2013/11: Baustellen, überall nur Baustellen

So, vorletzte Woche Freitag gab es eine Schubkarre voller Teile vom Feuerverzinken zurück. Verzinken ist eine schöne Sache, guter sauberer Rostschutz und es setzt auch nette Akzente am Fahrgestell. Allerdings sind stückverzinkte Teile nicht mit galvanisch verzinkter Massenware (z.B. aus dem Baumarkt) zu vergleichen. Das Zink aus dem Tauchbad trägt stellenweise richtig dick auf. Es gibt Tropfen, Pickel, Grate und manchmal schwarze Krusten. Etwas Nachbearbeitung ist also nötig.

feuerverzinkte Bauteile für das Fahrerhaus
feuerverzinkte Bauteile für das Fahrerhaus

Flächige Bleche neigen beim Feuerverzinken auch zum Verziehen. Diese hier sollten sich beim Anschrauben aber wieder in Form bringen lassen:

Einstiegsblech Fahrerhaus
Einstiegsblech Fahrerhaus

Die Nachbearbeitung kostete mich einen Samstagvormittag in der Schlosserei. Mein Lieblingsschlosser meint zum Thema Rostschutz: lieber unschön verzinkt als schlecht pulverbeschichtet. Und bei einem ordentlichen Lackaufbau weiß man immer was man hat.

Oschi bekommt also ein paar silberne Akzente. Außerdem neue Schrauben. Wie kommt es, dass immer gerade die Schraubengröße/-länge / Mutter / U-Scheibe fehlt, die ich brauche? Ich habe inzwischen massig Eisenwaren, aber der Steyr wartet immer wieder mit einer neuen Größe auf. Vom Gefühl her war da schon mal jemand am Auto dran, so viele unterschiedliche Schrauben und U-Scheiben gab es doch kaum ab Werk.

Die neugebauten Einstiegskästen sind auch schon fertig. Die Kästen kosten bei MAN oder Indutec rund 750 EUR pro Stück!

Inzwischen sind locker 200 neue Kabelbinder am Auto verbraten. Hauptsache es wackelt nix mehr am Kabelbaum. Wir wollen Scheuerstellen an den Kabeln vorbeugen, um nicht mit Elektrikproblemen liegen zu bleiben. Am besten kauft man gleich Großpackungen von 100 oder 200 Stück - die gehen schon weg (z.B. auch mal als dritte Hand). Meine Lieblingskabelbinder sind von HellermannTyton und heißen "Befestigungsbinder für Einlochmontage". Die sind besonders gut für Bohrungen oder Löcher im Rahmen zu verwenden.

Außerdem ging mal wieder einen Urlaubstag zum Schrauben drauf. Ein paar Besorgungen, ein paar Kabelbinder hier, ein paar Schrauben da, zwei Stunden Fummelei an den drei Hitzeschutzblechen zwischen Kabelbaum und Auspuff (passten irgendwie nicht mehr so wie zuvor), und noch flugs den Bügel hinter dem Fahrerhaus abgebaut - schon war der Tag rum.

Eine andere Baustelle ist der Hilfsrahmen bzw. die Lagerung für die Wohnkabine, da bin ich noch nicht wirklich weiter. Wir machten einen einfachen Verschränkungstest, indem wir mit dem Stapler ein Hinterrad anhoben bis auch das Vorderrad den Bodenkontakt verlor. Die Längsträgerprofile vom (nackigen) Steyr verziehen sich dabei relativ zueinander um nicht mehr als 6 cm. Diese geringe Verwindung erlaubt nach Meinung vieler Internetforisten ganz klar eine sogenannte Federlagerung.

Die Aufbaurichtlinien von Steyr sind schon länger Bettlektüre, aber wie immer, wenn es mehrere Lösungen gibt, finde ich den Baum im Wald nicht. Denn neben der Federlagerung gibt es auch noch Drei- und Vier-Punkt-Lagerungen. Parallel zu meinen Überlegungen ließ der Chef vom Strahlbetrieb ließ mal einen seiner Spezis über mein Projekt schauen, der pauschal 4.500 Euro für eine federverspannte Verbindung von Aufbau und Fahrgestell veranschlagte. Das hat mich schon erschreckt und ich bat den den Chef von Alu4x4 um eine zweite Meinung. Der war die Tage hier vor Ort und vermaß alles ganz fix. Sein Angebot für eine Federlagerung liegt in der Größenordnung von 1.600 Euro.

Etwas problematisch für den Zwischenrahmen wird sich die Montagehöhe der Tanks und des Luftfilters auswirken. Die Bodenplatte der Kabine würde sich vorne außen um ca. 6 cm pro Seite bewegen. Damit sie nicht an den Tanks anstößt, muss sie 26 cm über den Längsträgern liegen und damit ca. 150 cm vom Boden entfernt (mit 14.00 R 20 Rädern). Bei 2,20 m Aufbauhöhe wird das Auto dann 3,70 m hoch. Niedriger ginge es nur mit Ausschnitten im Koffer, eine Verkomplizierung der Bauform, auf die ich überhaupt keine Lust habe. Die Längsträger würden laut Alu4x4 160 mm hoch, darauf kämen Querträger mit 100 mm (alles U-Profile). Ein Reserveradträger könnte hinten in die Längsträger integriert werden.

Soweit die Theorie, praktisch warte ich seit Wochen darauf, dass der Lackierer des Strahlbetriebs das Fahrerhaus des Steyrs lackiert. Möglicherweise kommt es dazu aber nicht. Wie ich leidvoll herausfinden musste, wurde der Antriebstrang zu dünn lackiert. Nach ein paar Regengüssen zeigt sich am Verteilergetriebe nämlich schon wieder Flugrost. Den Lackierer ficht das nicht an und ich habe zur Zeit alle Hände voll zu tun, das schnellstmöglich in Ordnung zu bringen! Mann, wenn man nicht alles selber macht, grrr! Jetzt muss ich nochmal den Staub abbürsten, Den Antrieb fertanisieren, kärchern, und selbst lackieren. Es scheint sich also wohl zu empfehlen, dass ich das Fahrerhaus auch selbst lackiere. Pfuschen kann ich auch selbst, dafür brauche ich niemanden zu bezahlen. Naja, Rückschläge machen den Champion ;-)

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