2013/40: ganz schön was los

Nachdem wir vergangenen Sonntag eine Tonne Stahl bewegt hatten, um Platz für eine Tonne Holz zu schaffen, bewegten wir Montag eine Tonne Holz, um wieder Platz für den Stahl zu schaffen. Das hin- und her nehmen wir aber gern in Kauf, weil wir dafür in einer kleinen Halle um die Ecke zu Gast sein dürfen.

Birke Multiplex und Siebdruckplatten für die Wandflächen
Birke Multiplex und Siebdruckplatten für die Wandflächen
Konstruktionsvollholz Fichte/Tanne für den Fachwerkbau
Konstruktionsvollholz Fichte/Tanne für den Fachwerkbau

Eine Woche Schrauberurlaub im Dauerregen brachte aber auch echte Fortschritte. In den Hilfsrahmen wurden erst kleine und dann große Löcher für das Verzinken gebohrt.

Ablauflöcher für das Zink-Tauchbad bohren
Ablauflöcher für das Zink-Tauchbad bohren

Dann wurde er ausgerichtet und "ins Wasser gebracht".

Hilfsrahmen der Wohnkabine im Rohbau
Hilfsrahmen der Wohnkabine im Rohbau

Für das rechtwinklige Ausrichten werden die Diagonalen auf die gleiche Länge gebracht. Die Details dazu erspare ich hier, das waren viele Kleinigkeiten wie hier eine Schraubzwinge, da eine Unterlage, dort ein Heften, usw. Der Meister schweißte den Kern des Hilfsrahmens zusammen und ich durfte ein paar Schweißnähte schleifen.

Fotoexperiment Funkenflug
Fotoexperiment Funkenflug

Die äußeren Stege des Durchgangs zur Befestigung am Fahrerhaus und zur Aufnahme des Faltenbalges sind angeheftet.

Ausrichten der Montagestege am Durchstiegrahmen
Ausrichten der Montagestege am Durchstiegrahmen

Für die ultimative Anprobe tat sich Samstag ein trockenes Fenster im Wetter auf, das ich auch gleich nutzte, um die Schnittkanten am Fahrerhaus zu schleifen und zu lackieren (ich kann es halt nicht lassen). Bin ich ursprünglich davon ausgegangen, die Fensterbleche neben dem Durchgang in den Fensterausschnitt einzuschweißen, stelle ich mich nun auf Nieten ein. Dazu war die Überlappung der ersten Fensterbleche mit dem Ausschnitt allerdings zu klein. Wir fertigten sie in 5 mm größer erneut an.

Da Holz, Lasur, Kleber und Isolation angekommen sind, gab es kein Halten mehr und der Kabinenbau begann. Hier wird Parallelbaustelle Nr. 283 gerade begründet:

Blick ins Baustellenchaos
Blick ins Baustellenchaos

Wir beginnen die Bodenplatte als 72 mm starke Sandwichkonstruktion:

  • 9 mm Siebdruck unten (Schutz gegen aufgewirbelten Dreck und Feuchtigkeit),
  • darüber 42 mm Cumaru Balkenkonstruktion mit eingepasster 40 mm Styrodur-Isolierung (die 2 mm Luft füllt der Kleber auf),
  • und oben drauf 21 mm Multiplex (wird eines fernen Tages mit dem Hilfsrahmen verschraubt und hält die Kabine auf dem Auto).

Soweit der Plan. Wir fangen oben an: Zunächst waren das Hilfsrahmenmaß auf die (erste von drei) Multiplex-Platten aufzutragen und die Bohrlöcher einzumessen. Man mag es für überzogen halten, aber auf 2,4 x 1,5 m fallen ca. 120 Bohrlöcher kaum auf. Der Zeitaufwand für Rechnen, Messen, (Vor- und Nach-)bohren, Senken und Schleifen ist hoch. Da wir noch viele weitere Platten mit weiterer Unterkonstruktion bohren müssen, fertigten wir aus einem Streifen Siebdruck eine Bohrschablone an. Damit geht es deutlich schneller.

Anwendung einer Bohrschablone
Anwendung einer Bohrschablone

Lange tüftelten wir, wie sich ohne großen Aufwand das Ausbrechen der Multiplex-Rückseite beim Bohren vermeiden lässt. Am schnellsten ist, die Balken zuerst auf die Platte zu kleben und dann erst zu bohren.

Die Cumaru-Unterkonstruktion wird für eine Kreuzüberblattung ausgeklinkt. So müssen die Balken nicht durchtrennt werden, sondern können über die ganze Länge und Breite der Kabine durchlaufen.

einzelne Bodenplatte mit Cumaru-Unterkonstruktion
einzelne Bodenplatte mit Cumaru-Unterkonstruktion

Der gesamte Maschinenpark wird mobil gemacht: Kreissäge oder Kapp- und Gehrungssäge bereiten die Ausschnitte vor, der Stechbeitel erledigt das grobe Entfernen des Ausschnittmaterials und die Oberfräse besorgt den Feinschliff. Wenn ich brav bin, darf ich auch mal mit ihren(!) Maschinen spielen, sagt sie...

Während die Unterkonstruktion von der Oberseite an die Multiplexplatte geschraubt (und mit PU-Kleber geklebt) wird, werden von unten die Schlossschrauben durchgesteckt, welche die Wände zu einer Kabine zusammenhalten sollen. Für die Schlossschrauben ist das Cumaru durchgebohrt. Die Aufnahme für den Schraubenkopf muss noch versenkt werden.

Nachdem die ersten Hölzer nach Plan verschraubt waren, haben wir sie auf dem Hilfsrahmen kontrolliert und ... erstaunlicherweise passt alles ganz gut zusammen!

Anprobe der ersten beiden Bodenplatten auf dem Hilfsrahmen
Anprobe der ersten beiden Bodenplatten auf dem Hilfsrahmen

Die ersten Bauteile bekamen zwei Schichten Dünnschicht-Lasur drauf. Trotz blauem Umweltengel stinkt das Zeug wie Hölle. Entweder kann es also richtig was ... oder es ist kaputt.



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