2013/44: Ihr werdet schon sehen

Allen Bedenkenträgern im persönlichen Umfeld zum Trotz arbeiten wir weiter daran, Oschi binnen 12 Monaten reisefähig auf die Räder zu stellen. Vier Monate verbleiben, allerdings unter erschwerten Witterungsbedingungen. Wäre es geschickter gewesen mit der Kabine zu beginnen? Theoretisch ja, doch praktisch hatten wir die heutigen super hilfreichen Kontakte damals noch nicht. Außerdem, (fast) alles ist zu irgendetwas gut.

Die vergangene Woche hatte es in sich, doch Neues gibt es wenig:

Nach mehreren vergeblichen Versuchen bekam ich endlich halbwegs brauchbare Sperrholzschablonen für die restlichen Lagerungen ausgesägt (das Holz wurde auch schon knapp...). Man merkt schon, ich bin nicht CAD-afin... Die Schablonen werden in gelaserte Platten umgesetzt, welche dann mal die Wippen bilden sollen.

Sperrholzschablone Längslager
Sperrholzschablone Längslager

Inspiriert durch eine Vorlage im Internet sägte ich aus einem breiten U-Stahlträger acht L-förmige Befestigungswinkel raus (sowie ein kleines Stück aus dem Handrücken) und bohrte die fertig aus.

Der Meister drehte derweil schon hübsche Lagerbuchsen:

Silent-Lagerbuchsen für Rautenlagerung
Silent-Lagerbuchsen für Rautenlagerung

Die Originalkotflügel der Pritsche werden wiederverwendet. Dazu musste ich die Befestigungslaschen neu anfertigen. Acht Stück, jedes ein Unikat :-) (nein, ich will nicht darüber reden). Grundmaterial ist ein 45 x 8 mm Flachstahl, um die 13 cm lang, jeweils mit zwei M10-Bohrungen, beidseitig angesenkt. Senken mit dem Fräser macht mir großen Spass, das Ergebnis sieht so schön professionell aus.

Bisserl blöd stellte ich mich beim Ablängen der Laschen an. Da die Dinger nach unten hin schräg abstehen (Kotflügel sind schräg), schnitt ich sie zunächst gerade ab, um dann eine Ecke abzuschneiden. Ressourcenschonender ist natürlich, die Dinger gleich schräg abzulängen, die Schräge des ersten ist dann gleich der spiegelverkehrten Schräge des folgenden Stücks. Das passt nicht nur bei 45 Grad-Schnitten!

Auch die kleine Originalstaukiste hinten rechts wird recycelt. Da ich sie nicht an den Kabinenboden schrauben will, spannen wir drei L-Profile (30 x 30 x 4 mm) zwischen die letzten beiden Ausleger des Hilfsrahmens. Daran wird die Kiste befestigt. Das ganze symmetrisch auf beiden Seiten, um auch hinten links noch ein Originalkischtle unterzubringen.

Viel Zeit ging auch für die Durchstieg-Tür und die Bodenplatte drauf (die hoffentlich bald vorzeigbar ist): 90% (ver)messen, 10% arbeiten.

Mal was anderes: Generell erregt Oschi eher positive Aufmerksamkeit (tolles Gerät, was schluckt der denn so, was hat der für eine Maschine drin, wo soll es hingehen...). Und bis auf ein-zwei Bekannte hat sich noch niemand wirklich kritisch über unser Projekt geäußert. Viele fragen allerdings, warum wir nicht lieber ein fertiges Fahrzeug gekauft haben. Diese Frage beschäftigt uns. Sie wird in der Regel von "Kopfarbeitern", jedoch nie von Handwerkern gestellt. Mal abgesehen davon, dass wir keine paar Zehntausend aus der Portokasse nehmen können (und keine Schulden haben wollen), ziehen wir als Bürowesen durchaus eine Befriedigung daraus, mit unseren eigenen Händen etwas zu schaffen, trotz laienhaftem Ergebnis. Es stimmt uns nachdenklich, wenn das "Selbermachen" nicht für sich als erstrebenswert angesehen wird. Ich meine manchmal sogar eine gewisse Geringschätzung herauszuhören, wenn man etwas selber macht, anstatt es zu kaufen. Das nur am Rande...



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