2014/2: Die Fensterfrage

Vom Bau der Wohnkabine gibt es nichts spektakuläres zu berichten.

Das Setzen hunderter Schrauben hat schon etwas von Meditation. Zuviel Tiefenentspannung ist aber nicht gut, denn dann unterlaufen Fehler: War ich doch neulich so stolz auf unsere rationelle Fertigung. Wollte ich das auch in Abwesenheit meiner aufmerksameren Hälfte fortführen und zeichnete Schraublinien und so an die 130 Bohrlöcher für die Stirnwand ein. Platte weggeklappt, Unterkonstruktion eingeleimt, Platte draufgezogen(!), ausgerichtet und mit Zwingen fixiert. Nehme ich die Bohrmaschine in die Hand und stutze: Wo sind die Markierungen hin? Hach ja...

Innenseite Dachplatte Holzkoffer
Innenseite der Dachplatte vom Holzkoffer

Wie bekomme ich die Plattenstöße dicht? Der Meister hatte es schon früher mal vorgeschlagen, doch hatte ich jetzt erst ein Ohr dafür: Durch Überlappen. So gehts:

Überlappungstechnik Stufenfalz Innenverkleidung
Überlappungstechnik Stufenfalz bei der Innenverkleidung

Hätte ich mal früher... Hätte, hätte, Fahrradkette. Die nächste Kabine wird besser :-)

Trotzdem wären die Wände jetzt soweit, dass man sie zu einer Kabine zusammenpappen könnte. Das scheitert an der überraschenderweise noch unfertigen Lagerung. Hätte nie gedacht, dass wir mit dem Kabinenbau schneller sind als mit dem Metallbau.

Nachdem ich mit meinem Kleinzeugs beim Lasern nicht zum Zuge kam, machen wir die fehlenden Wippen jetzt doch von Hand. Der Meister nahm kurzerhand Schweißbrenner und große Flex zur Hand und schnitt die benötigten "Bleche" anhand unserer Vorlage aus einer 8 mm Stahltafel. Ich bezweifle, dass bei einer Materialstärke von 8 mm "Blech" noch die richtige Bezeichnung ist. Doch was die Materialstärke angeht, vertraue ich meinem Schlosser.

Halbfertigprodukte Rautenlagerung
Halbfertigprodukte der Rautenlagerung

Übrigens bin ich jetzt an dem Punkt angelangt, an dem ich feststelle, dass ich den Punkt, an dem ich Tür, Fenster und Klappen ordern sollte, zeitlich schon verpasst habe. Also... Oschi proudly presents ... die "Fensterfrage"!

Dazu gibt es viele Diskussionen im Netz. Der Tenor ist fast immer derselbe: Wie bekomme ich KCT-Qualität zum Preis von Seitz. Der gedankliche Ansatz ist verständlich - machten wir ihn uns doch auch zu eigen - jedoch nicht zielführend.

Zur Kenntnisnahme die von uns gefundenen Kandidaten:

  • KCT (die Referenz am oberen Ende der Preis-Skala)
  • Dometic/Seitz (wahrscheinlich das meistverbaute WoWa/-Mo-Fenster, mit Plastikscheiben eher am anderen Ende der Skala)
  • PaBST Airtec (die undankbare Sandwichposition zwischen Seitz und KCT, kommt unserem Ansatz am nächsten)
  • Outbound (luftiges niederländisches Design, einfach, praktisch und gut)
  • Alpinafenster, insb. das Neptun Outside, das sehr vielversprechend aussieht. Aber in einem Telefonat riet mir der Geschäftsführer - selbst WoMo-erfahren - eindringlich davon ab, Hausfenster - auch seine - für ein Womo zweckzuentfremden ... zu zweckzuentfremden ... zu zweckentfremden. Er kennt den Bedarf, aber seine Beschläge seien nachweislich nicht auf Dauer für Vibrationen geeignet.
  • Schiffsluken, -fenster und Bullaugen von Bomar u.a. (vgl. SVB)
  • Weitere bekanntere oder unbekanntere Namen, die Google auf die Stichworte "Schwingfenster", "Dachluke", "Bootsluke" und "Bullauge" ausspuckt

Als einfachste Lösung des Fensterproblems erscheint mir, das vorgesehene Budget zu nehmen, es durch die Mindestmenge an Fenstern, Türen und Klappen zu teilen und sich den (oder auch die) passenden Hersteller mit projektplantauglicher Lieferzeit auszusuchen. Wir werden heute lieber weniger Löcher in die Wände machen und diese höherwertiger verschließen. Wir können ja später noch weitere Fenster oder Klappen einbauen, wenn die Portokasse sich vom Schlimmsten erholt hat.

Ganz nebenbei bauen wir daheim ein Lager mit Innenausstattung auf: Küche, Bad, Sanitär, Elektro, Heizung, es läppert sich. Gespannt bin ich auf unsere Versuchsaufbauten zu Elektrik und Gas, das dürfte unterhaltsam werden...



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