2013/14: Am Wendepunkt

Obwohl ich mir nach jedem Schrauberwochenende vornehme, beim nächsten Mal weniger zu machen, wird es seltsamerweise jedes Mal mehr. Vielleicht liegt es daran, dass der Wendepunkt erreicht ist und Oschi wieder zusammengebaut wird. Das motiviert!

Zwei halbe Tage waren geplant, fünf sind es geworden. Also: viel Arbeit -> viel Text:

Freitagmittag

Ich hatte wieder mal Lack geordert und diesmal eine passende Grundierpistole dazu. Mit der Hohlraum-Pistole ließ sich seinerzeit nicht so gut lackieren.

Tagesaufgabe war, den Rahmen nachzulackieren. Hmmm, die Grundierpistole hat keinen Druckminderer und der Kompressor leistet 7-8 bar. In diesem speziellen Fall ist das aber kein Nachteil, weil sich mit dem hohen Druck auf einen Meter Entfernung punktgenau unzugängliche Spalten lackieren lassen. Der Farbverlauf ist zwar schlecht, aber dafür ist Farbe in jeder Ritze. Drei Stunden später war ich vom Fauchen der Pistole fast taub und Oschi ein paar Kilo schwerer.

Zum Ausprobieren hatte ich auch einen Liter von der Wunschfarbe für das Fahrerhauses bestellt. Und ich konnte nicht anders, ich musste im Innenraum ausprobieren, wie die Farbe wirkt. Ein Mitarbeiter vor Ort befürchtete spontan Augenkrebs ... Aber wir sind absolut begeistert, es war die richtige Wahl.

Nach getaner Arbeit packe ich Oschi inzwischen immer in Folie ein, damit sich der herumfliegende Staub vom Strahlbetrieb nicht auf dem Auto ablegt.

Samstagvormittag

Die Schweißnähte der gekürzten Tankspannbänder warteten noch auf einen Schutzanstrich und so habe ich die Stellen aufgeraut und mit Zinga eingepinselt (mal sehen, ob das Wundermittel hält, was ich mir davon verspreche).

Der Austauschtank ist inzwischen da, leider komplett braun eingewachst. Vor dem Schleifen und Lackieren musste ich das Wachs deshalb mit dem Spachtel runterschaben. Eine Strafarbeit...

Auch der Austauschkühler ist da, zwar deutlich angerostet, aber die Lamellen lassen sich immerhin nicht mit dem Finger herausstreichen wie beim alten. Als ich mit der Topfbürste an die Roststellen ran bin, hat die Bürste sich in fünf Minuten völlig aufgelöst. Die Drähte fand ich zwar alle in meiner Latzhose wieder, dafür ging der Lack so leicht runter, dass ich den Kühler ganz entlackte.

Damit man von der ganzen Arbeit auch von außen etwas sieht, montierte ich noch die verzinkten Bleche unterhalb der Türen.

Samstagnachmittag

Der Mittag begann mit einer Shoppingtour im Baumarkt. Anschließend wurde der umlaufende Kühlerrahmen fertig abgebürstet. Da man den Rost nicht aus allen Ecken herausbekommt, wurde der Kühler zweimal mit Owatrol getränkt. Natürlich mit der Lackierpistole, denn die hat echt einen Suchtfaktor.

Dann waren noch diverse Kleinteile zu sortieren, zu entrosten und zu lackieren. Arbeit, die man gern bei der Zeitplanung vergisst, die aber auch gemacht werden will :(

Sonntagvormittag

Große Lackierorgie der frisch entlackten Teile wie Kühler, Einstiegskästen, Türscharniere, Tank, Luftleitblech, Fahrerhausbügel und diverse Blechteile unbekannter Herkunft (vielleicht waren es gar nicht meine?).

Auch für die Verzinkerei bekam ich wieder mal einen Karton Teile zusammen. Die Oberfläche wird dort zwar nicht glatt - egal welche von den beiden Firmen das macht - aber manche Teile lassen sich trotzdem besser verzinken als lackieren.

Sonntagnachmittag

Als Pflichtprogramm hatte ich mir die Montage von Kühler und Tank vorgenommen.

Der Kühler hat zwei Halterungen für den Fahrzugrahmen, die sich jeweils in zwei unterschiedlichen Positionen befestigen lassen. Leider hatte ich die richtige Position nicht dokumentiert, was sich natürlich rächte...

Ein Stapler ist für die Kühlermontage enorm hilfreich, denn damit lässt sich der schwere Trumm zentimetergenau in Position halten.

Unerwartet große Probleme bereitete das Luftleitblech, das wir zuvor schon über den Viskolüfter geschoben hatten. Am montierten Kühler befestigt, blockierte es den Lüfter. Mist. Nach einigen erfolglosen Versuchen konnte das nur bedeuten, dass der Kühler in der falschen Position montiert ist. Und so war es auch, der Kühler musste nochmal zeitraubend neu montiert werden. Inzwischen zogen dunkle Wolken auf...

Im einsetzenden Regen montierten wir den Zweittank und bogen die Spannbänder. Natürlich war das Loch in der Konsole zwei Millimeter zu klein für die dickere Gewindestange der neuen Spannbänder. Also eine fünfminütige Regenpause genutzt, um die Löcher aufzubohren: Kabeltrommel rausgezerrt, vier Löcher M12 von unten gebohrt, heiße Metallsplitter auf nackte Arme, Kabeltrommel und Bohrmaschine mit den nächsten Regentropfen entsorgt und Bänder fertig montiert. Die Spannbänder muss ich nochmal abnehmen und stärker biegen, da sie oben auf nicht eng genug anliegen.

Vielleicht war es nach der wochenlangen Hitze mal ganz angenehm in der Kühle zu arbeiten, jedenfalls nutzten wir den Regen, um die beiden vorderen Kotflügel zu montieren. Aber nicht mal eben so, nein. Durch die Verzinkung der sechs neugefertigen Halteplatten waren die Bohrungen noch aufzufeilen. Jetzt nur noch 42 Schrauben über Kopf anziehen und dabei gleichzeitig Schraube + Unterlagscheibe + Halteplatte + Kotflügel und Ratsche halten und damit für die Artistenschule bewerben...



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