2013/20: Es ist ein (Fr)oschi!

Nach langem hin und her verzichtete ich auf eine professionelle Lackierung und lackierte das Fahrerhaus jetzt doch selbst. Ich nahm auch nicht den Profi-2 K-Lack von Mipa, sondern Brantho Korrux 3in1 in gleichem Farbton.

Und das kam so:

Ich warte seit Monaten darauf, dass der Subunternehmer des Strahlbetriebs, bei dem das Auto steht, selbiges lackiert. Der gute Mann macht aber ganz allein und ganz in Ruhe ein Auto nach dem anderen: zerlegen, schweißen, lackieren, zusammenbauen. Und ich war noch nicht an der Reihe. So erledigte ich inzwischen alles andere, u.a. wurde die Hütte angeschliffen, entrostet und mittlerweile dreimal grundiert. Jetzt tritt der Lackierer seinen wohlverdienten Jahresurlaub an, so dass sich mein Projekt um weitere vier Wochen verzögern würde. Da alles im Freien stattfindet, bekomme ich früher oder später ein Problem mit dem Wetter oder den Temperaturen, denn der Mipa-Lack soll bei um die 20 Grad verarbeitet werden.

Für eine professionelle Lackierung ist die Hütte auch noch nicht weit genug vorbereitet. Das ganze Fahrerhaus weist spätestens seit dem Entrosten etliche Riefen, Kratzer, Dellen, Wellen, Macken usw. auf. Das wäre alles noch in tagelanger Arbeit zu glätten, zu spachteln, zu füllern, etc. Neben dem Zeit- und Geldaufwand dafür stellt sich mir generell die Sinnfrage.

Pro Profi-Lackierung:

  • sieht gut aus (härtet schnell, Verarbeitung mit geeigneter Pistole)
  • erhöht den Wiederverkaufswert (aber ob man das wieder heraus bekommt?)
  • sehr harter Lack, BK 3in1 ist dagegen sehr weich und verliert z.T. schon beim Darüberstreichen mit der Hand seinen Glanz
  • Chassislack am Fahrerhaus sieht deutlich nach "selber gemacht" aus

Contra Profi-Lackierung:

  • Lackierung würde so oder so im Freien erfolgen
  • Lackierung durch Profi frühestens im Oktober möglich, weiterer Verzug im Projektablauf
  • Lack laut Datenblatt hochgiftig, erfordert besondere Schutzausrüstung (weitere Kosten)
  • hoher Zeiteinsatz für Glättung der Aussenhaut, obwohl das Fahrerhausblech insgesamt eher wellig ist

Für die Eigenlackierung mit BK 3in1 spricht auch:

  • Wunschfarbe vom Innenraum noch im Überfluss vorhanden
  • Rückwand und Dach sieht später kein Mensch
  • auf Reisen kommen weitere Kratzer dazu, können mit BK 3in1 jederzeit ausgebessert werden
  • bei Umbauten am Fahrerhaus (Dachträger, Durchgang) kommen weitere Kratzer dazu, können mit BK 3in1 jederzeit ausgebessert werden
  • Fahrerhaus kann endlich wieder eingerichtet werden

Zeitweise wollte ich einfach mit der Grundierung herumfahren, bis sich irgendwann (woanders) die Möglichkeit ergibt, das Fahrerhaus richtig zu lackieren. Andererseits, wenn ich das jetzt selber fertig mache, kann ich das irgendwann immer noch machen lassen (und nichts hält länger als ein Provisorium!).

Ich hatte am Mittwochabend begonnen, das Fahrerhaus glatt zu schleifen, um mal probehalber den Anforderungen des Lackierers nachzukommen. Als ich dann sah, wie gut das wird, wie unglaublich viel Arbeit dazu aber nötig ist, rang ich mich zu einer Vernunftentscheidung durch. Entscheidend war auch, dass jetzt einige sonnige Tage kommen sollen, so dass ich keine Plane über der Hütte brauche. Der Lack kann in Ruhe trocknen und ich sehe zu, dass ich bis zum nächsten Regen die Scheiben eingebaut bekomme.

Wie man an der Länge der Rechtfertigung sieht, kann ich meine selbst getroffene Entscheidung trotzdem nicht so leicht akzeptieren.

Ach ja, hier das Ergebnis:

Fahrerhaus Steyr 12M18 gelbgrün (RAL 6018) lackiert
Oschis gelbgrün lackiertes Fahrerhaus

Es ist ein (Fr)oschi! :p



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