2013/41: Die Missgeschicke der Woche

Da war die Sache mit der Durchgangssicherung und dem Dauerpluskabel im Handschuhfach. Mein nagelneues digitales Multimeter und ich - wir sind uuuunzertrennlich - machten uns zuerst auf die Suche nach dem Plusdraht des Kabels. Und natürlich halten wir uns - selbst bei totaler Ahnungslosigkeit bezüglich Elektrik - nicht mit so etwas überflüssigem wie der Bedienungsanleitung auf. Das erklärt sich Mann doch von selbst :p !

Gut, nach zwei heftigen Kurzschlüssen und zwei angeschmolzenen Messelektroden überprüfte ich dann doch mal, ob die Bedienungsanleitung stimmt - und siehe da, wenn man die Anleitung genau befolgt, gibt es keinen Kurzen. Geht doch! Die Batteriespannung beträgt 24,65 Volt ... ja ... ist das nun gut oder schlecht? Sagen wir, sie liegt im Rahmen der Erwartungen.

Beim Zusatztank waren immer die überlangen Kunststoff-Spritleitungen abgeknickt, hier bekam ich mit 90 Grad Schneidringverschraubungen für 10 x 1 mm Rohr die Kurve (im Dunkeln, mit Stirnlampe). Mangels brauchbarem Kurzzeitgedächtnis schloss ich Vor- und Rücklauf wieder auf gut Glück an.

Für die Reserveradhalterung verlängere ich die Längsträger hinter der Wohnkabine mit vorhandenem Stahl: zunächst die kleine Schräge entlang, dann ein Stück die Rückwand hoch, die Knicke innenliegend durch eine Flachstahlkonstruktion verstärkt. Für die Winkel schnitt ich experimentell eine Ecke eines übrigen Stahlrohres ab. Rechteckrohre passen dann stumpf in einem 45 Grad-Winkel zueinander, wenn die Schnittflächen gleich groß sind, also teilte ich den 45 Grad-Winkel auf beide Rohre mit je 22,5 Grad auf. 

Um alle Längen an der Schräge zu berechnen frischte ich meine Schulkenntnisse in Trigonometrie auf. Auf Wikipedia las ich, dass der Tangens zu einem gegebenen Winkel bei Kenntnis der Länge der Ankathete die unbekannte Länge der Gegenkathete liefert. Zu Schulzeiten hatte ich ja nicht geglaubt, dass ich den Sch... mal für was brauchen könnte. Mit den aufgefrischten Kenntnissen konnte ich die Rohre auf der Bandsäge richtig vermessen. Richtig geschnitten habe ich sie trotzdem nicht, aber um den Spalt kümmert sich der Meister beim Schweißen.

Für den Hilfsrahmen richtete ich nach und nach die Ausleger zum Schweißen aus und brachte den Meister damit regelmäßig um seinen wohlverdienten Feierabend. Zum Dank brauchte ich dafür alle Schraubzwingen auf. Inzwischen hat sich unsere Arbeitsteilung bewährt, bei der ich mich um das Ausrichten, Ablängen und die Schweißnahtvorbereitung kümmere und er dann meine Fehler wieder ausbügelt. Der ganze Trumm von Hilfsrahmen ist super gerade geworden, keine 2 mm Abweichung :D

Kehlnaht-Schweißen Hilfsrahmen
Kehlnaht-Schweißen beim Hilfsrahmen
Querträger des Hilfsrahmens schweißen
Querträger des Hilfsrahmens schweißen

Für die Montage der mittleren Lager wird ein Kraft- und Formschluss am Rahmen angestrebt. Die dafür um Federbock und Hinterachsstabilisator ausgeschnittenen Adapterplatten sollen an vorhandenen Bohrungen befestigt werden, die wir auf M14 aufreiben. Das Übertragen des Lochbildes auf die erste Platte per Messung ging leider schief, alle Löcher landeten konsequent 2 mm neben dem Ziel. Hätte ich mal auf den Meister gehört und die Platte vom Rahmen aus gebohrt, aber dazu muss noch etwas mehr Platz geschaffen werden und das erzähle ich ein anderes Mal.

Zu einer gewissen Manie entwickelt sich die Arbeit an den Fensterblechen. Nachdem ich sie gestrichen hatte (déjà-vu), bohrte ich weitere Nietlöcher. Danach schliff ich die Bohrlöcher und strich die Fensterbleche erneut... Vielleicht ist die Reihenfolge noch geringfügig optimierbar.

Obwohl wir eine Tonne Holz lagern, musste ich für die Durchstieg-Tür im Baumarkt zwei Platten zuschneiden lassen. Unsere gelagerten Platten sind so gut verplant, dass der Ausschnitt daraus nicht machbar war. Die Tür besteht aus zwei Siebdruckplatten, 9 und 21 mm stark. Die dicke Platte ist passend für den Schlosskasten ausgefräst, ebenso die Vertiefung an der Kante für die Schloßstulpe (Namen gibts...). Die Platten werden noch verschönert und miteinander verklebt und verschraubt.

Türblatt für Schlosskasten ausfräsen
Türblatt für Schlosskasten ausfräsen
Türblatt mit Schlosskasten
Türblatt mit Schlosskasten

An der Bodenplatte der Kabine sind die Cumaru-Längsträger fertig ausgeklinkt. Die Arbeit an der Kabine muss noch hinter dem Hilfsrahmen zurückstehen, erst wenn der fertig auf den Boden gelegt werden kann, geht hier mehr.

Fertig geworden ist zwar nicht viel, aber wir sind auf allen Parallelbaustellen sehr gut vorangekommen. Sind halt eine Menge einzelner Handgriffe... Natürlich wollen wir auch mal wieder eine Sache abhaken, aber da müssen wir uns noch gedulden.



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