2013/24: Langsam wird es

Ein schöner Rücken kann auch entzücken.
Ein schöner Rücken kann auch entzücken.

Vormittags regnet es. Ich habe keine Lust zu schrauben und verbuche stattdessen Oschis Rechnungen der letzten Wochen. Huch, ganz schön teueres Hobby so ein Truck.

Mittags geht es raus zum Schrauben.

Ich habe noch nicht von meinem Joghurtbechersystem erzählt. Ich verspeise immer die 1 Kg-Eimer und bewahre die leeren Eimer mit den Deckeln auf. Diese dienen als Teilelager. Die Deckel werden mit einem Aufkleber versehen und beschriftet. Kostet nix, ist stapelbar, verschließbar und macht satt.

In den ersten Stunden mache ich vier Joghurtbecher leer, also den Inhalt an Kleinteilen von Oschi, nicht den Joghurt :-). Das macht Laune.

Die Tenoxpinne für die Verdunkelungsmatten schraube ich wieder an, was soll ich auch sonst mit den paarundzwanzig Löchern in der Karosserie machen? Die Messingpinne sind alle geputzt und eingeölt, die Löcher mit Dichtungsmasse vollgepumpt.

Die Scheibenwischer kommen wieder dran. Die Spritzwasserdurchführungen an der Stirnwand sind teilweise beim Schleifen der Hütte draufgegangen. Den Rest werde ich rausbohren und versuchen, diese durch passende Teile zu ersetzen.

Der zentrale Klotz der Fahrerhausverriegelung samt Kontrollschalter findet seinen Platz. Alles frisch verzinkt. Dass ich die richtige Verkabelung des Schalters zuvor ausführlich getestet habe, hindert mich nicht daran, ihn trotzdem falsch herum einzubauen. Ich montiere ja gerne alles zweimal, das schult den Charakter.

Falls sich ein Steyr-Besitzer anhand des Bildes fragt, wo mein Öl-Einfüllrohr hingekommen ist: Original befindet es sich unter dem Wasserkasten. Ich wollte es aus dem Blickfeld etwaiger Vandalen bringen. Der Franz erzählte mir da mal was von einer Flasche Wein im Öl ... das muss ich nicht haben. Für einen sicheren Verschluss fand ich keine bessere Lösung, so habe ich das Rohr kurzerhand um etwa einen Meter gekürzt und unter der Hütte verschwinden lassen. So ist wenigstens mal diese Stelle entschärft und das recht kostengünstig.

Die Dachrinne wird rundherum mit Owatrol eingelassen.

Die neuen Türdichtungen werden mit Dichtungsmasse eingeklebt. Die Klemmung hat Spiel. Die Dichtung kostet bei MAN ja auch nur 70 Ocken pro Stück ... damit sie nicht durchhängt oder rausfällt, klebe ich sie eben ein. Da hätte ich auch Meterware nehmen können, dann würden die Türen wenigstens besser zugehen. Die Dichtungen tragen nämlich ganz schön dick auf. Ich habe alles Spiel aus den Türscharnieren geholt (und dabei wie immer den Lack verkratzt), aber die Türen gehen nur mit richtig Schmackes zu.

Die Spiegelhalter werden angebaut. Die alten Dichtungen ersetze ich mit einem Rest der Unterlage der Tankspannbänder. Allerdings ist das Material nicht ganz geeignet, zu dick und zu weich. Mit dem Festziehen der Schrauben quetscht es die Dichtung seitlich raus. Ich habe Owatrol bzw. Dichtungskleber drunter, aber vielleicht nehme ich trotzdem besser Teichfolie als Dichtung. Für die Spiegelheizung habe ich zuvor neue Kabelstücke durch die Tür gezogen und abgedichtet.

Die restlichen Scheiben werden eingebaut. Für die vorderen Dreiecksfenster brauche ich jeweils eine Stunde. Grund ist ein Stahlklötzchen in der Dichtung, das als Aufnahme für die Drehachse des Klappfensters dient. Der Klotz kann nicht verbogen werden, seine unmittelbare Umgebung muss zur Montage aber verbogen werden. Ich breche mir fast die Finger beim Versuch, aber nach zwei Stunden und einem völlig vermackten Fensterrahmen ist die Dichtung so halbwegs akzeptabel drin. Vielleicht setzt sie sich noch im Lauf der Zeit etwas. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die letzte knifflige Arbeit sind die Türscheiben. Ich habe jeweils eine Scheibe, eine Metallführung und eine Dichtung. In welcher Reihenfolge sind die Sachen wohl einzubauen? Ich probiere, erst die Scheibe in die Tür einzuschieben, dann die Dichtung in die Führung einzusetzen und zuletzt die Führung über die Scheibe in der Tür zu schieben. Klappt ... so nach einer Stunde. Immerhin bis jetzt keine Scheibe zerbrochen, obwohl die Führung schon gut auf Spannung sitzt und beim Einschieben in die Tür natürlich an den Kontaktstellen den Lack vom Blech schälte. Grmpf. Als alles in Position ist, löse ich die Führung nochmal und pumpe Dichtungsmasse in den Spalt. Jetzt nur noch anschrauben, fertig. Äh, wasdasnu? Die Löcher der Führung passen nicht zu den Löchern in der Tür? Oh nein, falsche Seite! Die Führungen sind nicht 100%ig gleich, ich habe die Fensterführung der Fahrertür für die Beifahrertür erwischt. Also muss die Führung wieder raus. Gut, dass überall Dichtungsmasse klebt und diese weiss ist. So kann man am ganzen Fahrerhaus sehen, wo ich meine Hände hatte. Gibt mit den schon vorhandenen schwarzen Fingerdappern einen schönen Kontrast. Muss ich wohl noch mal drüber lackieren... was soll ich sagen, es hat sich echt gelohnt, das Fahrerhaus mit BK 3in1 zu lackieren, da ich ständig ausbessern muss.

Als das Tageslicht ausgeht, habe ich beide Türscheiben drin. Punktlandung. Und das obwohl mir die Mikrometerschrauben der Fensterführung ständig aus zwei Meter Höhe auf den Boden fielen. Fand sie immer wieder. Übung macht den Meister.

Bisserl Owatrol noch auf die Montagemacken in der Tür, dann zusammenpacken und fertig für heute.

Eigentlich ist Oschi schon fast reisefertig. Sitz rein, Spiegel dran. Und nur noch schnell eine Wohnkabine bauen :-)

Restauration Steyr 12M18
frisch restaurierter Steyr


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