Konsolen. Die Laufschienen schraubte ich mittels selbst angefertigter Gewindeklötze auf die Auflagen. Auf die Schienen schob ich den Sitz, zog die Gewindeklötze fest und verbohrte und verschraubte die Sitzschienen mit den Laufschienen. Das, was von den Auflagen überstand, schnitt ich noch geschmeidig zurecht. Die originale Konsolenverkleidung konnte ich wiederverwenden. Der Beifahrersitz fand inzwischen an seinen Platz im Fahrerhaus wieder zurück.

Wohnelektrik

Irgendwo im Netz hatte ich das mal gesehen, also brauche ich das auch - so einen schick ausgefrästen Batteriehalter aus Multiplex für die Optimas. Nur noch ein paar Stunden sägen und fräsen...

Die bei Ebay billig geschossenen Polklemmen tauschte ich gegen günstige von Herth+Buss aus, da mir eine Polklemme bei der Demontage zerbröselt war. Sie war nicht einmal besonders fest angezogen gewesen. Man stelle sich ein während der Fahrt herumwedelndes Batteriekabel und die Kurzschlussgefahr vor... Nein Danke! Bei H+B habe ich ein besseres Gefühl.

Polklemmen Herth Buss
Polklemmen: links neu (Markenware), rechts alt (Noname)

Eine weitere Schrauberwoche überlebt...Shaka!



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