2013/23: Scheiben...kleister

Wasserschaden begutachtet, Tränen in den Augen gehabt. Fußraum steht voll Wasser, Hütte voll Kondenswasser, Armaturen von innen beschlagen. Ach ja, es hätte nur einen Tag länger trocken bleiben müssen. Und das ausgerechnet jetzt, wo der Hohlraumschutz endlich geliefert wurde. Hmpf. Naja, wenigstens regnet es gerade nicht.

Programm für heute: Hütte dicht machen. Und das heißt, mal eben schnell die Scheiben einbauen. Wie es gehen soll ist bekannt und technische Zeichnungen liegen vor. Aber was jetzt kommt ist das:

Theorie ist, wenn man alles weiß und nichts funktioniert.
Praxis ist, wenn alles funktioniert und keiner weiß, warum.

Wir starten mit den hinteren Seitenscheiben. Die erste dauert eine Stunde, die zweite eine halbe. Wenn man mal eine Idee hat, wie man etwas zu großes in etwas zu kleines bekommt, ist es gar nicht mehr so schwer. Wir arbeiten mit Schnur und Gleitmittel ... Hallo? Es geht immer noch um die Scheiben, ja? :-) ... wobei die Schnur immer wieder reißt. Das kunststoffummantelte Stahlseil liegt natürlich zu Hause...

Dann wird es ernst, die Frontscheibe ist dran. Zunächst wird die neue Dichtung auf die Scheibe aufgezogen. Ok, das kostet zwei Leute schon alle Kraft. Die neue Dichtung ist dermaßen hart, dass die innere Nut kaum auf den Scheibenrand zu bringen ist. Nach einer halben Stunde ist es endlich geschafft. Der Schweiß läuft, die Finger krampfen. Dann die Schnur in die äußere Nut einlegen. Auch das ist kaum zu schaffen, eine Viertelstunde vergeht. Jetzt nur noch die Scheibe in zwei Meter Höhe auf die untere Kante setzen oder so...

Die Frontscheibe wird hochgewuchtet, eingesetzt und ausgerichtet. Von innen wird an der Schnur gezogen, von außen geklopft. Nach einer halben Stunde ist die untere Kante geschafft, doch wir geben vorerst auf. Während wir uns um die linke Ecke kümmerten, ist die Scheibe rechts unten wieder rausgerutscht. Wir haben keine Kraft mehr und HUNGER!!!

Nach dem Mittagessen der zweite Versuch. Diesmal haben wir das Stahlseil dabei. Wieder wird die Scheibe hochgewuchtet und eingesetzt. Nach rund 90 Minuten haben wir Dreiviertel der Scheibenumrandung geschafft. Leider haben wir auch ein Problem: Die äußere Dichtungslippe liegt nicht außen auf, sondern zieht sich immer wieder in den Scheibenrahmen des Führerhauses rein. Ich probiere es mit sanfter Gewalt und unterlege die Dichtungslippe mit Holzspateln. Trotzdem setzt sich die Scheibe nicht und steht oben 5 mm über den Scheibenrahmen hinaus. So bekommen wir sie nicht rein. Also erneuter Abbruch, Scheibe wieder raus. Der Lack ist auch schon ganz vermackt.

Die bessere Hälfte schlägt nicht zum ersten Mal vor, die alte Dichtung zu nehmen. Da ich keine Kraft und vor allem keine Argumente dagegen habe, putzen wir die alte Dichtung. Sie ist eigentlich nur "verrostet". Dann wird die Dichtung auf die Scheibe aufgezogen - schwupps, dauert eine Minute, ah ja. Das Stahlseil in die äußere Nut - wieder nur eine Minute. Hmmm...

Wir setzen die Scheibe unten in den Rahmen ein, halten von außen dagegen, ziehen von innen am Seil - und die Scheibe ist drin. Einfach so. Dauer der gesamten Aktion ca. 15 Minuten, gegenüber den 3,5 h erfolgloser Mühe mit der neuen Dichtung. Hoffentlich kann ich sie noch zurückgeben, das Sch...ding.

Der Regen fängt wieder an, aber Oschi ist schon einigermaßen dicht.

Die Heckscheibe ersetze ich vorübergehend nur durch ein Stück Plexiglas, da ein Durchgang zur Wohnkabine geplant ist. Das Plexiglas ist mit der Stichsäge schnell zurechtgeschnitten.

Ersatzscheibe aus Plexiglas
Ersatzscheibe aus Plexiglas

Doch der Einbau ist ein mühsames Vorhaben. Die Dichtung ist sehr labbelig, scheint irgendwie viel zu groß. Die Scheibe flext hin und her. Und wir haben weder Geduld noch Kraft übrig und es kostet uns alle Beherrschung, die Plastikscheibe nicht in hohem Bogen wegzuwerfen.

Die Dachluke ist dagegen ein Kinderspiel. Die vier Originalschrauben sind zwar irgendwo verschwunden, dafür nehme ich andere. Ok, die fehlen dann auch wieder irgendwann irgendwo. Die Originalschrauben der Dachluke tauchen natürlich am nächsten Tag wieder auf.

Wir passen noch die Türdichtungen leidlich ein (Du kriegst die Tür nicht zu), schrauben den neu kunststoffbeschichteten Haltebügel über der Frontscheibe an, stopfen diverse Löcher in der Karosserie mit neuen Nupsis und bringen noch weitere verzinkte Teile der Fahrerhausverriegelung an. Dann ist halb neun und wir packen zusammen.



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